TJork lüftet das Geheimnis - und die spannendste Entscheidung kommt erst noch
Juli 2025: Bürgermeister Matthias Riel, Goldbeck-Nord-Geschäftsführer Mario Kling und Niederlassungsleiterin Anjani Willing unterzeichnen die Verträge für die neue Jorker Grundschule. Foto: Buchmann (Archiv)
Es war das bestgehütete Geheimnis in Jork: Wer wird die neue Grundschule bauen? In dieser Angelegenheit herrscht Klarheit. Dennoch ist die Stimmung unter den Eltern angespannt.
Jork. Am 23. Juli 2025 lüftete Bürgermeister Matthias Riel endlich den Schleier: Die Immobilienexperten von Goldbeck Nord sollen Jork zur neuen Traumschule verhelfen. Mit dem rund 7650 Quadratmeter großen Schulkomplex wollen sich die Altländer zukunftssicher für den Ganztagsunterricht aufstellen.
Ab dem 1. August 2026 haben bundesweit alle Erstklässler rechtlichen Anspruch auf täglich acht Stunden Unterricht und Betreuung in der Schule. Die Länder wollen so eine Betreuungslücke schließen, die meist nach der Kitazeit für Familien entsteht.
Jorks Schuldenberg wächst und wächst
Die alte Jorker Grundschule kann dem Ganztagsanspruch nicht gerecht werden. Die Erstklässler wurden bisher mangels Platz in eine Außenstelle in Ladekop ausgelagert. Für den Neubau nimmt Jork immense Schulden auf sich: Fast 30 Millionen Euro Budget sind im Haushaltsplan veranschlagt. Dafür sollen neben der vierzügigen Grundschule außerdem eine neue Sporthalle, ein Kunstrasenplatz sowie eine neue Heimat für das Altländer Archiv entstehen.
Die Altländer konnten sich zwar eine KfW-Förderung für energieeffizienten Schulbau in Höhe von einer Million Euro sichern. Angesichts des bis 2027 auf 52 Millionen Euro anwachsenden Schuldenberges erscheint diese Million jedoch wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.
So soll die neue Schule aussehen
Mit Goldbeck holt sich Jork einen erfahrenen Baulöwen an die Seite. Das Unternehmen hatte den rund 70.000 Quadratmeter großen Bildungscampus Riensförde für die Hansestadt Stade hochgezogen - Kostenpunkt: rund 74 Millionen Euro. Schulprojekte in der Größenordnung wie Jork habe Goldbeck in 15 Jahren nur selten umgesetzt, sagte die Hamburger Niederlassungsleiterin Anjani Willing bei der Vertragsunterzeichnung im Sommer.
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Der geplante Komplex besteht aus drei zusammenhängenden Gebäudeteilen. Ein Teil ist die dreigeschossige Grundschule, deren Obergeschosse jeweils vier geclusterte Klassenräume und zwei Gruppenräume umfassen. Im Gebäudezentrum soll ein Marktplatz mit Innenhof entstehen, der Platz für einen zusätzlichen Klassenraum bietet.
Im Erdgeschoss sowie im angrenzenden Verbindungsgebäude kommen neben der Verwaltung auch die Mensa, die Aula sowie der Schulkindergarten unter. Die Außenanlagen sollen barrierefrei gestaltet werden und Bereiche zum Spielen und Lernen verbinden.
Eltern besorgt um Ganztagspläne
Im dritten Gebäudeteil sind zukünftig das Altländer Archiv sowie eine neue Sporthalle mit separaten Eingangsbereichen untergebracht. Voraussichtlich im Frühjahr 2026 sollen die ersten Bagger rollen. Als Zieldatum für die Fertigstellung hatte Willing „rechtzeitig zum Umzug in den Sommerferien 2027“ ausgerufen.
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Angesichts des nahenden Ganztags ist die Stimmung in Jork jedoch noch angespannt. Denn viele Jorker Eltern sehen die Pläne skeptisch. Bei einem Infoabend in der Altländer Festhalle hatte sich eine Handvoll der 60 Väter und Mütter für eine offene, freiwillige Ganztagsschule ausgesprochen. Die Grundschulen Am Westerminnerweg in Jork und An der Este in Königreich hatten sich im Zuge der Erstellung eines pädagogischen Konzepts jedoch bereits 2020 darauf verständigt, dass es an beiden Standorten eine teilgebundene Ganztagsschule geben soll, also einen Mix aus verpflichtendem und freiwilligem Ganztag.
Die Gemeinde Jork hatte deswegen eine Umfrage unter den Eltern auf den Weg gebracht. Diese scheint nach ersten Anlaufschwierigkeiten im Herbst inzwischen abgeschlossen zu sein und von der Gemeinde ausgewertet zu werden. Die Erkenntnisse daraus sind ein Grund mehr, auf das neue Jahr gespannt zu sein.
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