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Energiewende

TZeitplan wackelt: Batteriespeicher-Projekt bei Alfstedt stockt

Am Alfstedter Umspannwerk, hier die Baustelle aus dem Jahr 2021, ist ein Batteriespeicher-Projekt geplant.

Am Alfstedter Umspannwerk, hier die Baustelle aus dem Jahr 2021, ist ein Batteriespeicher-Projekt geplant. Foto: Algermissen

Die Batteriespeicher-Pläne in der Nähe des Umspannwerks im Kreis Rotenburg verzögern sich. Das sind die Gründe.

Von Birgit Pape Dienstag, 27.01.2026, 05:50 Uhr

Alfstedt. Erst am vergangenen Freitag ist im Landkreis Stade das erste Batteriespeicher-Projekt an den Start gegangen. 30 Megawattstunden Speicherkapazität hat be.storaged aus Oldenburg in Oersdorf (Gemeinde Ahlerstedt) in Betrieb genommen.

Zwei Stunden dauert es, bis die 30 Megawattstunden Speicherkapazität gefüllt sind. Ebenso schnell kann die Energie wieder ins Netz abgegeben werden. Wann es in welche Richtung geht, bestimmt künstliche Intelligenz (KI).

Firmen haben sich langfristige Pachtverträge gesichert

Rund 40 Kilometer weiter im Landkreis Rotenburg könnte ein weiterer Standort entstehen: Die Alleinlage des Umspannwerks in der Alfstedter Feldmark bietet optimale Bedingungen für die Errichtung von Batteriespeichern in dessen unmittelbarer Nähe. Sind doch bereits einige wichtige Stromleitungen vorhanden und die nächste Wohnbebauung relativ weit weg.

Das haben zahlreiche Batteriespeicher-Investoren erkannt und bereits vor Monaten Kontakt mit den Flächeninhabern rund um das Umspannwerk aufgenommen. Drei Bauvoranfragen der Projektierer-Firmen wurden vom Landkreis bereits positiv beantwortet. Inzwischen haben sich weitere Projektierer-Firmen langfristige Pachtverträge bei den Flächenbesitzern gesichert.

Bis zu 740 Megawatt können in der Spitze gespeichert werden

Für die Batteriespeicheranlagen sind Flächen von 5 bis 17,7 Hektar pro Anlage vorgesehen. Sie können jeweils zwischen 110 und 740 Megawatt-Peak Strom speichern. Die momentanen Pläne würden einen Flächenverbrauch von etwa 63,3 Hektar in der Gemeinde Alfstedt bedeuten. Die Firma Tennet möchte zudem in absehbarer Zeit auch noch ihr Umspannwerk erweitern. Die Flächen sind bereits dafür gesichert.

Im Dezember gab es nun eine Änderung im Baugesetzbuch, die eine schnelle Umsetzung der Projekte offenbar verzögern wird. Bisher galten die Batteriespeicher-Projekte rund um Umspannwerke als privilegierte Bauvorhaben, die der allgemeinen Energiesicherheit dienen. Ein langwieriges Bauleitplanverfahren war nicht notwendig.

Neue gesetzliche Vorgaben nicht erfüllt

Die Gesetzesänderung sieht nun vor, dass Batteriespeicheranlagen nur privilegierte Verfahren sind, wenn sie in einem Radius von 200 Metern um ein Umspannwerk liegen, eine Fläche von maximal fünf Hektar umfassen und eine Stromleistung von vier Megawatt-Peak bevorraten können.

Diese neuen Vorgaben treffen auf keines der geplanten Projekte in Alfstedt zu. Die geplanten Batteriespeicher sind deutlich größer. Die bereits positiv beantworteten Bauvoranfragen können in dieser Form wohl nicht schnell realisiert werden.

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