Zähl Pixel
Urlaub

TWas wäre wenn... der Horneburger Wohnmobilstellplatz schon fertig wäre?

Noch ist der neue Wohnmobilstellplatz am Horneburger Hafen eine Baustelle. Worauf dürfen sich zukünftige Camper freuen? TAGEBLATT-Reporter Steffen Buchmann hat das Kopfkino angeworfen.

Noch ist der neue Wohnmobilstellplatz am Horneburger Hafen eine Baustelle. Worauf dürfen sich zukünftige Camper freuen? TAGEBLATT-Reporter Steffen Buchmann hat das Kopfkino angeworfen. Foto: Buchmann

Klappstuhl raus, Kaltgetränk auf, Grill an: So fühlt sich echter Camper-Urlaub an. Horneburg baut fleißig am neuen Traum-Stellplatz. Das TAGEBLATT konnte nicht mehr warten.

author
Von Steffen Buchmann
Montag, 13.04.2026, 14:05 Uhr

Die An- und Abreise

Wer Horneburg mit dem Wohnmobil ansteuert, kann den Wohnmobilstellplatz eigentlich nicht verfehlen. Von der A26-Abfahrt sind es nur noch wenige Fahrminuten, von Stade kommend kann man den Stellplatz sogar schon von der Autobahnbrücke sehen. Und wer lieber gemütlich mit dem Camper durch das Alte Land tingelt, den bringt die K36 ebenfalls zum Marschdamm.

Nächste Abfahrt: Wohnmobilstellplatz. Von der Autobahn aus können Camper den zukünftigen Stellplatz schon erspähen.

Nächste Abfahrt: Wohnmobilstellplatz. Von der Autobahn aus können Camper den zukünftigen Stellplatz schon erspähen. Foto: Buchmann

Wer auf sein Navi vertraut, findet die Hafenstraße im Horneburger Nordosten zuverlässig. Wenn der Flecken Horneburg zusätzlich noch Wegweiser aufstellt und App-Betreiber wie der ADAC den Stellplatz in ihr System einspeisen, ist die Anfahrt fast narrensicher. Wer trotzdem nach der Marschdammbrücke das Rechtsabbiegen verschläft, kann bei einer Ehrenrunde schon mal den restlichen Ort erkunden.

Vorsicht geboten ist in der Hafenstraße: Wenn sich hier Wohnmobile, Pkw, Transporter und Fahrräder begegnen, kann es auf der schmalen Fahrbahn schnell eng werden.

Die Lage

Wer die Nähe zur Natur sucht, wird am Stellplatz in der Hafenstraße fündig. Nebenan summen Bienen und andere Insekten durch die Obstbäume, während die Lühe direkt gegenüber hinter dem Deich dahinplätschert. Der Wanderweg durch die Lühewiesen lädt zudem ein, sich direkt aufs Rad zu schwingen oder die Wanderschuhe zu schnüren.

Kanufahrten zwischen Horneburg und Grünendeich über die Lühe sind durch den öffentlichen Anleger kein Problem. Wie harmonisch sich die direkte Nähe zwischen Anwohnern und Campern in der Hafenstraße entwickelt, weiß man sicherlich am Ende des Sommers.

Wer Kanufahren will, kann dies einen Steinwurf entfernt vom Stellplatz auf der Lühe tun.

Wer Kanufahren will, kann dies einen Steinwurf entfernt vom Stellplatz auf der Lühe tun. Foto: Buchmann

Erweist sich die Nähe zur Autobahn für die An- und Abreise als Segen, wird sie für das natürliche Idyll zum Fluch. Denn der Lärm von rumpelnden Lkw und vorbeischießenden Autos übertönt das Vogelzwitschern und Bienensummen. Wer Stellplätze in Autobahnnähe gewohnt ist, stört sich hieran sicherlich nicht. Für alle anderen gilt: Geräuschreduzierende Kopfhörer einpacken oder das Küchenradio aufdrehen.

Die Infrastruktur

Für wen morgens frische Brötchen ein Muss sind oder wer sich an einem sommerlichen Nachmittag gerne mal ein leckeres Stracciatella-Eis gönnt, muss sich vom Stellplatz aus in den Ortskern aufmachen. Ein Verkaufskiosk ist bei 14 geplanten Stellplätzen nicht zu erwarten.

