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TWohnmobile: Diese beiden Küstenstellplätze sind bei Campern beliebt

Die „Platte“ am Fährhafen ist an sonnigen Feiertagen auch schon mal ausgebucht. Wohnmobilisten aus ganz Deutschland schätzen den Betonparkplatz an der Elbmündung.

Die „Platte“ am Fährhafen ist an sonnigen Feiertagen auch schon mal ausgebucht. Wohnmobilisten aus ganz Deutschland schätzen den Betonparkplatz an der Elbmündung. Foto: Kramp

Die Cuxhavener „Platte“ ist so spartanisch, dass der Erfolg des Stellplatzes überraschen könnte. Nur wenige Kilometer weiter wird aus einem Test ein neuer Dauerplatz.

Von Wiebke Kramp und Heike Leuschner Montag, 09.03.2026, 12:20 Uhr

Cuxhaven. Der Campingplatz mit Meerblick ist bekannt im ganzen Land - und die erste Reihe mit Sicht aufs Wasser ist begehrt. Der ganzjährig betriebene Wohnmobilstellplatz am Fährhafen in Cuxhaven wird gern als die „Platte“ bezeichnet, weil die Fahrzeuge auf einer mit Asphalt versiegelten Fläche stehen. Der gebührenpflichtige Stellplatz bietet 130 Wohnmobilen Platz.

Pro Nacht zahlen zwei Personen je nach Saison 14 Euro (November bis Februar) oder 19 Euro (März bis Oktober) inklusive Bettensteuer. Für Wohnmobile, die länger als 8 Meter sind, muss seit vorigem Jahr ein Aufpreis von 8,50 Euro gezahlt werden. In der Hauptsaison von März bis Oktober kommen dann Übernachtungskosten in Höhe von 27,50 Euro auf zwei Personen zu.

Sie haben sich die Plätze mit der besten Aussicht auf der „Platte“ unmittelbar am Wasser gesichert.

Sie haben sich die Plätze mit der besten Aussicht auf der „Platte“ unmittelbar am Wasser gesichert. Foto: Reese-Winne/Archiv

Platz ohne WC und Duschen

Der Platz selbst ist eher spartanisch ausgestattet. WC und Duschen sind auf dem Gelände nicht vorhanden. Der Platz liegt direkt zwischen Seebäderbrücke, Fähr- und Yachthafen an der Cassen-Eils-Straße. Bezahlt wird am Automaten. Die Entsorgungen von Grauwasser sowie Chemie-WC sind jeweils im Übernachtungspreis enthalten, Strom und Frischwasser werden nach Verbrauch bezahlt. An der Einfahrt von der Hauptstraße aus zum Wohnmobilstellplatz im Hafenbereich liegt die Ver- und Entsorgungsstation.

„Rund 21.800 Übernachtungen gezählt“

Die Platte gehört dem Hafenbetreiber Niedersachsen Ports GmbH & Co. KG (NPorts). Auf Nachfrage teilt Dörte Schmitz, Leiterin des Stabsbereichs Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit bei NPorts, mit, wie gut die Platte im zurückliegenden Jahr frequentiert wurde: „Auf dem Wohnmobilstellplatz haben wir im Jahr 2025 rund 21.800 Übernachtungen gezählt.“ Zu konkreten Ergebnissen im Sinne einer Gewinn- und Verlustrechnung sowie zu detaillierten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wollte der zum Land Niedersachsen gehörende Hafenbetreiber jedoch keine weiteren Angaben machen.

Ohne die tatsächlichen Aufwendungen beispielsweise für den Platzwart und die Unterhaltung der Infrastruktur zu kennen, ergibt eine Kalkulation mit 8,50 Euro Übernachtungskosten pro Person, dass die Platte für NPorts durchaus ein lukratives Geschäft sein dürfte. Laut dieser vorsichtigen Rechnung kommt eine jährliche Summe von 185.300 Euro zusammen.

Übernachten mit Blick auf Luftfahrtgeschichte

Reisen mit dem Wohnmobil sind beliebt. Mindestens genauso begehrt sind Urlaubsunterkünfte, die aus dem Rahmen fallen. Das Luftschiff- und Marinefliegermuseum Aeronauticum kombiniert beides.

Was im vergangenen Jahr als Testballon begann, soll nun dauerhaft etabliert werden: Die Museumsleitung hat die baurechtlichen Schritte eingeleitet, um insgesamt zwölf Wohnmobilstellplätze auf dem Außenareal des Aeronauticums anbieten zu können.

Bis zu zwei Nächte auf dem Areal des Nordholzer Luftschiff- und Marinefliegermuseums übernachten: Das Aeronauticum macht es möglich.

Bis zu zwei Nächte auf dem Areal des Nordholzer Luftschiff- und Marinefliegermuseums übernachten: Das Aeronauticum macht es möglich. Foto: Privat

Blick auf die historische „Kanzler-Maschine“ der BRD

Wohnmobilisten können die Nacht mit Blick auf historische Luftfahrzeuge verbringen, die auf dem Außengelände ausgestellt werden. Dazu gehört auch die VFW 614, die „Kanzler-Maschine“, die einst unter anderem 1977 in Mogadischu anlässlich der Schleyer-Entführung und im Zuge der deutschen Wiedervereinigung eingesetzt wurde.

Die Standorte für die Stellplätze liegen zum einen südlich des Museumskomplexes und zum anderen im südöstlichen Teil des Museumsgeländes. Hans-Peter Weber vom Stiftungsvorstand des Museums weist darauf hin, dass es sich um einen „Touristikplatz“ für bis zu zwei Übernachtungen handele, nicht um einen Campingplatz.

Mit Stromanschluss, aber ohne Schmutzwasserentsorgung

Touristikplätze werden abgegrenzte Gelände genannt, die für jedermann zum vorübergehenden Aufstellen von Reise- oder Wohnmobilen zugänglich sind.

Die Stellplätze, die ausschließlich für autarke Wohnmobile vorgesehen sind, sind befestigt und verfügen über einen Stromanschluss. Eine Schmutzwasserentsorgung ist dagegen nicht vorgesehen.

Rund 330 Stellplatz-Buchungen im ersten Jahr

Laut Weber war die erste Saison im vergangenen Jahr ein voller Erfolg. So habe das Museum innerhalb von fünf Monaten rund 330 Stellplatz-Buchungen gezählt und mehr als 10.000 Euro einnehmen können. „Wir haben auch jetzt schon eine Menge Anfragen für das laufende Jahr“, berichtet Weber. Insbesondere die Oster- und Pfingstfeiertage seien bereits gut gebucht.

Was den Platz neben den musealen Luftfahrzeugen besonders und für Gäste attraktiv macht, sind die bei Dunkelheit beleuchteten Flugobjekte und Wege auf dem Museumsgelände.

Offiziell startet die Wohnmobilsaison im Aeronauticum zu Ostern. „Wenn jetzt schon Wohnmobilisten kommen, die bei uns übernachten wollen, würden wir aber auch nicht Nein sagen“, meint Weber.

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