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Altes Land

TKindheitstraum ging in Erfüllung: Blütenkönigin Ella Weilert dankt ab

Der Blütenkorso und die Krönung durch Landrat Kai Seefried waren für die Altländer Blütenkönigin Ella Weilert der Höhepunkt ihrer Amtszeit.

Der Blütenkorso und die Krönung durch Landrat Kai Seefried waren für die Altländer Blütenkönigin Ella Weilert der Höhepunkt ihrer Amtszeit. Foto: Vasel

Die Regentschaft der Altländer Blütenkönigin Ella Maxim Weilert endet. Heute Mittag besteigt ihre Nachfolgerin den Thron. Warum es weit mehr ist als ein Ehrenamt.

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Von Björn Vasel
Samstag, 25.04.2026, 08:00 Uhr

Jork. Wer wird ihre Nachfolgerin? Den Namen hüten Veranstaltungsmanagerin Miriam Stöckmann und Bürgermeister Matthias Riel wie ein Staatsgeheimnis. Fest steht: Um 13 Uhr wird am Sonnabend die Regentschaft der Altländer Blütenkönigin 2025/2026, Ella Maxim Weilert aus Leswig, enden. Landrat Kai Seefried (CDU) wird dann auf der Bühne zwischen Altländer Festhalle und Rewe-Getränkemarkt die neue Majestät beim zweitägigen Altländer Blütenfest auf den Schild heben. Seefried wird ihr die fünfreihige silberne Filigrankette als Zeichen ihrer Würde umhängen.

Beim Blütenkorso 2025 zeigte sich die Altländer Blütenkönigin Ella Weilert mit ihrer Vorgängerin Linn Schuback (von links).

Beim Blütenkorso 2025 zeigte sich die Altländer Blütenkönigin Ella Weilert mit ihrer Vorgängerin Linn Schuback (von links). Foto: Vasel

„Meine Krönung mit dem anschließenden Blütenkorso durch Jork, das war das beeindruckendste Erlebnis meines Jahres“, sagt Weilert. Sie sei tief beeindruckt gewesen, dass an diesem Tag Tausende von Menschen am Straßenrand gestanden und ihre Freude mit ihr geteilt hätten. Für sie sei an dem Tag „ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen“, sagt die 19-Jährige. Bereits als Kind habe sie die Autogrammkarten der Blütenköniginnen gesammelt.

Mit ihrer historischen Tracht hätten die Altländer Blütenköniginnen „ein Alleinstellungsmerkmal unter den deutschen Königinnen und Königen“, die für Regionen und für Agrarprodukte werben, betont Weilert. Mehr als 150 gibt es in Deutschland. Für die Professorin für Weinmarketing und -management an der Hochschule Heilbronn und ehemalige Badische Weinprinzessin, Dr. Ruth Fleuchaus, sind und bleiben diese Hoheiten ein „modernes Marketinginstrument“.

Altländer danken ihrer Blütenkönigin

Vor ihrer Abdankung wird die Gemeinde Jork die 19-Jährige mit einem Empfang im Gräfenhof, dem Rathaus, ehren. „Ella war eine wunderbare Botschafterin unserer Region“, sagt Bürgermeister Riel (parteilos). Er verweist unter anderem auf ihren Einsatz bei den Norddeutschen Obstbautagen in Jork und bei der Grünen Woche 2026 in Berlin, der weltgrößten Agrar- und Ernährungsmesse mit 325.000 Besuchern.

Bei den Fotografen und den TV-Teams überregionaler Zeitungen und Sender war der Messestand des Landkreises Stade gefragt.

Viele wünschen sich ein Foto oder Autogramm - das gehört dazu.

Viele wünschen sich ein Foto oder Autogramm - das gehört dazu. Foto: Vasel

Auch, weil die Fotografen und TV-Teams überregionaler Zeitungen und Sender die Blütenkönigin Ella Maxim Weilert nicht nur als ein Motiv, sondern auch wegen ihrer Wortgewandtheit schätzten, so die Geschäftsführerin des Fördervereins Integriertes Obst, Hilke Ehlers, nach der Grünen Woche gegenüber dem TAGEBLATT.

Politiker sonnen sich zum Start der Apfelernte im August 2025 im Glanz der Altländer Blütenkönigin Ella Weilert, Obstbauer Oliver Blohm (2. von rechts) führt die Gäste in seine Apfelplantage.

