TWenn das BBQ räuchert, weht ein Hauch von Picasso in Wedel
Karsten Glodeck und Susanne Tipke in ihrer Wehler Deel in Fredenbeck-Wedel. Foto: T. Meyer
In einer Sommerserie stellt das TAGEBLATT schöne Orte mit Bewirtung unter freiem Himmel im Landkreis Stade vor. Die Inhaber der Wehler Deel tischen Geschmackskunst auf.
Fredenbeck-Wedel. Einst sagte Pablo Picasso: „Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht. Und es gibt den, der mit Überlegung und Handwerk aus einem gelben Fleck eine Sonne macht.“
Susanne Tipke und Karsten Glodeck betreiben die Wehler Deel in Wedel und bringen die Lebensart des weltberühmtes Malers in ihr Landcafé. Wie?
Wedel wird für einen Abend zu Südamerika
Weißer Rauch steigt auf über einer Holzhütte, in der Hütte steht Karsten Glodeck am Grill. Es qualmt, riecht nach Eichenholz und die Fasern der Klamotten nehmen diesen Geruch auf.

Zart, saftig, würzig: Angus-Rindfleisch gart für die Gäste. Dazu gibt es Salate, Gemüse, Quesadillas mit Dips und im Anschluss Desserts. Foto: Meyer
Der Grillmeister bepinselt die zehn aufgespießten Stücke vom Angus-Rind mit einer Salmuera, einer Würzlake, damit das Fleisch besser gart, würzig schmeckt und saftig bleibt. Glodeck tippt mit den Fingern auf die Stellen vom Angus-Rind, in denen der Fleischsaft sitzt. Der soll für die Geschmacksexplosion sorgen. Fünf bis sieben Stunden gart das Fleisch über der Eichenholz-Glut.

Die Salmuera für das südamerikanische Fleisch auf dem Eichenholz-Grill: Im Topf sind Meerwasser, Zitronen, Orangen, Zwiebeln, Knoblauch, Thymian und Rosmarin. Foto: Meyer
Gerade bereitet der Gourmetkoch ein Südamerika-BBQ zu, das sogenannte Asado aus Argentinien. Die Wehler Deel lädt regelmäßig zu solchen Themenabenden ein. Hier kommt Picasso ins Spiel.
Kunstwerke in der Wehler Deel
Glodeck, der schon Merkel und Schäuble bekocht hat, arbeitete früher im Restaurant Eurotop von Eurogate in Bremerhaven und gab Managern Kochkurse. Diese schenkten Glodeck ein Kochbuch, in dem das besagte Picasso-Zitat stand und ihn inspirierte.
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Die Inhaber wollen den Besuch in der Wehler Deel mit Liebe zum Detail gestalten, zum Erlebnis machen und „nicht nur das Übliche“ machen, so Tipke. „Man kann ein Schnitzel auch als Kunstwerk anrichten.“

Speisen neben einem kleinen Teich, in dem ein Frosch wohnt, und in naturbelassener Gartenatmospähre: „Es soll eine Auszeit sein, die Gäste sollen hier einfach mal durchatmen können“, sagt Karsten Glodeck. Foto: Meyer
Glodecks Pinselstrich mit der Salmuera auf dem Fleisch ist ein Arbeitsschritt auf dem Weg zum fertigen Kunstwerk, dem Südamerika-BBQ-Büfett.
Keine Angst vor Graupen-Risotto
Seit 17 Jahren betreiben Tipke und Glodeck die Wehler Deel, wo das Paar auch wohnt und zuvor Tipkes Großeltern gelebt haben. 14 Mitarbeiter unterstützen im Landcafé mit seinen 85 Außenplätzen.

Seit 17 Jahren bewirten Susanne Tipke und Karsten Glodeck Gäste in der Wehler Deel. Links geht es in den Garten des Landcafés, durch die alte Dielentür rechts in den Innenbereich. Der älteste Teil des Gebäudes wurde 1948 gebaut. Foto: Meyer
Eines ist dem Gourmetkoch wichtig, wenn Gäste ans Büfett treten: „Sie müssen nicht alles aufessen, aber sollten zumindest probieren.“ Glodeck erklärt Gästen wie einem Schüler, der vor der Klasse ein Referat hält, ein Gericht: seine Zutaten, den Geschmack und warum genau das Essen den Gästen gut tut. „Die Leute gehen plötzlich an etwas ran, das sie sonst liegen lassen“, sagt Tipke. Und plötzlich schmeckt das Graupen-Risotto zum Wolfsbarsch - so überraschend als würden sie plötzlich vor der Sonne eines Picassos stehen.

Im Hintergarten der Wehler Deel ist auch Platz für Betriebs- und Familienfeiern wie Konfirmationen oder Trauungen bis 70 Personen. Foto: Meyer
Was kostet der Genuss? Vier Preisbeispiele
- Deinster Spargel mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise kostet 23 Euro, mit Kräuterrührei 26 Euro und mit kleinen Schnitzeln 29 Euro.
- Ein großer Salat mit gebratener Maispoularde, Kürbiskernvinaigrette und Baguette kostet 22 Euro.
- Eine Tasse Kaffee kostet 2,60 Euro.
- Ein gemischtes Eis mit drei Kugeln kostet 4,50 Euro.
Die Öffnungszeiten
Die Wehler Deel öffnet nur am Wochenende, freitags und samstags jeweils zwischen 14 und 18 Uhr. Sonntags ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet und am Frühstücksbüfett können Gäste an jedem Sonntag zwischen 9 bis 11.30 Uhr teilnehmen. Von 12 bis 14 Uhr können Hungrige aus warmen Speisen von der kleinen Mittagskarte auswählen. Kaffee und Kuchen gibt es an allen drei Tagen.

In der Wehler Deel gibt es immer eine große Auswahl an hausgemachten Blechkuchen und Torten. Foto: Meyer
An den Wochenenden vom 12. bis 14. Juli und 19. bis 21. Juli hat die Wehler Deel allerdings geschlossen.
Das Highlight
Die Betreiber veranstalten Themenabende, zu denen auch das Südamerika-BBQ zählt. Interessierte haben das nächste Mal am 27. Juni, 28. August und 4. September jeweils ab 19 Uhr die Chance auf Angus-Rind, Lamm, Schwein und Geflügel sowie Beilagen.
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Weitere Mottos sind die Mediterrane Landpartie (8. August), ein Grillbüfett, das sich der Mittelmeerküche widmet, sowie der Frauenabend „Cheer's my dears“ (14. August), ein Abend mit Antipasti, Cocktails und Gitarrenmusik des Staders Thomas Kiekebusch.

Meerschweinchen-Gucken ist vor allem bei kleinen Gästen in der Wehler Deel beliebt. Foto: Meyer
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