THelden von Jork geehrt: 150 Feuerwehrleute retteten historischen Ortskern
Im Dezember 2025 retten Feuerwehrleute aus dem Alten Land, Buxtehude und Stade am Fleet ein Wohn- und Gasthaus aus dem 16./17. Jahrhundert im historischen Ortskern nahe der St.-Matthias-Kirche. Foto: Vasel
Bürgermeister Matthias Riel lobte bei der Jahreshauptversammlung das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr. Die Kommune investiere weiter kräftig in den Brandschutz.
Jork. „Danke an alle Helfenden“, kurz nach dem Großfeuer hängten die Eigentümer ein großes Banner mit diesen Worten an die Fassade ihres Fachwerkhauses.
Mehr als 150 Feuerwehrleute aus Jork, Borstel, Ladekop, Hove, Estebrügge, Stade und Buxtehude hatten das bedeutende Baudenkmal im Dezember durch ihren beherzten Einsatz vor den Flammen gerettet.
Bürgermeister Matthias Riel dankte den Freiwilligen Feuerwehrleuten im Fährhaus Kirschenland in Jork-Wisch für ihren Einsatz.
Danke-Banner macht Feuerwehrleute stolz
Das Banner zeuge von großer Wertschätzung und Dankbarkeit. Bei der Jahreshauptversammlung der sieben Ortswehren der Gemeinde Jork, gingen Gemeindebrandmeister Jens Lohmann und Riel auf die dramatische Brandnacht ein.
Gegen 18 Uhr sei am Freitag, 13. Dezember 2025, der erste Notruf eingegangen, erst um 2.31 Uhr rückte das letzte Fahrzeug wieder ein. Die DRK-Kreisbereitschaft versorgte die Feuerwehrleute.
Mit Hilfe der Drehleitern aus Stade und Buxtehude sei es gelungen, den ortsbildprägenden Winkelbau aus dem 16./17. Jahrhundert vor den Flammen zu retten.
Katastrophenschutz
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Das Wohnhaus mit Scheune ist eines der ältesten Gebäude in Jork. Die Hofstelle am Fleet, zu der früher ein Gasthaus mit Brauerei und Brennerei gehörte, besteht aus zwei Fachwerkhäusern.
Die Grönlandfahrer als Walfänger stachen seinerzeit nicht ohne den Altländer Branntwein von dort in See. Seit dem Ende der Kult-Eisdiele Pflug stand die denkmalgeschützte Immobilie lange Zeit leer, die neuen Eigentümer sanieren diese.
Das Löschen gestaltete sich schwierig, Lohmann verwies auf die mit Torf gedämmten Zwischendecken in der früher als Apfellager genutzten Scheune. Die neue Drohneneinheit der Gemeindefeuerwehr, die Technik lagert in Estebrügge, habe sich bewährt.
Mit ihrer Wärmebildkamera habe das Ausbreiten des Feuers in dem Winkelbau zwischen Westerminnerweg und Fleet eingedämmt und die letzten Glutnester aufgespürt werden können. Der historische Ortskern mit der Kirche blieb unbeschadet.
Jahreshauptversammlung
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Insgesamt seien die Ortsfeuerwehren im vergangenen Jahr zu 226 Einsätzen ausgerückt, im Jahr 2024 waren es 264 Einsätze. Mit dem Brand am Fleet/Westerminnerweg verzeichne die Statistik mit 22 Brandberichten ein Großfeuer (Vorjahr: 28).
Werte in Höhe von 2,4 Millionen Euro konnten vor den Flammen bewahrt werden. Die Schäden wurden mit 950.000 Euro beziffert, rechnete Lohmann im voll besetzten Saal des Fährhauses Kirschenlandes vor. Der Schwerpunkt bei den Einsätzen lag 2025 auf den 117 technischen Hilfeleistungen - von der Ölbekämpfung über die Wasserrettung bis zum Verkehrsunfall.
