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TZum Abschied der Aufstieg? Bösch und Heeslingen sind im Rennen

Trainer Malte Bösch könnte zum Abschied sogar mit Heeslingen aufsteigen.

Trainer Malte Bösch könnte zum Abschied sogar mit Heeslingen aufsteigen. Foto: Demmer (Archiv)

Das Aufstiegsrennen in der Oberliga Niedersachsen ist extrem eng. Mittendrin: der Heeslinger SC - ausgerechnet mit seinem scheidenden Trainer. Gelingt der Coup?

Von Andreas Meier Donnerstag, 09.04.2026, 15:50 Uhr

Landkreis. Am Gründonnerstag verlor der Heeslinger SC allerdings das Nachbarschaftsduell gegen Verden mit 1:2. Es war die zweite Niederlage für den HSC in dieser bisher so stark verlaufenden Rückrunde, die den Verein aus der Samtgemeinde Zeven tatsächlich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Regionalliga führen könnte.

Und mittendrin in dieser Erfolgsgeschichte ein Trainer, der ab dem Sommer nicht mehr Trainer sein wird - Malte Bösch, der nach dem Oberliga-Abstieg mit der SV Ahlerstedt/Ottendorf 2023 zum HSC wechselte.

„Ich werde schon oft auf meine Situation hier in Heeslingen angesprochen“, so der 35-Jährige. „Und dann sage ich immer: Die Punkte holt nicht Malte Bösch, sondern das Team und ich freue mich für die Mannschaft und den ganzen Verein, dass es so gut läuft.“

Aufstieg wäre für Trainer und Verein eine Zugabe

In der Winterpause erfuhr Bösch - der zukünftige Trainer des TSV Bardowick -, dass sein Vertrag nach drei Jahren beim HSC nicht verlängert werden sollte. „Natürlich war ich enttäuscht“, so Bösch. „Aber nach ein, zwei Tagen habe ich mir gesagt, die Entscheidung muss ich akzeptieren und nun wollen wir die Rückrunde auch nicht verplempern, sondern Gas geben.“

Der HSC spielt tatsächlich eine bisher hervorragende zweite Saisonhälfte, gewann sieben der neun Begegnungen nach der Winterpause und der Aufstieg in die Regionalliga ist dadurch realistisch geworden. Derzeit ist Heeslingen Tabellenzweiter mit drei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Delmenhorst. Vier weitere Teams mischen noch mit. Der Oberligazweite kann sich über die Relegation auch für den Aufstieg qualifizieren.

Es wäre ein historischer Erfolg - nicht nur für den Dorfverein, sondern für die ganze Region.

Dabei spielt der HSC ohne den ganz großen Druck. „Wir müssen hier nicht aufsteigen“, so Dominique Schneider, 1. Vorsitzender des Heeslinger SC. „Aber falls es uns gelingen sollte, dann werden wir diesen Weg gehen.“

Die Vorbereitungen im Hintergrund laufen schon. „Als Aufsteiger müssten wir gewisse Auflagen erfüllen, zum Beispiel was den Gäste-Bereich betrifft. Da liegen schon die ersten Pläne vor“, so Schneider.

Der einstige JFV-Trainer setzt auch auf Talente

Ein Grundstein für die Heeslinger Erfolge, nicht nur in dieser Saison, ist die seit Jahren hervorragende Jugendarbeit des JFV A/O/B/H/H, die zum Beispiel Werders Jung-Profi Mick Schmetgens hervorgebracht hat.

Trainer Malte Bösch war selbst Nachwuchstrainer beim JFV - gemeinsam übrigens mit Yannick Viol, dem U23 Co-Trainer von Werder Bremen und auch Dominique Schneider wirkte zu dieser Zeit als Jugendtrainer im Verein.

Auch in dieser Saison machen einige junge Spieler auf sich aufmerksam - Tjade Motzkus unter anderem, dessen Vater Timo einst beim VfL Stade spielte. „Es macht richtig Spaß in dieser Mannschaft“, so der 19-Jährige. „Allein schon wie wir in der Trainingswoche arbeiten, wie wir am Wochenende auf dem Platz zusammen stehen. Das ist schon cool“, so Motzkus.

Bösch stellt sich in den Dienst des Vereins

Das JFV-Talent lobt auch explizit die Arbeit von Malte Bösch. „Wie er hier vorangeht, sich um alle kümmert, alles gibt. Das ist schon beeindruckend. Es wäre schön, wenn wir ihm einen tollen Abschluss schenken könnten.“

Malte Bösch wehrt die Aufstiegsträume ab. „Es geht hier nicht um mich, sondern um die Mannschaft und den Verein“, so der Trainer. „Ich habe hier die Möglichkeit bekommen, drei Jahre in einem so tollen Verein arbeiten zu dürfen und werde bestimmt auch nach meiner Zeit als Trainer immer wieder als Zuschauer ins Waldstadion zurückkehren. Ich wünsche meinem Nachfolger Nico Matern, der ein guter Kumpel von mir ist, und dem Verein für die Zukunft alles erdenklich Gute.“

Am Sonntag (15 Uhr) empfängt der Heeslinger SC den einstigen Regionalligisten VfV Hildesheim. Der Tabellensechste hat drei Nachholspiele und könnte theoretisch in der derzeitigen Tabelle Zweiter sein anstatt Heeslingen. Das Aufstiegsrennen ist extrem eng.

Neuer Co-Trainer ist ein bekannter Name

Der Heeslinger SC hat Dimitri Fiks als neuen Co-Trainer für den kommenden Trainer Nico Matern verpflichtet. Fiks spielte jahrelang für A/O und D/A (kam auf 63 Regionalligaeinsätze zwischen 2016 und 2020). Bis zur vergangenen Saison war Fiks fünf Jahre Co-Trainer von Benjamin Zielke bei D/A II.

Nach einer kleinen Fußballpause freue er sich auf die neue und spannende Aufgabe, so Fiks. Er wolle sich selbst sowie jeden einzelnen Spieler weiterentwickeln.

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