TFörderverein gegründet: Wie profitiert das Museum Altes Land?
Dr. Anja Tiedemann, Lydia Goldschmidt und Dr. Kai Janofsky (von links) sind Mitglieder des Fördervereins. Für Tiedemann ist die Förderung von Kunst und Kultur elementar für eine Demokratie. Foto: Haardt
Das Museum Altes Land in Jork bekommt jetzt Rückendeckung: von einem Förderverein. Welche Vorteile das bringt und welche Pläne die Gründungsmitglieder verfolgen.
Jork. Im März wurde dem Museum Altes Land ein Museumsgütesiegel verliehen, jetzt hat das Heimatmuseum in Jork einen Förderverein. 17 Mitglieder haben die Satzung am 17. August im Museum unterschrieben - und sind voller Tatendrang. Dr. Anja Tiedemann, erste Vorsitzende des Vereins, sagt: „Jetzt geht's richtig los.”
Verein strebt Gemeinnützigeit an
Die Idee, einen Förderverein zu gründen, existierte schon länger: Bereits vor drei Jahren sprachen Tiedemann und Museumsleiterin Dr. Kai Janofsky das erste Mal über diese Möglichkeit. Ausschlaggebend sei schließlich die Verleihung des Museumsgütesiegels im März 2026 durch den Museumsverband Niedersachsen und Bremen gewesen, so Janofsky. Der Verband hatte ihr die Gründung des Vereins empfohlen.
Der tritt das erste Mal im Oktober zusammen und will sich als gemeinnützig anerkennen lassen. Ein gemeinnütziger Verein genießt steuerliche Vorteile, muss allerdings durch die Vorlage seiner Satzung beim Finanzamt deutlich machen, dass seine Ziele gemeinnütziger Natur sind, wie die Förderung von Kunst und Kultur. Beim Förderverein habe das Finanzamt die Anerkennung bereits zugesagt, erklärt Tiedemann.
Verein will Teilhabe möglich machen
„Ein großer Vorteil ist die Teilhabe, die der Verein ermöglicht”, sagt Janofsky. Es gebe in der Region viele Menschen, die Lust hätten, sich im Museum einzubringen. Das soll durch den Förderverein nun einfacher werden.
Einen ersten Workshop für Mitglieder und Interessierte planen sie im Dezember. Das Ziel: Die Teilnehmer sollen überlegen, was sie sich für das Museum wünschen und wie sie sich selbst einbringen können.
Die Mitglieder des Vereins selbst haben bereits einige Ideen, die sie umsetzen wollen. Anja Tiedemann möchte im kommenden Jahr Exkursionen zu anderen regionalen Museen, etwa in Worpswede organisieren. Außerdem soll eine Präsenz des Museums im Internet, insbesondere in den sozialen Medien, aufgebaut werden. Dadurch hoffen die Museumsfreunde, jüngere Menschen anzusprechen.
Junge Menschen sollen angesprochen werden
„Heimatliebe kommt meist erst mit dem Alter”, sagt Tiedemann, „Aber das ist vor allem eine Frage der Präsentation.” Bei Ausstellungen käme es nicht auf die Menge der ausgestellten Objekte an, sondern, dass diese ansprechend präsentiert würden. Die promovierte Kunsthistorikerin ist sich sicher, dass so auch junge Leute für die Altländer Kultur zu begeistern sind.
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Sie und Schriftführerin Lydia Goldschmidt heben besonders eine Schüleraktion mit der Oberschule Jork hervor, bei der sich Schüler mit der NS-Vergangenheit des Alten Landes beschäftigten und die Grundlagen der Archivarbeit erlernten. Tiedemann und Goldschmidt können sich vorstellen, dass der Förderverein dieses Projekt in Zukunft unterstützen wird.
Finanzielle Vorteile durch Förderverein
Zusätzlich habe ein Förderverein finanzielle Vorteile für das Museum, erklärt Tiedemann. Träger des Museums sind die Gemeinde Jork und der Landkreis Stade. Der Förderverein wird das Museum zusätzlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Fördergelder unterstützen. Der Verein könne zum Teil andere Gelder beantragen als Landkreis und Gemeinde.
„Unser Ziel ist es, Man- und Womanpower und Gelder für das Museum zu sammeln”, sagt Tiedemann. Für sie sei die Förderung von Kunst und Kultur die Grundlage der Demokratie: „Ich habe die Möglichkeit, in ein Museum zu gehen und zu sagen: ‚Das gefällt mir.‘ - oder ‚Das gefällt mir gar nicht‘.”
Schriftführerin Lydia Goldschmidt, die wie Tiedemann Kunsthistorikerin ist, freut sich bei der Vereinsarbeit besonders auf eines: „Es ist toll, Menschen für ihre eigene Geschichte zu begeistern.”
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