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So sind wir nicht

THorneburger Schwestern leben ihren Podcast-Traum - und der Landrat hört zu

Haben immer viel zu Lachen: die Podcast-Schwestern Katrin Bansemer und Ina Müller.

Haben immer viel zu Lachen: die Podcast-Schwestern Katrin Bansemer und Ina Müller. Foto: Buchmann

Ob Dödel in der Sauna, die nervige Bahn oder etwas Ekliges: Katrin Bansemer und Ina Müller nehmen in ihrem Podcast kein Blatt vor den Mund. Wie sie ihre Leidenschaft entdeckten.

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Von Steffen Buchmann
Montag, 16.02.2026, 00:03 Uhr

Horneburg. „Manchmal denken wir, wir sollten Zwillinge werden“, sagt Ina Müller und lacht dabei herzlich, genau wie ihre Schwester Katrin Bansemer direkt neben ihr. Vom Alter her liegen die Horneburgerinnen zwar dreieinhalb Jahre auseinander, doch am Podcast-Mikrofon wird schnell klar: Die beiden sind ein Herz und eine Seele.

Am 3. Januar 2024 war es so weit: Mit der Pilotfolge „Hauptsache ‘n Punsch dabei“ feierten die Schwestern Ina und Kaddi die Premiere ihres Podcasts „So sind wir nicht“. Seitdem sabbeln, kichern und fachsimpeln die beiden sich querbeet durch Kindheitsgeschichten, merkwürdige Trends und alltägliche Peinlichkeiten.

Geschichten aus Horneburg in Podcastform

„Wir sind nie müde, miteinander zu reden“, sagt Ina Müller. Und Katrin Bansemer ergänzt: „Das stimmt, wir können unglaublich viel reden!“ Das hätten sie auch vor dem Podcast schon gemacht, eben per Telefon oder bei einem Kaffee auf dem Sofa.

Die beiden Schwestern Katrin Bansemer und Ina Müller reden oft und lange miteinander, am liebsten hinter dem Mikrofon.

Die beiden Schwestern Katrin Bansemer und Ina Müller reden oft und lange miteinander, am liebsten hinter dem Mikrofon. Foto: Buchmann

In den zwei Jahren haben die beiden Schwestern mit ihrem Hobby-Projekt eine eigene Community aufgebaut, die sie liebevoll „SoSis“ nennen. Rund 300 Hörer lauschen regelmäßig ihren Geschichten, über 100 Follower folgen bei Spotify - Tendenz steigend. Die meisten davon kommen aus Horneburg und Umgebung, weiß Katrin Bansemer.

Wieso heißt der Podcast „So sind wir nicht“?

Ein Grund: Die beiden erzählen unverblümt mitten aus dem Leben, ob von gemeinsamen Reisen oder durchzechten Nächten bei Stechmanns. „Wir wollen unpolitisch und unkompliziert Leute zum Lachen bringen“, sagen sie. Denn da draußen sei aktuell alles so ernst.

Ursprünglich wollten die Schwestern den Podcast mit einem befreundeten Paar auf die Beine stellen, damals noch unter dem Arbeitstitel „OKF - Ortskontrollfahrt“. Das habe sich dann zerschlagen, weshalb es bei dem Frauen-Duo blieb.

Der Name geht übrigens auf ein geflügeltes Wort aus der Familie zurück: „Unsere Mutter hat oft gesagt, wenn beispielsweise jemand seine Wohnung nicht aufgeräumt hatte: Also, wir sind da anders. So sind wir nicht“, erzählt Katrin Bansemer.

Podcast-Anfänge mit knarzendem Mikrofonständer

Anhand von Episoden-Titeln wie „Boonekamp vorm Netto“, „Knobihorst am Zäpfchen“ oder „Alles kann hängen“ lässt sich erahnen, in welche Richtung die Zwiegespräche gerne mal abdriften. „Es kann auch mal eklig werden“, warnt Ina Müller augenzwinkernd. Verständlich, die beiden arbeiten nämlich als Krankenschwestern. Ein beliebtes Thema sind auch private Dusseligkeiten à la „Oh, Ina, was dir immer so passiert“, feixt Katrin Bansemer.

Mit einem festen Skript arbeiten die Schwestern nicht, dafür mit reichlich Notizen und Whatsapp-Nachrichten. Beigebracht haben sich die beiden das Podcasten selbst über Youtube-Videos. „Man braucht nicht viel, um loszulegen“, sagt Katrin Bansemer: Ein günstiges USB-Mikrofon mit knarzendem Ständer, Betttücher als Aufnahmekabine und ein Laptop - fertig war die erste Aufnahme.

Der Stader Landrat hört mit

Inzwischen haben sie auf zwei Kondensator-Mikrofone aufgerüstet, parallel nimmt ein Smartphone die Schwestern in Videoform für Social Media auf. „Wir sind ein Wald-und-Wiesen-Podcast“, stellt Katrin Bansemer klar. Aber wenn ihnen irgendwann mal jemand Geld dafür anbietet, würden sie nicht Nein sagen, ergänzt sie und lacht.

Zwei Mikrofone, ein Mischpult und ein Laptop: Mehr brauchen die Schwestern nicht für ihren Podcast.

Zwei Mikrofone, ein Mischpult und ein Laptop: Mehr brauchen die Schwestern nicht für ihren Podcast. Foto: Buchmann

Zu den Hörern der Schwestern zählt anscheinend auch jemand Unerwartetes: Landrat Kai Seefried. „Er hat uns genau an dem Tag bei Instagram angeschrieben, als der Podcast mit dem Titel „Alles voller Dödel“ online ging“, erinnert sich Katrin Bansemer. Darin erzählen die Schwestern anschaulich von peinlichen Erlebnissen bei einem Wellness-Ausflug. Die Rückmeldung des Landrats war eindeutig: „Bei der Geschichte mit der Sauna musste ich lachen.“

Erster Gast im Gespräch

Ein Ende für ihr Projekt ist nicht in Sicht. „Uns passieren ja ständig neue Dinge“, sagt Ina Müller. Bisher hatten die Schwestern noch keinen Gast in ihrem Podcast. Und wenn sie sich jemanden wünschen dürften? „Laura Larsson vom ‚Zum Scheitern verurteilt‘-Podcasts wäre ein Traum“, sagt Katrin Bansemer. Aber auch die Kaulitz-Brüder wären sicherlich witzige Gesprächspartner, ergänzt Schwester Ina.

Einen ersten Gast haben die beiden Schwestern tatsächlich schon in Aussicht: Karsten „Mütze“ Rinck habe nach der Rückkehr von seiner Europareise bei dem Horneburger Podcast angeklopft.

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