Die Bauarbeiten kommen voran, die Berge aus Sand und Splitt sind inzwischen auf dem Grundstück verteilt.

Die Bauarbeiten kommen voran, die Berge aus Sand und Splitt sind inzwischen auf dem Grundstück verteilt. Foto: Buchmann

Eine gemütliche Viertelstunde zu Fuß über den Böttcherring muss man einplanen, über den Marschdamm läuft es sich etwas flotter. Wer sein Klapprad oder E-Bike sowieso im Gepäck hat, erreicht alle Läden oder Ausflugsziele rund um Lange Straße und Auedamm in wenigen Minuten.

Sonderfall: Der Wochenmarkt

Wer sich als Tourist statt im Supermarkt lieber regional mit frischen Lebensmitteln eindecken will, stößt erst mal auf einige Hürden. Keine fünf Gehminuten vom Stellplatz entfernt verkauft ein Obsthof frische Waren, wie Google verrät.

Wer sich zu Fuß auf den Weg macht, muss jedoch die K36 queren - ohne Ampel oder Zebrastreifen. Bei Tempo 50 nicht ungefährlich, zumal die Autos gefühlt schneller vorbeischießen.

Nicht ungefährlich: Wer sich mit Obst direkt vom Hof versorgen will, muss die Kreisstraße passieren-

Nicht ungefährlich: Wer sich mit Obst direkt vom Hof versorgen will, muss die Kreisstraße passieren- Foto: Buchmann

Bleibt noch der Horneburger Wochenmarkt. Beim googeln nach „Wochenmarkt Horneburg“ spuckt die Suchmaschine zwei Veranstaltungstage aus: Freitag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 16 bis 19 Uhr auf dem Parkplatz gegenüber dem Mehrgenerationenhaus. Quelle für Google: Ein privater Facebook-Post aus März 2025. Was Auswärtige jedoch nicht wissen: Samstags ist gar kein Wochenmarkt.

Falschinformationen bei Google: Samstags gibt es gar keinen Wochenmarkt in Horneburg.

Falschinformationen bei Google: Samstags gibt es gar keinen Wochenmarkt in Horneburg. Foto: Screenshot (Google)

Wer statt Google lieber die KI fragt, kommt ebenfalls beschwerlich weiter. ChatGPT behauptet nämlich, der Horneburger Wochenmarkt finde nur freitags zwischen „circa“ 12 Uhr und 18 Uhr statt - Ort: am Auedamm. Ja, was stimmt denn nun?

Eine verblasste Fahne liefert einen Hinweis

Der nächste Gedanke: Die Gemeinde weiß das doch sicherlich! Doch wer horneburg.de durchsucht, geht leer aus. Im Veranstaltungskalender ist der Wochenmarkt nicht vermerkt und über die Suche findet man Auskunft darüber, wo man eine Versteigerung leicht verderblicher Waren auf Wochenmärkten beantragen kann. Von einer Wochenmarkt-Übersicht hingegen keine Spur. Auch Tourismusportale, in denen Horneburg auftaucht, helfen nicht weiter.

Freitagvormittag: Noch steht nur ein Gemüsehändler auf dem Wochenmarktgelände. Am Nachmittag stoßen noch ein Bäcker- und ein Fischwagen dazu.

Freitagvormittag: Noch steht nur ein Gemüsehändler auf dem Wochenmarktgelände. Am Nachmittag stoßen noch ein Bäcker- und ein Fischwagen dazu. Foto: Buchmann

Hartnäckige Hobby-Detektive finden einen Hinweis gegenüber des Mehrgenerationenhauses: dort weht nämlich eine verblasste Fahne mit der Aufschrift „Wochenmarkt - jeden Freitag“.

Das letzte Puzzle-Stück (nämlich die Uhrzeit) liefert entweder die Gäste-Infostelle im Café Gretchens - oder der freundliche Gemüsehändler, der freitags auf dem Wochenmarkt-Parkplatz steht: Gemüse und Obst verkauft er bereits morgens ab 8 Uhr, ab 14 Uhr kommen zwei weitere Stände mit Backwaren und Fisch hinzu. Fall gelöst.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel