TFranzosen sind stolz auf die grenzenlose Freundschaft mit Altländern
Neue Charta: Im Obstbauzentrum Esteburg erneuern die Kommunen der Presqu‘ile de Brotonne und die Gemeinde Jork ihre 1986 besiegelte Freundschaft. Foto: Vasel
Sie sind sich einig: Ohne Jugend hat die Partnerschaft zwischen den Kommunen der Presqu‘ile de Brotonne und der Gemeinde Jork keine Zukunft. Doch es geht weiter.
Jork. Die Kommunen der Presqu‘ile de Brotonne in der Normandie und die Gemeinde Jork haben ein neues Kapitel ihrer Freundschaft aufgeschlagen. Bei dem Festakt im Obstbauzentrum Esteburg stand am Sonntag die Jugend im Vordergrund - nach einem Festakt.
Bürgermeister Riel schreitet zur Unterschrift. Foto: Vasel
Im Jahr 1986 hatte die Altländer Kommune mit den fünf Gemeinden der Presqu‘ile de Brotonne eine Partnerschaft geschlossen - ganz im Geiste des 1963 vom französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle und dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer geschlossenen Élysée-Vertrags. Dieser gilt als Grundstein der deutsch-französischen Freundschaft und der Aussöhnung nach zwei Weltkriegen. Aus den einstigen Erzfeinden wurden Freunde.

Bürgermeister Matthias Riel mit dem Freundschaftsapfel. Foto: Vasel
Freundschaft und Partnerschaft wichtiger denn je
„Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist weit mehr als ein Kapitel in den Geschichtsbüchern, sie ist ein tragendes Fundament der Europäischen Union“, unterstrich Bürgermeister Matthias Riel (parteilos) in seiner Rede in Moorende. Sie sichere Frieden und Freiheit. Angesichts der aktuellen Kriege und Krisen zeige sich, „wie wertvoll dieses Fundament ist. Der Krieg ist in Europa wieder Realität, Demokratien geraten unter Druck, und Desinformation versucht, unsere Gesellschaften zu spalten“.
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Die Probleme könnten weder in der Presqu‘ile de Brotonne noch in der Gemeinde Jork gelöst werden. Doch gemeinsam könnten sie mit ihrer auf tiefer Freundschaft und gegenseitigem Respekt basierenden Partnerschaft ein Signal setzen. Riel: „Ich hoffe, dass genau das vielerorts in Europa passiert.“

Jugendliche sollen die Städtepartnerschaft sichern, Gruppenfoto mit Handballern und Mitgliedern der Jugendfeuerwehren aus der Gemeinde Jork und der Presqu‘ile de Brotonne. Foto: Gemeinde Jork
Ein offenes Europa sei heute selbstverständlich. Doch die Europäische Union brauche mehr denn je Engagement und gegenseitiges Verständnis. Deshalb seien sich die Politiker und das Comité de Jumelage (Partnerschaftskomitee) um Eliane Planes einig, dass die Städtepartnerschaft ohne die Jugend keine Zukunft habe. Im vergangenen Jahr hatten sie bei Treffen in La Mailleraye-sur-Seine und in Jork den Austausch auf ein neues Fundament gestellt.

Alt-Bürgermeister Rolf Lühmann stößt mit einem Gast an. Foto: Vasel
Für Eliane Planes vom Comité de Jumelage, ihr Vater hatte vor 40 Jahren die Partnerschaft mit auf den Weg gebracht, war es ein bewegender Tag. Sie sei heute weit über 80 Jahre alt und habe den Zweiten Weltkrieg noch miterlebt: „Ich bin sehr stolz, dass wir eine echte Freundschaft zwischen unseren Völkern aufbauen konnten.“ Jetzt trage die junge Generation dieses Engagement weiter.
Neue Charta und Zeder als Symbol der Freundschaft
Ganz bewusst hätten Jugendliche in dem Mittelpunkt des Jubiläumswochenendes gestanden, so Bürgermeister Matthias Riel. Handballer des MTV Wisch den Handball-Club Brotonne zu Gast, die Mitglieder der Jugendfeuerwehren Este und Jork ihre jungen Kameraden aus Frankreich. „Sie alle sollen den Geist unserer Charta in die Zukunft tragen“, betonte der Bürgermeister von Arelaune-en-Seine, Frédéric Delaitre.

Die Franzosen Tom und Lily hoffen auf einen Gegenbesuch. Foto: Vasel
Bevor dieser und die Bürgermeister beziehungsweise ihre Stellvertreter von Heurteauville (Gérard Lenormand), Notre-Dame-de-Bliquetuit (Candy Ferrband), Vatteville-la-Rue (Isabebelle Desaubry) und Jork (Matthias Riel) sowie Eliane Planes vom Komitee ihre Unterschriften feierlich unter die neue Partnerschaftsurkunde setzten, rief er pathetisch aus: „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.“ Was einst als offizieller Akt der Völkerverständigung begann, sei zu einer tiefen Freundschaft geworden.

Die Bürgermeister aus der Normandie überreichen ihrem Amtskollegen Matthias Riel eine Zeder als Symbol der Freundschaft. Foto: Vasel
In ihrer neuen Charta erneurten sie ihr Bekenntnis zu einem geeinten, freien Europa und betonten, dass die Begegnung zwischen jungen Menschen die Partnerschaft in die Zukunft tragen soll. Die Franzosen denken langfristig. Als Geschenk gab es eine Zeder. Dieser Baum könne bis zu 1000 Jahre alt und 50 Meter hoch werden. „Wir werden diese Zeder vor unserer neuen Grundschule in Jork einpflanzen“, waren sich die Schulausschussvorsitzende Silja Köpcke (CDU) und Riel einig.
Jugendfeuerwehr und Sport planen Gegenbesuch
Kathrin Hubert und Johannes Gahde von den Jugendfeuerwehren Este und Jork sind gedanklich bereits im Jahr 2027. Zum 40. beziehungsweise 50. Jubiläum ihrer Jugendfeuerwehren wollen sie in die Presqu‘ile de Brotonne reisen.

Die Jugendfeuerwehren treffen sich 2027 wieder - in Frankreich. Foto: Vasel
„Mit Bastian und Aliciou haben wir bereits unsere Kontakte ausgetauscht“, so Hubert. Die Jugendlichen Tom und Lily unterstrichen, dass sie sich auf einen Gegenbesuch freuen. Tom war Gast der Jugendfeuerwehr, Lily der Handballer.

Gemeinsames Training der Handballer. Foto: Gemeinde Jork
Bei einer Übung, Brandbekämpfung und Unfall, lernten sich Deutsche und Franzosen kennen. Der MTV Wisch engagierte ein Training. Übernachtet wurde in der Festhalle. MTV Wisch und TC Jork wollen das sportliche Band knüpfen.

Eine gemeinsame Übung der beiden Jugendfeuerwehren. Foto: Gemeinde Jork
Während die Gäste zum Boßeln aufbrachen, waren sich Sabine Lühs, langjährige Vorsitzende des Altländer Freundeskreises für deutsch-französische Partnerschaft, und Eliane Planes einig: „Das ist ein erfolgreicher Start.“ Denn nur die Jugend könne die Geschichte fortschreiben.

Boßeln zum Abschluss. Foto: Vasel
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