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TGroßalarm: Segelboot brennt in einer Halle im Gewerbepark Grünendeich

Atemschutzträger machen sich vor der verrauchten Bootslagerhalle in Grünendeich bereit für den Einsatz.

Atemschutzträger machen sich vor der verrauchten Bootslagerhalle in Grünendeich bereit für den Einsatz. Foto: Vasel

Zwei Mitarbeiter des Altländer Yachtzentrums haben am Montag eine Katastrophe verhindert. In einem Bootslager in Grünendeich war ein Feuer ausgebrochen.

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Von Björn Vasel
Dienstag, 10.03.2026, 05:40 Uhr

Grünendeich. Großalarm für die Feuerwehren im Alten Land. Um 14.10 Uhr hatten Passanten bemerkt, wie Rauch aus einer Halle im Gewerbepark Grünendeich an der Straße Johann-Ropers-Trift aufstieg. Sie hätten umgehend 112 gewählt und Mitarbeiter des Altländer Yachtzentrums informiert, berichtet die Feuerwehr. Während die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen ein Großaufgebot in Marsch setzte, liefen zwei Mitarbeiter in die Halle.

Mutig: Mitarbeiter greifen zum Feuerlöscher

Sie griffen sich zwei große Pulverlöscher und kletterten in die Kabine des brennenden Segelboots. Es gelang ihnen, ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Sie erstickten die Flammen mit Pulver. Dabei zogen sie sich eine leichte Rauchvergiftung zu. Der Brand war auf dem Boot im Bereich der Elektrik ausgebrochen, hieß es. Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jens Kleine lobte die beiden Männer. Wenige Minuten später wäre das Feuer „mit Sicherheit auf die Halle und die mehr als 40 Segel- und Motorboote übergegriffen“.

Blick in die Kajüte des Segelboots - überall ist das Pulver der Feuerlöscher zu sehen.

Blick in die Kajüte des Segelboots - überall ist das Pulver der Feuerlöscher zu sehen. Foto: Brandt

Dichter Rauch hing beim Eintreffen der Feuerwehr bereits unter der Decke. André Simon gehörte zu den ersten Feuerwehrleuten, die sich unter Atemschutz durch die hintere Bootslagerhalle des Altländer Yachtzentrums auf dem ehemaligen Pionierübungsplatz in Gründendeich zum Brandort vorkämpften. „Wir mussten lediglich Nachlöscharbeiten vornehmen“, sagte Simon. Abschließend kontrollierten sie das zehn Meter lange Boot mit einer Wärmebildkamera auf Glutnester.

Angesichts der hohen Brandlast hatte die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle (FRL) in Stade-Wiepenkathen die Ortsfeuerwehren aus Grünendeich, Steinkirchen, Mittelnkirchen, Borstel, Guderhandviertel, Hollern-Twielenfleth und Stade (Zug I) mit der Drehleiter alarmiert. Knapp 90 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Grünendeicher hatten es nicht weit, ihr Gerätehaus liegt im Gewerbepark - einen Steinwurf entfernt. Sicherheitshalber bauten sie eine Wasserversorgung auf.

Wert: Mehrere Millionen Euro

Die Mitarbeiter der Yachtservice-Firma wurden von den Notfallsanitätern der DRK-Rettungswache aus Guderhandviertel untersucht. „Ein Transport ins Krankenhaus war jedoch nicht erforderlich“, sagt Feuerwehrsprecher Matthias Brandt. Parallel dazu musste die Feuerwehr Hollern-Twielenfleth eine Notfalltüröffnung für den Rettungsdienst durchführen. Der Bewohner wurde anschließend vom DRK-Rettungswagen aus Stade in das Elbe Klinikum gebracht.

Die Löschwasserversorgung steht, Atemschutzträger machen sich fertig.

Die Löschwasserversorgung steht, Atemschutzträger machen sich fertig. Foto: Vasel

Die Feuerwehr belüftete die Hallen, danach zogen die Mitarbeiter des Altländer Yachtzentrums mit einem Trecker das Segelboot raus. Durch ihren beherzten Einsatz hätten die Bootsbauer an dem Nachmittag „Hallen und Boote im Wert von mehreren Millionen Euro erhalten“.

Rauchgase sind höchst gefährlich

Gleichwohl warnt die Feuerwehr vor den Gefahren durch Rauchgase. Der Rauch sei gefährlicher als die Flammen. Er enthält unter anderem Kohlenmonoxid und -dioxid in hoher Konzentration. Die Folgen für den menschlichen Körper können, abhängig von der Höhe der CO-Konzentration, fatal sein: Bewegungs- und Sehstörungen, Bewusstlosigkeit und letztlich sogar der Tod.

Blick auf die Bootslagerhalle in Grünendeich.

Blick auf die Bootslagerhalle in Grünendeich. Foto: Vasel

Wer eine schwere Rauchgasvergiftung überlebt, muss mit schweren, lebenslangen Schädigungen des Nervensystems und der inneren Organe rechnen. Eine Rauchgasvergiftung könne sogar „schon nach drei bis vier Atemzügen tödlich sein“, warnt Kreisfeuerwehrsprecher Stefan Braun.

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