TIn der Gewitternacht: Feuerwehr ist in Lüdingworth im Großeinsatz
Mitten in der Gewitternacht kämpften zahlreiche Einsatzkräfte in Lüdingworth gegen einen Großbrand. Foto: Francke
Nach zwei Tagen mit Rekordhitze folgte im Kreis Cuxhaven eine heftige Unwetternacht: Während Blitze und Donner viele Menschen aus dem Schlaf rissen, kämpften Feuerwehren in Lüdingworth gegen einen Großbrand.
Landkreis Cuxhaven. Nach zwei außergewöhnlich heißen Tagen mit gebrochenen Juni-Hitzerekorden in Deutschland hat in der Nacht zu Sonntag (28. Juni 2026) eine schwere Gewitterlage den Kreis Cuxhaven erreicht. Schwüle Luft, hohe Temperaturen und eine ausgeprägte Unwetterfront sorgten vielerorts für eine unruhige Nacht. Viele Menschen dürften durch grelle Blitze, laute Donnerschläge und heftige Regenschauer aus dem Schlaf gerissen worden sein.
Während viele Menschen angesichts der Wetterlage das Haus lieber nicht verließen, begann für zahlreiche Einsatzkräfte eine arbeitsreiche Nacht. Die Feuerwehren im gesamten Stadtgebiet und im Umland standen aufgrund zahlreicher wetterbedingter Einsätze im Dauereinsatz.
Rauchschwaden schon von Weitem sichtbar
Bereits aus größerer Entfernung waren in der Dunkelheit von der Altenwalder Chaussee in Cuxhaven aus Rauchschwaden in Höhe der Lüdingworther Straße zu erkennen.
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Wie Jesse König, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehren, im Gespräch mit Cuxhavener Nachrichten vor Ort berichtet, wurden die Einsatzkräfte gegen 1.15 Uhr zu einem als Dachstuhlbrand gemeldeten Feuer alarmiert.
Im Einsatz befanden sich nach Angaben von König die Feuerwehren Altenwalde, Berensch, Lüdingworth und Cuxhaven-Mitte sowie die Stadtbrandmeister, die Berufsfeuerwehr Cuxhaven, der Führungsdienst der Berufsfeuerwehr, der Rettungsdienst und die Polizei.
Schwieriger Zugang zum Einsatzort
Der Einsatzort an der Lüdingworther Straße stellte die Kräfte bereits beim Eintreffen vor erhebliche Herausforderungen. „Wir hatten große Schwierigkeiten, überhaupt auf das Gelände vorzudringen“, so König gegenüber cnv-medien.de. Das Gelände sei stark zugewachsen gewesen und zudem durch abgestellte Fahrzeuge blockiert worden. Zur Unterstützung seien deshalb Landwirte aus der Umgebung hinzugezogen worden, die mit Radladern Zufahrtswege freiräumten.
Erleichterung gab es trotz des Großbrandes hinsichtlich möglicher Personenschäden: Wie die Feuerwehr mitteilt, wurden bislang keine verletzten Personen festgestellt. Zudem deuteten die ersten Erkenntnisse darauf hin, dass das Gebäude unbewohnt ist.
Feuerwehr geht von möglicher Schadstoffbelastung aus
Aufgrund der Bebauung und der vorgefundenen Materialien musste die Feuerwehr zudem von einer möglichen Schadstoffbelastung ausgehen. Während des Einsatzes waren immer wieder laute Knallgeräusche zu hören. Nach Angaben der Feuerwehr handelte es sich dabei mutmaßlich um zerplatzende Asbestplatten. Darüber hinaus waren mehrfach lautstarke Explosionen wahrnehmbar. Einsatzkräfte vor Ort vermuteten, dass diese von Gasflaschen oder anderen auf dem Gelände gelagerten Gegenständen ausgegangen sein könnten.
Mit mehreren Löschangriffen gleichzeitig gingen die Einsatzkräfte gegen die Flammen vor. Rund 50 bis 60 Feuerwehrleute standen vor Ort im Einsatz. Die Einsatzleitung übernahm Feuerwehr-Einsatzleiter Frank Switala. Ob ein Blitzeinschlag das Feuer ausgelöst hat, konnte die Feuerwehr in der Nacht noch nicht bestätigen. Zum Zeitpunkt des Einsatzes lagen den Kräften nach Angaben von König keine Erkenntnisse zur Brandursache vor.
Zahlreiche Paralleleinsätze im gesamten Stadtgebiet
Erschwert wurden die Löscharbeiten zusätzlich durch die anhaltende Unwetterlage. Der Brandeinsatz fand mitten in den durchziehenden Gewitterfronten statt. Immer wieder waren Donner und Blitzschläge in unmittelbarer Nähe zu hören. Zudem fielen durch die Sturmböen Äste auf die Fahrbahn und in den Einsatzbereich.
Gleichzeitig mussten zahlreiche weitere Einsätze abgearbeitet werden. Wie König weiter gegenüber der Redaktion der Niederelbe Zeitung berichtet, liefen im gesamten Stadtgebiet und in den Ortschaften mehrere Paralleleinsätze. Unter anderem wurden zahlreiche vollgelaufene Keller gemeldet. In Altenwalde wurde bei einer Dachbaustelle durch Sturmböen ein rund 100 Quadratmeter großes Dach abgedeckt. Zudem mussten umgestürzte Bäume von Straßen entfernt werden. Im Cuxhavener Stadtgebiet waren in der Nacht immer wieder Sirenen zu hören.
Anwohner werden per App gewarnt
Aufgrund der starken Rauchentwicklung und möglicherweise freigesetzter Schadstoffe bat die Feuerwehr Anwohnerinnen und Anwohner in Lüdingworth sowie im Bereich der Lüdingworther Straße, bis auf Weiteres Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Für die Stadt Cuxhaven und den Landkreis hatten Warn-Apps wie „Nina“ zuvor unter anderem eine amtliche Warnung vor starkem Gewitter sowie eine amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit Orkanböen, heftigem Starkregen und Hagel herausgegeben.
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