TBlitzeinschlag: Feuerwehr rettet eines der ältesten Häuser im Kreis Stade
Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mit Hilfe der Drehleiter, anschließend wurde ein Teil des Reetdachs abgedeckt. Foto: Vasel
Großalarm für die Feuerwehren in der Gemeinde Drochtersen. Die Meldung: Blitzeinschlag in Reetdachhaus. So lief der Einsatz in Assel.
Assel. Gegen sechs Uhr schlug am Freitagmorgen der Blitz in ein reetgedecktes Wohn- und Wirtschaftsgebäude an der L111 in Assel ein. Die Bewohner wählten sofort die Notrufnummer. Nachdem durch den Blitzschlag die Stromverteilung zerstört worden war, hatten die Bewohner einen Feuerschein im First oberhalb der Groot Dör - im Bereich des früheren Stalls - bemerkt. „Es glimmte“, sagte der Sprecher der Polizeiinspektion Stade, Matthias Bekermann.
Blick auf die Einsatzstelle in Assel: Das Denkmal ist eines der ältesten Häuser des Kreises Stade. Foto: Vasel
Die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen setzte ein Großaufgebot in Marsch. Die Ortsfeuerwehren Assel, Asselermoor, Bützfleth (inklusive der Löschgruppe Bützflethermoor) und Drochtersen rückten mit mehr als 100 Einsatzkräften aus.
Anwohner berichteten, dass sie einen lauten Knall gehört hätten. Beim Eintreffen der Feuerwehr waren „Rauch, Flammen und viel Glut zu sehen“, sagte der Gemeindebrandmeister der Gemeinde Drochtersen, Arnd König, dem TAGEBLATT. Das äußere Reetdach des Baudenkmals brannte auf einer Fläche von etwas mehr als einem Quadratmeter. Im Inneren waren Teile des Gebäudes stark verraucht.
Drehleiter aus Drochtersen bewährt sich
Sofort sei die Drehleiter der Ortsfeuerwehr Drochtersen vor dem Gebäude in Stellung gebracht worden. Unter schwerem Atemschutz bekämpften Feuerwehrleute den Brand aus luftiger Höhe, gleichzeitig rückten Trupps unter schwerem Atemschutz ins Gebäude vor. „Innen war das Reet schwarz“, berichtete König.

Atemschutz-Träger rücken vor. Foto: Vasel
Der Feuerwehr gelang es, den Brand schnell zu löschen. Entscheidend war - neben der schnellen Alarmierung - der Einsatz der neuen Drehleiter, so Gemeindebrandmeister Arnd König. „Diese hat sich bei dem Einsatz bewährt“, betont König. Dadurch konnte das Ausbreiten des Feuers früh- und rechtzeitig verhindert werden. Die beiden Bewohner blieben unverletzt.
Erst seit 2024 verfügt Drochtersen über eine eigene Drehleiter, sie war vorher bei der Ortsfeuerwehr Buxtehude im Einsatz. Davor mussten die Kehdinger auf die Stader warten. Auch der Dauerregen wurde während des Einsatzes offenbar zum Verbündeten der Feuerwehr. Das Reet zündete nicht durch.
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Mit Hilfe von Wärmebildkameras suchten die Einsatzkräfte nach dem Löschen den Dachstuhl nach weiteren Glutnestern ab. Die Eternit-Platten im Brandbereich wurden mit Einreißhaken entfernt.
Für den Einsatz musste die Landesstraße L111 - auf der Höhe der Wether Straße 5 - voll gesperrt werden. Der Verkehr wurde am Elbdeich über die Barnkruger Hafenstraße, Elberadweg und die Straße Am Elbdeich umgeleitet. Später lief der Verkehr wieder halbseitig, um 8.30 Uhr wurde die L111 wieder freigegeben.

Die L111 in Assel musste - auf der Höhe der Wether Straße 5 - voll gesperrt werden. Foto: Vasel
Durch ihren Einsatz haben die Einsatzkräfte eines der ältesten Häuser im Landkreis Stade vor der Zerstörung bewahrt. Das giebelständige, reetgedeckte Zweiständerhaus stammt im Kern aus den Jahren 1650 bis 1700. Der Wirtschaftsgiebel des Fachwerkhauses wurde um 1880 massiv in Backstein erneuert - mit dekorativ gesetzten Mauerankern und flachbogige Öffnungen.
Am Wohngiebel, von der Straße nicht sichtbar, sind aufwendige und stark profilierte Knaggen aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu bewundern. Laut der Angaben im Niedersächsischen Denkmalatlas besteht „an seiner Erhaltung besteht aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen wegen des ortsgeschichtlichen, gebäudetypischen und ortsbildprägenden Zeugniswerts ein öffentliches Interesse“.
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