Zähl Pixel
Rathaus

TDoppelschlag in Apensen: Abschied von Kämmerer und Bauamtsleiterin

Das Apenser Rathaus.

Das Apenser Rathaus. Foto: Susanne Laudien

Im Rathaus in Apensen ist wieder Stühlerücken angesagt. Bauamt und Kämmerei stehen jetzt ohne Führung da: Das sind Abgang Nummer zwei und drei innerhalb weniger Wochen.

author
Von Miriam Fehlbus
Dienstag, 17.02.2026, 17:22 Uhr

Apensen. Charlotte Richter, 24 Jahre jung und von der Politik geschätzt, ist gerade erst zur stellvertretenden Gemeindedirektorin gewählt worden: eine positive Personalentwicklung im Apenser Rathaus. Dem gegenüber stehen drei Abgänge innerhalb weniger Wochen. Nach dem Weggang von Richters Vorgänger Edgar Rot, der die Verwaltung der Samtgemeinde Apensen zum 1. März verlässt, folgen ihm Bauamtsleiterin Gesa Abram und Kämmerer Kai Pauls.

Kämmerei: Kai Pauls hielt bisher am längsten durch

Kai Pauls war Anfang 2023 nach Apensen gekommen. Warum er aus Eigeninitiative jetzt den Schlussstrich zog, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall war er länger als seine Vorgängerinnen im Amt. Jessica Ulrich, die im Februar 2022 gekommen war, hatte bereits nach acht Monaten zum Jahresende gekündigt. Davor kündigte Kämmerin Margit Reschke nach zweieinhalb Jahren. Das war im Dezember 2021.

Reschke gehörte der Samtgemeinde-Verwaltung mit einer kurzen Unterbrechung rund 40 Jahre an und war Mitte 2019 Nachfolgerin des langjährigen Kämmerers Peter Riebesell.

Sorgenkind Bauamt: Seit 2021 nur Abgänge in Apensen

Eine ähnliche Situation, nur dramatischer, zeigt sich beim Blick in die Veränderungen in der Leitung des Bauamts: Nachdem die einstige Bauamtsleiterin Sabine Benden im Mai 2021 nach 19 Jahren in Apensen gekündigt hatte, kehrte in das Amt überhaupt keine Konstanz mehr ein. Ein 2022 eingestellter stellvertretender Bauamtsleiter blieb nur wenige Monate. 2023 verließ die langjährige Sachbearbeiterin im Bauamt, Kirsten Zegenhagen, die zuletzt auch die Leitung übernommen hatte, das Rathaus. Im Juni 2024 blieb ein Nachfolger aus gesundheitlichen Gründen ganze fünf Wochen im Amt. Einige Bewerber hatten sich zwar danach vorgestellt, aber keiner schien geeignet.

Gesa Abram: Ende für die Bauamtsleiterin in der Probezeit

Nun geht Gesa Abram, die erst im Oktober 2025 in Apensen vorgestellt wurde, noch innerhalb der Probezeit. Aus dem nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss war nur zu hören, dass es zwischen beiden Seiten nicht gepasst haben soll. Die Entscheidung ging schließlich von der Kommune aus.

Apensens Samtgemeindebürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock bestätigte die Personalien und Abläufe auf Nachfrage. Auf die Frage, welche Auswirkungen das auf die tägliche Arbeit im Rathaus habe, erklärte Beckmann-Frelock: „Wir hatten diese Situation bereits in 2021 schon einmal und haben das hervorragend gemeistert. Es wird eben anders priorisiert, und die Kollegen in allen Fachbereichen sind sensibilisiert und unterstützen uns“ mit allen Kräften. Mit „uns“ sind Charlotte Richter und Beckmann-Frelock als Verwaltungsspitze gemeint.

Stellvertretungen sind gefordert - und im Klausurenstress

Die Vertretung für die frei gewordenen Posten solle im Baubereich die stellvertretende Fachbereichsleitung übernehmen, die bereits vor dem Start von Gesa Abram, beide Aufgaben wahrgenommen habe und dies jetzt wieder tun werde. „Auch im Fachbereich Finanzen gibt es eine Stellvertretung, da diese Person aber aktuell noch ihren Angestelltenlehrgang II für die Samtgemeinde Apensen beendet und sich in der Klausurenphase befindet, erfolgt die Vertretung durch mich“, so Beckmann-Frelock.

Bereits bei den Sitzungen des Schulausschusses und in der Ratssitzung der Gemeinde Apensen habe dies gut geklappt. Die Stelle der Fachbereichsleitung Bauen sei auch bereits auf Interamt online und die Fachbereichsleitung Finanzen werde diese Woche online gestellt.

Grundlegende Strukturprobleme: Wer übernimmt?

Ein Blick auf die Posten in Leitungsfunktion offenbart Strukturprobleme, die eine Neuorganisation im Rathaus Apensen für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger als Verwaltungschef nach der Wahl im September zur Herausforderung werden lassen. Auch Petra Beckmann-Frelock, die im Mai 2019 mit 52,76 Prozent der Stimmen zur Samtgemeindebürgermeisterin gewählt wurde, wird das Rathaus verlassen. Sie steht, wie berichtet, nicht erneut als Kandidatin zur Verfügung. Als bisher einzige Bürgermeister-Kandidatin wird Tanja von der Bey (parteilos) gehandelt. Die einstige Chefin im Apenser Ordnungsamt und Standesamt war Teil der Kündigungswelle 2021. Sie ging zum Landkreis Stade, ist jetzt beim Amt für Soziales und Teilhabe beim Landkreis Stade Abteilungsleiterin und stellvertretende Amtsleiterin.

Zahlreiche Personalwechsel: Ruhe ins Rathaus bringen

Tanja von der Bey will nach eigenen Angaben wieder Ruhe ins Rathaus bringen. Zahlreiche Personalwechsel hätten die Verwaltung in einigen Bereichen an den Rand der Handlungsunfähigkeit gebracht. Als Chefin der Verwaltung wolle sie das Vertrauen wiederherstellen - sowohl bei Mitarbeitenden als auch zur Politik.

Der Name Tanja von der Bey ruft auch Erinnerungen an die Kommunalwahl 2021 auf den Plan. Weil die langjährige Mitarbeiterin zuvor das Rathaus verlassen hatte, kam es im Apenser Rathaus zu einem Engpass der qualifizierten Rathausmitarbeiter.

Kommunalwahl: Kreis blickt auf geeignete Maßnahmen

Auf Bitte des Kreiswahlleiters war von der Bey für die Wahl noch einmal eingesprungen. Bei der diesjährigen Wahl kann sie das als Kandidatin für das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin natürlich nicht tun.

Edgar Rot steht auch nicht mehr zur Verfügung. „Die Änderungen ergeben sich aus dem Wahlrecht, so sind dann Frau Richter und ich, je nach Kommune, wo wir Gemeindedirektorin beziehungsweise Stellvertretung sind, von Gesetzes wegen Wahlleitung“, antwortet Petra Beckmann-Frelock auf die Frage der Zuständigkeit für die Wahl. Aus dem Kreishaus kommt als erste Reaktion auf die Anfrage eine allgemeingültige Antwort: „Die Kreiswahlleitung hat eine ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen im gesamten Kreisgebiet sicherzustellen und wird bei Bedarf geeignete Maßnahmen ergreifen, um die Kommunen zu unterstützen, damit dies gelingt.“

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel