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T„Wasser schmeckt doch nach gar nichts!“ Stimmt das?

Die Wassersommelière Gerlinde Mock besitzt die Fähigkeit, Wässer im Geschmack zu unterscheiden.

Die Wassersommelière Gerlinde Mock besitzt die Fähigkeit, Wässer im Geschmack zu unterscheiden. Foto: Verena Hinteregger

Gerlinde Mock ist Wassersommelière. Die Expertin sagt, was den Geschmack von Wasser ausmacht.

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Von Thomas Sulzyc
23.10.2025, 05:50 Uhr

Landkreis. Dass Weine sich jeweils im Geschmack unterscheiden, weiß jeder - ob Weintrinker oder nicht. Aber ist Wasser auch Geschmackssache? Die erfrischende Wirkung als Durstlöscher kennt man. Aber schmeckt das farblose, klare Nass überhaupt nach irgendetwas?

Ein Bundesverband hat sich auf das Getränk Wasser spezialisiert und eine Weiterbildung zum Wassersommelier entwickelt: die Wassersommelier Union mit Sitz in Gräfeling bei München. 253 Mitglieder hat der Berufsverband nach eigenen Angaben.

Die Österreicherin kennt Stade

2. Vorsitzende ist Gerlinde Mock. Die Österreicherin lebt in Fohnsdorf in der Nähe von Graz - und sie weiß genau, wo Stade liegt: Die Mutter ihrer Schwägerin stammt aus Stade.

Vor allem aber besitzt die Wassersommelière (so die weibliche Form) die Fähigkeit, Wasser sensorisch zu beurteilen - und sie ist davon überzeugt, dass jeder das lernen kann.

Wasser ist nicht gleich Wasser: Jede Wasserart hat ihren eigenen Anwendungsbereich sowie eigene gesetzliche Anforderungen.

Leitungswasser darf aufbereitet werden, muss teilweise für die Genusstauglichkeit sogar aufbereitet werden, wenn es nicht der Trinkwasserverordnung entspricht.

Natürliches Mineralwasser oder Heilwasser darf nicht aufbereitet werden, sondern muss grundsätzlich an der tiefen und gut geschützten Quelle ursprünglich rein mit konstantem Mineralstoffgehalt in Flaschen gefüllt werden.

Heilwässer müssen eine wissenschaftlich nachgewiesene heilende Wirkung nachweisen.

Deshalb schmecken Wässer unterschiedlich

Jedes Mineralwasser und jedes Heilwasser besitze eine eigene, unverwechselbare Zusammensetzung von Mineralstoffen und Spurenelementen, sagt Gerlinde Mock.

Deshalb schmeckten sie unterschiedlich und wirkten auch unterschiedlich.

Calcium, Magnesium, Natrium, Sulfat, Hydrogencarbonat und auch Kohlendioxid verändern zum Beispiel den Geschmack des Wassers. „Besonders bei Mineralwasser arbeiten wir mit den Grundgeschmacksarten süß, sauer, salzig und bitter“, erklärt die Wassersommelière.

Eine salzige Note haben Wässer, die viel Natriumverbindungen enthalten. Den Geschmack von Magnesium im Wasser beschreiben manche als bitter, andere als süßlich bis bittersüß. Sulfat im Wasser kommt bitter daher.

Rund 150 deutsche Mineralbrunnen bieten nach Angaben des Verbandes deutscher Mineralbrunnen mehr als 500 unterschiedliche Mineralwässer und über 20 im Handel erhältliche Heilwässer an. Die Vielfalt ist enorm.

Im Schnitt trinkt jeder Mensch in Deutschland eine halbe Flasche Mineralwasser pro Tag.

Im Schnitt trinkt jeder Mensch in Deutschland eine halbe Flasche Mineralwasser pro Tag. Foto: picture alliance / dpa

Im Durchschnitt trinken die Menschen in Deutschland laut dem Verband deutscher Mineralbrunnen mindestens eine halbe Flasche Mineralwasser (0,35 Liter) pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen täglich mindestens 1,5 Liter zu trinken.

Ein Lieblingswasser hat Gerlinde Mock nicht. Bei der Auswahl eines Mineralwassers komme es ihr auf die jeweilige Wirkung der Mineralstoffzusammensetzung an. „Wobei soll es mich unterstützen?“

Dieses Spurenelement ist gerade beliebt

Für jede Zielgruppe sei ein passendes Mineralwasser vorhanden. Aktuell sei das Spurenelement Lithium beliebt, weil es in Zusammenhang mit vielen Körpervorgängen als potenziell wichtig erachtet wird.

Gerlinde Mock hat einen Masterabschluss und Bachelorabschluss in Ernährungs- und Gesundheitspädagogik.

Mineralbrunnen beauftragen die Wassersommelière. Im Marketing tätige Personen suchen ihre Expertise, die sich auch auf Wein, Edelbrände, Bier, Tee, Kaffee, Milch, Fruchtsaft, Käse und Zigarren erstreckt. Gerlinde Mock veröffentlicht Beiträge in sozialen Medien und in Fachzeitschriften.

Wassertasting für Luxusmarke Dior

Und sie veranstaltet Tastings. Ein besonderer Anlass dazu ergab sich im Auftrag des Luxusgüterunternehmens Dior. „Das war, weil Dior ein Parfüm auf Wasserbasis auf den Markt brachte“, sagt Gerlinde Mock.

Im November reist die Wassersommelière nach Taipeh. In der Hauptstadt von Taiwan wird sie Jury-Mitglied bei der weltweit ersten Wasser-Meisterschaft sein.

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