TKein Jahr Pause: Ehepaar urlaubt seit 25 Jahren im Alten Land
Seit 2001 kommen Martina und Thomas Richter jedes Jahr zum Urlaub ins Alte Land. Aus Bekanntschaften sind mittlerweile Freunde geworden. Foto: Haardt
Martina und Thomas Richter sind treue Urlauber im Alten Land. Was macht die Region so besonders, dass sie sich kein Jahr ohne das Alte Land vorstellen können?
Hollern-Twielenfleth. Wenn Thomas Richter vom Alten Land erzählt, spricht er von seiner „1B-Heimat”, ein bisschen mehr als eine zweite Heimat. Mit seiner Frau Martina sitzt er vor einem Altländer Bauernhaus in Hollern-Twielenfleth und genießt die Spätsommersonne und seinen letzten Urlaubstag. Morgen fährt das Ehepaar mit dem 19-jährigen Sohn David zurück nach Münster.
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Doch lange wird die Familie dem Alten Land nicht fernbleiben: Seit 2001 packen die Richters ihre Koffer und verbringen ihren Urlaub auf dem Obsthof von Schassen. Und das in 25 Jahren jedes einzelne Jahr.
Jubiläums-Glückwünsche vom Bürgermeister
Zu ihrem Jubiläum bekamen die Richters überraschenden Besuch. Timo Gerken, Bürgermeister der Samtgemeinde Lühe, schaute beim Obsthof vorbei und überbrachte seine Glückwünsche. Für Familie Richter ein schöner Moment: „Das hätte er nicht machen müssen”, sagt Thomas Richter.

Martina und Thomas Richter sitzen vor ihrer Ferienwohnung. Sie verbringen im Jahr mindestens drei Wochen im Alten Land. Foto: Haardt
Wie die Münsteraner vor 25 Jahren aufs Alte Land als Urlaubsort kamen? Den Tipp bekamen sie von Martina Richters Eltern, aber ganz unbekannt war ihnen die Region vorher nicht. Thomas Richters Mutter kommt aus Stade. Der 65-Jährige hat eine zeitlang in Hamburg gearbeitet. Dem Alten Land halten sie aus verschiedenen Gründen die Treue, ein besonders wichtiger: die Bewohner.
Aus Bekannten wurden Freunde
„Die Freundschaften, die wir geschlossen haben, sind wirklich der Ankerpunkt für uns”, sagt Martina Richter. Seit ihrer ersten Auszeit im Alten Land haben die Münsteraner die Region und die Altländer kennen und schätzen gelernt. „Die Menschen hier sind sehr weltoffen und kommunikativ”, erzählt Thomas Richter. In dem Vierteljahrhundert seien echte Freundschaften entstanden zum Beispiel mit der Obsthof-Familie, den von Schassens.
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„Wir kennen hier Oma und Opa, die Kinder und mittlerweile die Enkelkinder”, sagt Thomas Richter. „Wir haben hier im Grunde Familienanschluss.” Generell hätten sie sich in den ganzen Jahren nie wie Touristen gefühlt. „Das liegt natürlich auch daran, dass wir so oft hier sind”, so Martina Richter.

Hofhund Timmi gehört mit zum Obsthof. Mittlerweile haben die Richters schon drei Hofhunde kennen gelernt. Foto: Haardt
Für die Richters steht fest: Jedes Jahr geht es mindestens drei Wochen am Stück ins Alte Land, manchmal fahren sie sogar mehrfach im Jahr in den Norden. „Ich sage immer: Ein Jahr ohne Altes Land ist kein Gutes”, scherzt Thomas Richter. „Wir haben noch nie darüber nachgedacht, nicht zu kommen.”
Altes Land hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz
Als Außenstehende, die sehr viel Zeit im Alten Land verbringen, haben die Münsteraner einen besonderen Blick auf die Region. Besonders gut gefällt den Richters der Frühling mit der Obstblüte und der Spätsommer mit seiner Geschäftigkeit durch die Ernte.
Doch das Alte Land habe auch im Winter seinen Reiz. „Dann sackt das Alte Land in sich zusammen”, findet Thomas Richter. Es sei faszinierend, diesen Jahreszyklus zu beobachten. Außerdem entfalte die Landschaft durch Nebel und Rauhreif in der dunklen Jahreszeit einen ganz besonderen Charme.
Erinnerungen aus 25 Jahren
Das Alte Land ist Schauplatz vieler Erinnerungen der Familie Richter. Sohn David war ein halbes Jahr alt, als seine Eltern ihn das erste Mal im Kinderwagen am Deich entlang schoben. Später durfte er in der Windmühle in Twielenfleth die Mehlrutsche herunterrutschen. Bis heute verbringt der Teenager gerne den Urlaub mit seinen Eltern. „Hierhin möchte er immer mitkommen”, sagt sein Vater.

Der Obsthof von Schassen im Alten Land. Foto: Haardt
Welche ihre Lieblingserinnerung an das Alte Land ist, können die Richters gar nicht sagen; zu viel ist dafür in den letzten 25 Jahren passiert. „Wir erinnern uns gerne an die lauschigen Sommerabende auf der Kaffeeklappe und die Radtouren am Estedeich entlang”, erzählt das Ehepaar. Besonders das Radfahren gehört für sie zum Urlaub dazu. „Dabei erschließt sich erst richtig der Charme des Alten Landes”, findet Thomas Richter.
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Mittlerweile sind die treuen Urlauber im Ruhestand. Ob sie jetzt hierher ziehen wollen? „Wir haben über längere Aufenthalte nachgedacht, aber herziehen wollen wir nicht”, sagt das Paar. Dafür seien sie zu fest verankert in Münster. Dass die Richters weiterhin jedes Jahr zum Urlauben kommen, steht aber außer Frage: „Hoffentlich für die nächsten 25 Jahre”, sagt Thomas Richter.
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