Katastrophenschutz
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Bei Verkehrsunfällen mussten die Altländer vor allem auf der A26 helfen. Sechs von elf Einsätzen spielten sich auf der Autobahn ab. Pkw brannten aus, Trümmer verteilten sich über die Fahrbahn. Schwerstverletzte und Tote gab es nicht.
Die AED-Notfallgruppen aus Königreich, Borstel sowie Jork, diese leisten Erste Hilfe vor Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst, mussten 2025 zu 26 Einsätzen (41) ausrücken. Beispiel: Bei Herz-Kreislauf-Stillständen setzen sie den Automatisierten Externen Defibrillator (AED) zur Wiederbelebung ein.
Brandschutz
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Mit 318 Aktiven seien Jork, Borstel, Ladekop, Hove, Estebrügge, Moorende und Königreich „gut aufgestellt“, so der stellvertretende Gemeindebrandmeister Jochen Minners aus Borstel. Seine Ortsfeuerwehr feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag.
Die Jugendfeuerwehren Jork und Este zählen 56 Mitglieder. Mit der Gründung der Kinderfeuerwehr Este sei ein weiterer Schritt zur Nachwuchssicherung getan.
Brandschutzerziehung ist vorbildlich
Seit 26 Jahren gibt es die Brandschutzerziehung der Feuerwehr. Das Team habe im vergangenen Jahr 418 Kindergartenkinder sowie Schüler spielerisch über die Gefahren bei Feuer aufgeklärt.

Geehrt: Vize-Kreisbrandmeister Marcus Hinrichs, Vize-Gemeindebrandmeister Jochen Minners und Gemeindebrandmeister Jens Lohmann (rechts) nehmen Johann Lindemann (Hove) und Peter Moje (Borstel; Zweiter von rechts) in ihre Mitte, sie sind 60 beziehungsweise 70 Jahre in der Feuerwehr. Foto: Vasel
Der Landesfeuerwehrverband hatte die Altländer im März 2025 ausgezeichnet und das Engagement von Stefan Lawrence, Stefan Kropka und Peter Bey gelobt. Das Rauchhaus wurde 2025 erweitert.
„Wenn die Kinder schon einmal Flamme und Rauch gesehen haben, haben sie im Ernstfall weniger Angst und können richtig reagieren“, sagt Gemeindebrandschutzerzieher Stefan Lawrence.
Die Kommune investiere weiter kräftig in den Brandschutz, versicherte Bürgermeister Matthias Riel im Namen von Rat und Verwaltung. Investitionen in Höhe von fast 6,3 Millionen Euro seien geplant, unter anderem für drei Fahrzeuge und das neue Feuerwehrgerätehaus in Königreich.
Geplant ist ein Gerätehaus mit fünf Stellplätzen, ein Generalunternehmer soll es errichten. Kosten: vermutlich 5,6 Millionen Euro. Im Laufe des Jahres 2027 soll die neue Ortsfeuerwehr, gebildet aus Königreich und Estebrügge, einziehen.
Vize-Kreisbrandmeister Marcus Hinrichs kündigte die Aufstellung einer Hochwasserschutzeinheit auf Kreisebene an, 1050 Meter mobiler Deich und eine Sandsackfüllmaschine seien beschafft und im Katastrophenschutzzentrum in Stade eingelagert worden.

Die Eigentümer haben ein Danke-Banner an der Fassade montiert. Foto: Vasel
Riel und Minners kritisierten, dass das Land weiter kein ausreichendes Lehrgangsangebot an den Landesfeuerwehrschulen biete.
Kommunalpolitik
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Jetzt sollen offenbar auch noch Technische Hilfeleistung- und ABC-Ausbildung auf das Ehrenamt verlagert werden: „Wir fragen uns, warum Niedersachsen mehr als 40 Millionen in ein neues Technikzentrum zur Feuerwehrausbildung an der Landesfeuerwehrschule in Celle-Scheuen investiert hat.“ So gehe es nicht weiter.
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