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Ruhestörung

TWo piept‘s? Stader sind auf der Suche nach einem mysteriösen Geräusch

Woher kommt das mysteriöse Piepen? Klaus-Dieter Schmidt hört es mehrfach täglich und hat noch keine Antwort gefunden.

Woher kommt das mysteriöse Piepen? Klaus-Dieter Schmidt hört es mehrfach täglich und hat noch keine Antwort gefunden. Foto: Stehr

Ein durchdringender Piep-Ton gibt in Stade Campe Rätsel auf. Rund um die Tennisanlage nervt das fiese Geräusch täglich die Anwohner. Ein Fall für Geräusch-Detektive.

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Von Lena Stehr
Samstag, 02.05.2026, 18:30 Uhr

Stade. Was sich seit einigen Wochen im Stader Stadtteil Campe abspielt, wäre ein Fall für Jan und Henry. Die beiden neugierigen Erdmännchen-Brüder aus der Kinder-Sendung Unser Sandmännchen sind nämlich spezialisiert darauf, unbekannte Geräusche zu entschlüsseln.

Der Piep-Ton ist das Gesprächsthema Nummer eins

Jan und Henry brauchen bummelig drei Minuten, um ihre nächtlichen, akustischen Rätsel zu lösen. Ein vermeintlicher Affe im Segelflugzeug entpuppt sich dann zum Beispiel als eingeschalteter Ventilator. Ganz so einfach scheint es in Campe nicht zu sein. Obwohl sich inzwischen schon diverse Leute umgehorcht haben und immer wieder ihre Ohren spitzen. Auf der Suche nach dem Ursprung eines mysteriösen Piep-Tons.

Sind genervt vom Piepen, nehmen es aber mit Humor. Die Tennisdamen und Klaus-Dieter Schmidt vom Stader Tennis Club am Lönsweg.

Sind genervt vom Piepen, nehmen es aber mit Humor. Die Tennisdamen und Klaus-Dieter Schmidt vom Stader Tennis Club am Lönsweg. Foto: Stehr

Der durchdringende Ton ist rund um die Tennisanlage des Stader Tennis Clubs am Lönsweg zu hören und dort das Gesprächsthema Nummer eins. „Täglich piept es hier. Vormittags, nachmittags, abends und auch nachts jeweils für wenige Minuten, dann ist für ein paar Stunden Pause“, sagt Klaus-Dieter Schmidt vom Tennis-Club. Er wohnt über dem Clubhaus und hat das Geräusch kürzlich abends um kurz vor 23 Uhr mit seinem Handy aufgenommen.

Das Geräusch werde zwischendurch leiser und dann wieder lauter. Der Platzwart vermutet, dass es aus nördlicher Richtung kommt. Der gleichen Meinung ist der Bewohner einer Penthousewohnung in der Nachbarschaft des Tennisclubs. Er hört das „Gejaule“ täglich auf seiner Terrasse. In Richtung Fröbelschule schwäche sich der Ton ab. Auch bei der Bäckerei Heyderich in der Harburger Straße sei das Geräusch kaum noch zu hören.

Ein Anwohner aus dem Salinenstieg - wenige hundert Meter südöstlich des Tennisclubs - ist nachts bei geöffnetem Fenster schon von dem Geräusch aufgewacht. Versuche, dem Ton hinterherzuradeln scheiterten. Dafür halte der Ton nicht lange genug an. Die Menschen aus Campe stehen vor einem Rätsel. Genau wie die Stadtverwaltung.

Die Stadt kann einige Ursachen ausschließen

Beim Ordnungsamt seien seit Anfang April mehrere Anrufe von Bürgern aus Campe eingegangen, die wissen wollten, woher das Geräusch kommt - und vor allem, wann es endlich aufhört. „Wir sind selber ratlos und hoffen auf weitere Hinweise“, sagt Stadtsprecher Stephan Voigt.

Bisher konnten immerhin einige Ursachen ausgeschlossen werden. Es handele sich demnach weder um den Fehlalarm einer Sirene noch um ein Baustellengerät. Auch ein Gerät zur Tiervergrämung im Garten komme nicht infrage.

Von einer fehlerhaften Signalanlage oder ähnlichem auf der nahegelegenen Bahnstrecke kommt das Geräusch wohl ebenfalls nicht. „Ich habe neulich Arbeiter an den Gleisen angesprochen, die konnten sich das auch nicht erklären“, sagt Klaus-Dieter Schmidt. Eine Vermutung hat er noch.

Womöglich stamme das Geräusch von einer Industriepumpe, die Alarm schlägt. Oder es stecke etwas Illegales dahinter, spekuliert der Platzwart. Die Polizei weiß bereits von den mysteriösen Piep-Attacken, hat aber auch noch keine heiße Spur.

„Sobald jemand das Geräusch hört, soll er uns anrufen“, sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach auf TAGEBLATT-Nachfrage. Das Ordnungsamt der Stadt Stade ist ebenfalls dankbar für jeden Hinweis. Sollte das Piepen anhalten, müssen wohl doch noch die Geräusch-Detektive Jan und Henry ihre Lauscher aufsperren.

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