Politiker sonnen sich zum Start der Apfelernte im August 2025 im Glanz der Altländer Blütenkönigin Ella Weilert, Obstbauer Oliver Blohm (2. von rechts) führt die Gäste in seine Apfelplantage. Foto: Vasel

Alljährlich sichere der traditionelle Besuch der Apfel- und Blütenköniginnen im Bundeskanzleramt in Berlin der heimischen Obsterzeugung eine bundesweite mediale Aufmerksamkeit, so Dr. Christian Weseloh, Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse und des Deutschen Raiffeisenverbands. Beim Apfelkabinett traf Ella Weilert den Bundeskanzler Friedrich Merz und half, „ein Zeichen für die Wertschätzung regionaler Produkte zu setzen“.

Christian Weseloh (GF Raiffeisen/BVEO), Alois Rainer (Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft), Ella Maxim Weilert (Blütenkönigin aus dem Alten Land), Bundeskanzler Friedrich Merz, Emelie Witzigmann (Bodensee-Apfelkönigin), Lara Baur (Bodensee-Apfelprinzessin), Alida-Nadine Kühne (Blütenkönigin für Sachsen und Sachsen-Anhalt), Carsten Schneider (Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit), Suse-Katrin Jamrath (stv. GF BVEO)

Christian Weseloh (GF Raiffeisen/BVEO), Alois Rainer (Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft), Ella Maxim Weilert (Blütenkönigin aus dem Alten Land), Bundeskanzler Friedrich Merz, Emelie Witzigmann (Bodensee-Apfelkönigin), Lara Baur (Bodensee-Apfelprinzessin), Alida-Nadine Kühne (Blütenkönigin für Sachsen und Sachsen-Anhalt), Carsten Schneider (Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit), Suse-Katrin Jamrath (stv. GF BVEO) Foto: BVEO/Miguel Hahn

„Ella hat unsere Heimat mit ihrer Herzlichkeit spürbar und sichtbar gemacht“, betont Riel. Von ihrem Engagement hätten insbesondere der Obstbau und der Tourismus im Alten Land profitiert.

Ella Weilert erfüllte sich ihren Traum

Für Ella Maxim Weilert war mit der Krönung ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. 27 offizielle Termine nahm sie wahr. Ihr Freund Magnus und die Altländer Blütenkönigin von 2023/2024, Anna-Sophie Sietas, begleiteten sie. Mittlerweile schaffe sie es, die Altländer Festtagstracht von 1860 mit Unterstützung in einer Stunde anzuziehen.

Diese wurde von den Altländerinnen nach Trauung und Ehrentanz getragen, bis 1900 auch an den Sonn- und Festtagen. Nach dem „ut‘n Disch danzen“, dem Ehrentanz der Brautleute, wechselte die Braut ihre Kleidung. Die Braut durfte zum ersten Mal den leuchtend roten Tuchrock und die weiße Schürze der verheirateten Frau tragen.

Blütenkönigin darf „keine Scheu vor Menschen“ haben

Gewöhnlich legte sie zu dem goldenen Brusttuch die vergoldeten „God‘n Parl‘n“ an, einige - wie die heutige Altländer Blütenkönigin - trugen allerdings weiterhin ihre silberne, mehrreihige Filigrankette und natürlich den mit 500 Seidenblüten bestickten Flunkkranz mit den Brokatflügeln. Diese stellen die Flügel einer Windmühle dar - in Freudenstellung. Sie möge die Tracht und Filigran: „Ich trage gerne Schmuck.“

Sie sei mit dem Amt gewachsen. Wer dieses Ehrenamt übernehmen wolle, dürfe „keine Scheu vor Menschen“ haben. Ob gemeinsames Foto oder Autogramm, man stehe immer (mit) im Mittelpunkt. Viele Freundschaften mit anderen Königinnen habe sie geknüpft, sie freue sich am Sonnabend unter anderem auf die Heidekönigin aus Amelinghausen und weitere Königshäuser. Ob Heide-, Spargel-, Krokus- oder Kirschblütenkönigin - sie alle werden sie zur Abdankung auf die Bühne begleiten. Sie trete „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ ab.

Altländer Königin arbeitet in der Schule

Aktuell absolviert sie noch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Gemeinde Jork. Im Museum gestaltete sie eine Rallye für Kinder und Jugendliche. In der Oberschule Jork betreut sie nachmittags eine Koch-, Theater- sowie Badminton-AG. Im Herbst werde sie ihr Studium starten, höchstwahrscheinlich in Lüneburg. Sie möchte Grundschullehrerin für Deutsch, Sachunterricht oder Kunst werden. Zeichnen und Aquarellmalerei sind ihr Hobby.

Und welche Apfelsorte schätzt sie als Botschafterin des Obstbaus selbst? Die Antwort: Topaz.

Blick auf den Blütencorso 2025.

Blick auf den Blütencorso 2025. Foto: Vasel

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