Zähl Pixel
Ernteschätzung

TExperten tagen: Europäische Apfelernte fällt 2026 deutlich kleiner aus

Die Apfelernte fällt in der EU und in Deutschland 2026 geringer aus.

Die Apfelernte fällt in der EU und in Deutschland 2026 geringer aus. Foto: Vasel

Die europäische Apfelernte fällt deutlich kleiner aus. Das könnte in der Apfelsaison 2026/2027 für bessere Erzeugerpreise sorgen.

author
Von Björn Vasel
10.08.2026, 16:50 Uhr

Altes Land. Bei der Prognosfruit-Konferenz 2026 ist in Konstanz die Ernteschätzung für den Herbst vorgestellt worden. Die Experten erwarten EU-weit eine Apfelernte von 9,49 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Minus von 15,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

In Deutschland werden voraussichtlich fast 1,01 Millionen Tonnen (Minus: 10,9 Prozent) geerntet. Jeder dritte deutsche Apfel werde weiterhin an der Niederelbe erzeugt.

Starker Ernterückgang in Polen

Wie sieht es woanders aus? In den Niederlanden sowie Polen, Österreich, Tschechien, Frankreich werden Obstbauern zwischen 17,5 Prozent bis 54,8 Prozent weniger Äpfel als 2025 ernten.

Am stärksten falle der Rückgang in Polen aus, dem mit 2,67 Millionen Tonnen allerdings weiter größten EU-Erzeuger. Philippe Binard von der World Apple and Pear Association (WAPA) rechnet mit einem Minus von 29,9 Prozent. In Italien (Südtirol) fällt der Rückgang mit 2,2 Prozent geringer aus. Die zweitgrößte EU-Apfelnation rechnet mit 2,27 Millionen Tonnen.

Kurzum: Extreme Wetterbedingungen wie Frost, Hagel, Starkregen und regionale Trockenheit haben ihre Spuren im europäischen Obstbau hinterlassen. Damit dürfte die EU-Apfelernte die niedrigste Erntemenge seit 2017 erreichen.

Apfelproduktion in der EU.

Apfelproduktion in der EU. Foto: AMI

Weil in nahezu allen europäischen Anbaugebieten geringere Ernten erwartet werden, dürfte das Angebot spürbar kleiner ausfallen. „Nach der außergewöhnlich angespannten Marktlage in der Saison 2025/2026, sind damit auch berechtigte Hoffnungen auf attraktive Erzeugerpreise für Äpfel verbunden“, so eine erste vorsichtige Einschätzung von Ursula Schockemöhle von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Hamburg.

Klimawandel bedroht Ernährungssouveränität

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Obst im Dachverband der europäischen Landwirte und Genossenschaften, Luc Vanoirbeek, mahnt angesichts der Folgen des Klimawandels, der steigenden Produktionskosten und der Einschränkungen beim Pflanzenschutz mehr Unterstützung aus der Politik an. Es gehe um die Sicherung der Ernährungssouveränität.

Die Anbaufläche für Äpfel sei bereits rückläufig. In der EU sei diese in den vergangenen Jahren um 12,7 Prozent auf 456.350 Hektar gesunken.

Philippe Binard (WAPA) und Dr. Christian Weseloh (BVEO e.V.) bei der Prognosfruit 2026 in Konstanz (von links).

Philippe Binard (WAPA) und Dr. Christian Weseloh (BVEO e.V.) bei der Prognosfruit 2026 in Konstanz (von links). Foto: BVEO

Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse (BVEO) richtet die Konferenz Prognosfruit gemeinsam mit der World Apple and Pear Association (WAPA) und der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) aus.

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

Diese Altländerin grillt am besten

Camilla Hannemann gewann zum zweiten Mal in Folge den Titel „Deutschlands bester pflanzlicher Grillchampion“. Butter spielt eine Rolle, aber in einer besonderen Variante.