TAltländer nehmen Besucher mit auf Expedition entlang der Este
Das Kunstkollektiv Flunst baut seine Ausstellung „Expedition Este #1: Der Aufbruch“ im Museum Altes Land auf. Foto: Vasel
Elf Künstlerinnen und Künstler nehmen Kunstfreunde im Museum Altes Land mit auf eine Reise entlang der Este. Sie haben eine Mission: Menschen verbinden und Natur bewahren.
Jork. Vom 12. April bis 31. Oktober läuft ihre Kunstausstellung „Expedition Este #1: Der Aufbruch“ mit einem Begleitprogramm im Museum in Jork. Elf Künstler sind mit dem Kanu und der Kamera, mit dem Pinsel und dem Notizbuch auf eine Entdeckungsreise gegangen.
Den Fluss Este künstlerisch erforschen
Der Gang durch die von Carmen Breuker kuratierte Ausstellung im Obergeschoss wird zur Reise im, am und auf dem Fluss - mal wild und rauschend, mal ruhig und meditativ. Im Zentrum können sich Besucher an einer Lichtinstallation, wie am Lagerfeuer, austauschen oder die Zellteilung „als Symbol des Lebens“ an der Decke beobachten.

Lichtinstallation bei der Flunst-Ausstellung im Museum Altes Land. Foto: Vasel
Flunst spinne den roten Faden weiter, so Breuker: die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Fluss, an dem die Künstler leben. Malerei, Plastik, Installation, Musik, Fotos, Texte, Videokunst und Performance präsentieren: Marlies Abramowski, Rossella Alba, Carmen J. Breuker, Steffen Gill, Jakob Harms, Lenya Kraske, Christoph Reimers, Anping Richter, Mascha Richter, Anja Tiedemann, Thorsten Wilrodt. Sie fordern Besucher zum Mitmachen auf, sie können ein Expeditionstagebuch ausfüllen.

Stint - bedroht und begehrt. Foto: Vasel
Seit der Gründung im Januar 2024 hat Flunst zwei Ausstellungen in Estebrügge und eine in Berlin gezeigt. In Jork will Flunst, das Kunstwort steht für Fluss und Kunst, sich neue Räume erobern, das Museale bewusst aufbrechen und mit den Prozessen der Gegenwart verbinden. Exponate waren bereits im Oktober 2025 beim Festival „Fluid Interdisciplinarities“ der Humboldt-Universität im Anatomischen Theater in Berlin - gefördert im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern und den Kulturfonds der Gemeinde Jork - zu sehen.
Letztlich sehen sie sich, so Gill, als „Lobby für die Este“ - für die Flora und Fauna, aber auch die Menschen. Sie schwärmen von der Schönheit des Flusses. Doch die Lebensader von Natur und Obstbau sei bedroht - unter anderem durch Elbvertiefung (Schlick) und Klimawandel.
Kunstkollektiv Flunst setzt auf Austausch
Sonntag, 19. April, 15 Uhr: Die Künstlerin Marlies Abramowski lädt bei einem Artist Walk zu einer Entdeckungsrunde um die Brücken in Estebrügge. Mit Kamera und/oder Skizzenbuch ausgerüstet werden visuelle Besonderheiten eingefangen, immer den Vögeln auf der Spur. Dauer: 1,5 Stunden. Treffpunkt ist das FLUNSTitut in der Estebrügger Straße 42.
Sonntag, 3. Mai, 15 Uhr: Die Künstlerin Dr. Anja Tiedemann zeigt ihre Fotosequenz „Von hier - Doppelporträt in Bildern und Worten“ und erklärt ihre Arbeitsweise. Mit ihren Gästen, den Altländer Bioobstbauern Katrin und Dierk Augustin, diskutiert sie im Museum Altes Land die Chancen von Zugezogenen, jemals richtig dazuzugehören. Das Publikum ist eingeladen, eigene Erfahrungen einzubringen.
Sonntag, 7. Juni, 15 Uhr: Special-Effects-Artist Steffen Gill eröffnet faszinierende Einblicke in die verborgene Magie des Wassers. Mit beeindruckenden Bildern und Filmaufnahmen zeigt Gill, wie flüchtige Bewegungen und feinste Strukturen sichtbar werden, wenn Zeit für Sekundenbruchteile stillzustehen scheint. „Dafür muss man nicht weit reisen, die spektakuläre Ästhetik des Wassers liegt direkt vor uns“, sagt er.
Teilnehmer haben die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Mit einer Hochgeschwindigkeitskamera lassen sich einzigartige Momente einfangen, die dem bloßen Auge sonst verborgen bleiben. Eine Einladung zum Staunen, Experimentieren und neu Sehen.

Die elf Flunst-Künstler gingen mit Kanu und Kamera, mit Pinsel und Notizbuch auf eine Entdeckungsreise, hier bauen sie die Ausstellung im Museum auf. Foto: Vasel
Sonntag, 6. September, 15 Uhr: Wie klingt ein Fluss? Ein musikalischer Feldversuch über das Hören von Landschaft und Menschen. Multi-Instrumentalist Thorsten Wilrodt präsentiert seine Komposition „Barghusen“ mit Original-Tonaufnahmen von der Este und einem Publikumsgespräch im Anschluss.
Sonnabend, 31. Oktober, 15 Uhr: Zur Finissage der Ausstellung berichtet Anping Richter mit einer Lecture-Performance von ihrer Jagd auf ein lebendes Fossil, dessen Bestand in der Este gefährdet ist. Zum interaktiven Neunauge-Vortrag sind Freunde wie Feinde des Rundmauls willkommen.

Das Kunstkollektiv im Flunstitut in Estebrügge. Foto: Flunst
„Expedition Este“: Öffnungzeiten und Kosten
Die Ausstellung „Expedition Este“ wird am Sonnabend, 11. April, 15 Uhr, eröffnet. Die Liedermacherin Eva Engelbach begleitet die Eröffnung auf ihrem Akkordeon. Die Flunst-Ausstellung ist von April bis Oktober täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt: Wer die Schau ab Sonntag im Museum in Westerjork 49 besuchen will, zahlt 4 Euro (Erwachsene), ermäßigt 2 Euro. Es gibt ein Kinderprogramm. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Das Ticket gilt für Sonder- und Dauerausstellung.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.