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Protest

TDemo in Jork: Gemeinsam Deich für Demokratie und Miteinander weiterbauen

Gegendemo für Vielfalt und Demokratie auf dem Altländer Markt in Jork, zeitgleich setzt die AfD an der Lessingstraße beim Kommunalwahlkampf auf Bratwurst und Bier.

Gegendemo für Vielfalt und Demokratie auf dem Altländer Markt in Jork, zeitgleich setzt die AfD an der Lessingstraße beim Kommunalwahlkampf auf Bratwurst und Bier. Foto: Vasel

Mehr als 100 Menschen haben am Sonnabend in Jork ein Zeichen gesetzt - für Demokratie und Vielfalt. Mittendrin: die neue Gruppe Eltern gegen Rechts.

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Von Björn Vasel
19.07.2026, 18:50 Uhr

Jork. Mehr als 70 Gruppen zählt das Bündnis Eltern gegen Rechts mittlerweile in Deutschland und in Österreich. Jetzt hat sich auch eine Gruppe im Kreis Stade gegründet. Bei der Demo für Demokratie und Vielfalt auf dem Altländer Markt in Jork gehörte die Gruppe mit dem Bunten Block Buxtehude und den Omas gegen Rechts bereits zu den Mitorganisatoren.

Katrin und Peer Hauschildt vom Bunten Block im Gespräch mit Moritz Tebbe und Sebastian Hamm von Eltern gegen Rechts sowie Marion Meyer von Omas gegen Rechts (von links).

Katrin und Peer Hauschildt vom Bunten Block im Gespräch mit Moritz Tebbe und Sebastian Hamm von Eltern gegen Rechts sowie Marion Meyer von Omas gegen Rechts (von links). Foto: Vasel

Inspiriert von der Initiative Omas gegen Rechts, hatte sich die erste Eltern-gegen-Rechts-Gruppe am 8. März 2024 in Berlin gegründet - als Reaktion auch auf das „Potsdamer Treffen“ vom November 2023. In einer Potsdamer Villa hatten unter anderem Rechtsextremisten aus den Reihen von Identitärer Bewegung und Alternative für Deutschland (AfD) über die Zwangsausweisung von Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, einschließlich bereits eingebürgerter Staatsbürger, diskutiert.

Eltern starten bundesweite Petition

Eltern gegen Rechts haben eine bundesweite Petition auf der Plattform „We act!“ von Campact gestartet. Knapp 95.000 Menschen unterstützen die Petition bereits. Diese richtet sich an die Vorsitzenden der demokratischen Parteien. Ihr Appell: „Schützen Sie unsere Demokratie - jetzt.“ Die politische Lage in Deutschland sei alarmierend. Die Mütter und Väter fürchteten um die Zukunft ihrer Kinder. Im Wahlkampf dürfe die Themensetzung „nicht der AfD überlassen werden“. Dieses würde nur Anti-Demokraten stärken und eine menschenverachtende Sprache und Ideologie normalisieren. Der Ausgang der Wahlen in den USA sollte jedem Demokraten eine Warnung sein. Wer sich auf den Populismus einlasse, gefährde die Demokratie.

„Wir wollen uns für unsere Demokratie einsetzen“, sagt Sebastian Hamm aus Ladekop. Die lokale Gruppe wolle sich nicht nur bei Demonstrationen, sondern auch in Schulen und Kitas für diese starkmachen. Schweigen und wegschauen, das sei für sie keine Option. Schließlich gehe es um die „Zukunft unserer Kinder“, ist sich Hamm auch mit dem Grünendeicher Moritz Tebbe einig. Die Gruppe ist noch im Aufbau. Bildungsangebote soll es geben. Sie wollen ihre Kinder stärken, damit sie nicht nur auf Plattformen „wie TikTok“ widerstandsfähiger gegen Hetze, Hass, extremistische Propaganda und Cybermobbing werden. Die Eltern gegen Rechts haben bereits einen eigenen Instagram-Kanal. Außerdem gelte es, Demos kinderfreundlicher zu gestalten - etwa mit Extra-Bereichen für Eltern und Kinder.

Altländer sagen Nein zur Alternative

Mit ihrer Kundgebung für Demokratie bauten die Demonstranten am Sonnabend einen symbolischen Deich „für Freiheit und friedliches Miteinander“. Mehr als 100 Menschen waren laut Polizei vor Ort. Gemeinsam hätten die Altländer die von Migranten aus Holland gebauten Deiche erhalten. „Das ist unsere DNA“, sagte der Moorender Peer Hauschildt vom Bunten Block.

Die AfD setzt am Altländer Markt in Jork auf Bratwurst und Bier.

Die AfD setzt am Altländer Markt in Jork auf Bratwurst und Bier. Foto: Vasel

Diese dürfe nicht rechten Scharfmachern von der AfD zum Opfer fallen. In der Gemeinde Jork laufe es. Hauschildt lobte Rat, Verwaltung und Bürgermeister und verwies beispielhaft auf Schule und Feuerwehr. Es gelte, das Grundgesetz zu schützen. Das stehe für 77 Jahre Frieden. Die AfD hingegen stehe nicht für Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Demokratie sowie Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Hauschildt: „Die wollen nur Brücken in die dunkelste Vergangenheit bauen.“ Doch Demokratie lebe von Diskurs und Konsens.

„Seid wachsam“

„Bratwurst und Bier kann ich aushalten. Aber ich kann keinen Rassismus, keinen Hass und keine Hetze aushalten“, sagte Hauschildt mit Blick auf die zeitgleiche AfD-Veranstaltung an der Lessingstraße. Sein Appell: „Seid wachsam, wenn ihr Hass- und Hetzparolen hört. Widersprecht. Mischt euch ein. Und lasst uns gemeinsam unseren Deich für Demokratie und Miteinander weiterbauen. Wir entscheiden, welche Brücken in die Zukunft führen. Bleibt bunt.“

Marion Meyer von Omas gegen Rechts redet auf dem Altländer Markt in Jork.

Marion Meyer von Omas gegen Rechts redet auf dem Altländer Markt in Jork. Foto: Vasel

Die Politik der AfD erinnere an das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte. „Wir müssen uns eingestehen: Die Nazis sind nie weggewesen“, sagte Marion Meyer von den Omas gegen Rechts. Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt gewinnen, würden in den ersten 100 Tagen Beamte nach Freund und Feind sortiert. Sie warnte: „Sie sind die, die am Ende andere Meinung nicht mehr zulassen werden.“

Else Zager von Omas gegen Rechts sucht das Gespräch mit dem AfD-Landratskandidaten Werner Jacobs (links). Mit dem TAGEBLATT will Jacobs nicht über seine Partei und die Gegendemo sprechen.

Else Zager von Omas gegen Rechts sucht das Gespräch mit dem AfD-Landratskandidaten Werner Jacobs (links). Mit dem TAGEBLATT will Jacobs nicht über seine Partei und die Gegendemo sprechen. Foto: Vasel

Was der AfD-Landratskandidat Werner Jacobs von Gegendemo und Nazi-Vorwürfen hält, hätte das TAGEBLATT am Bratwurststand gerne in Erfahrung gebracht. Doch: „Mit Ihnen rede ich nicht“, sagte Jacobs kurz und knapp.

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