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Badeunfälle

TErtrinken ist weltweit die Haupttodesursache bei Kindern

Schwimmenlernen ist für Kinder lebenswichtig.

Schwimmenlernen ist für Kinder lebenswichtig. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Ertrinken gehört zur häufigsten Unfallursache bei Kindern. Die Zahl der Nichtschwimmer ist alarmierend hoch. Dazu Fakten, Hintergründe – und Anbieter von Schwimmkursen.

Von Susanne Laudien Montag, 04.05.2026, 05:50 Uhr

Apensen. Die Freibad-Saison ist eröffnet – der Badesee in Fredenbeck und das Hollenstedter Freibad starteten am 1. Mai – weitere Freibäder folgen im Laufe des Monats. Doch die Badefreuden bergen vor allem für Kinder Gefahren.

Etwa ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind Nichtschwimmer, teit die DLRG mit. Vergangenes Jahr gab es 321 Todesfälle in den Gewässern. Ertrinken sei weltweit eine Haupttodesursache bei Kindern unter fünf Jahren. Gründe: geschlossene Schwimmbäder, mangelnder Schwimmunterricht und lange Wartelisten für Kurse.

Gefahren durch Planschbecken und Gartenteiche

Besonders gefährlich für Kinder unter fünf Jahren sind Wasserflächen, die im Alltag harmlos erscheinen, warnt die Stiftung Kindergesundheit. Dazu zählen Planschbecken, Gartenteiche, Regentonnen oder sogar Pfützen.

Bei Schulkindern ereignen sich Badeunfälle häufiger in öffentlichen Schwimmbädern. Jugendliche geraten meist in Seen oder Flüssen in Gefahr, häufig durch Selbstüberschätzung.

Warum Kinder beim Ertrinken nicht schreien

Kleinkinder, die ins Wasser fallen, geraten oft mit dem Gesicht nach unten – durch ihre noch nicht vollständig entwickelte Motorik sind sie nicht in der Lage, sich selbstständig aus dieser Position zu befreien, so Experten.

Zudem kann es beim Eintauchen zu einem Spasmus der Stimmbänder kommen. Dieser Reflex blockiert die Atmung und verhindert jeden Laut. Das Kind geht einfach unter, ohne dass es jemand bemerkt.

Rückgang der Seepferdchen-Abzeichen

Seit 2017 hat sich laut DLRG die Zahl der Nichtschwimmer verdoppelt. Nur etwa 40 Prozent der Kinder erreichen am Ende der vierten Klasse das Schwimmabzeichen Bronze, das für sicheres Schwimmen steht. Das Seepferdchen-Abzeichen sei zwar ein wichtiger Einstieg, so die DLRG, dennoch müssen Eltern ihre Kinder weiter intensiv am und im Wasser beaufsichtigen.

53.660 Kinder erhielten 2025 bei der DLRG ihr Seepferdchen, fast 4000 weniger als im Jahr davor (57.472). Die Wartezeiten für Kursplätze in der Anfängerschwimmausbildung haben laut DLRG nochmals um etwa zehn Prozent zugenommen. Nur noch die Hälfte der örtlichen Vereine führen eine Warteliste, den anderen sei das zu viel Aufwand.

Hier gibt es Schwimmkurse für Kinder

Die DLRG-Ortsgruppen, etwa in Harsefeld, Fredenbeck und Stade, bieten Schwimmkurse für Kinder. In Stade finden die Kurse samstags im Hallenbad des Solemios statt. Eine Anmeldung ist ab 1. Juni möglich unter: stade.dlrg.de/kurse-und-sicherheit/schwimmausbildung/. In Fredenbeck beginnen die Seepferdchen-Kurse ab Herbst. www.fredenbeck.dlrg.de.

Beim VfL Stade ist für einen Schwimmkurs eine Vereinszugehörigkeit Voraussetzung. www.vfl-stade.de.

Beim Buxtehuder Sportverein (BSV) starten die nächsten Schwimmkurse für Kinder Mitte September. Freie Plätze werden im August vergeben. https://bsv-buxtehude.de/dein-kursangebot/kinderschwimmkurse/.

Der TuS Harsefeld bietet Aufbau-Schwimmkurse für Kinder. https://www.tus-harsefeld.de/sparten/schwimmen/.

Der Verein für Rehasport und Gesundheitsförderung bietet Schwimmkurse für Kinder in Harsefeld und Kutenholz. https://www.xn--vereinfürrehasport-82b.de/.

Bei Robby die Schwimmschule in Apensen gibt es Babyschwimmen, Flipper, Seepferdchen und Schwimmschule. https://robby-schwimmschule.de/kurse-fuer-kinder/.

Die Schwimmschule Delphin in Hollenstedt hat eine Warteliste. Anmeldung unter https://schwimmschule-delphin.com/.

Beim Familienbad Delphino in Bremervörde gibt es monatlich Seepferdchen-Kurse. www.delphino-bremervoerde.de

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