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Jugendarbeit

TMietvertrag gekündigt: Aus für Jugendzentrum Steinkirchen

Im Herbst 2026 wird das Jugendzentrum Steinkirchen schließen.

Im Herbst 2026 wird das Jugendzentrum Steinkirchen schließen. Foto: Vasel

Das Jugendzentrum Steinkirchen wird in diesem Jahr schließen. Der Eigentümer der Immobilie hat den Mietvertrag gekündigt. Wie geht es mit der Jugendarbeit weiter?

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Von Björn Vasel
Donnerstag, 07.05.2026, 12:05 Uhr

Steinkirchen. Spätestens im November 2026 wird das Jugendzentrum Steinkirchen schließen. Der Immobilieneigentümer Johannes Cordes hat seinen Vertrag mit der Samtgemeinde Lühe zum 3. November 2026 gekündigt. Wie berichtet, müsste der Altländer 35.000 Euro in die Heizungssanierung des Jugendzentrums in der Bürgerei 62 investieren.

Durch Leckagen verliere diese jeden Tag etwa 50 bis 70 Liter Wasser unter der Bodenplatte. Damit sich die Reparatur rechnet, wollte er den Mietvertrag ändern. Er bat die Kommune, den Vertrag bis 2036 zu verlängern. Das lehnte die Samtgemeinde Lühe ab. Über eine Verlängerung könne erst mit dem Haushalt 2027 gesprochen werden, erklärt Bürgermeister Timo Gerke.

Cordes begründet seine Kündigung mit akuter Schadensabwehr, letztlich wolle er „irreversible Bauschäden“ an seiner Immobilie ausschließen. Die Kommune zwinge ihn zu diesem Schritt, er selbst wollte, dass die Jugendarbeit im Dorf bleibe.

Johannes Cordes fordert 65.000 Euro von der Kommune

Der Verweis auf das Haushaltsrecht sei „ein kommunalrechtliches Märchen“, sagt Cordes und betont: „Wenn die Verwaltungsspitze das Jugendzentrum an diesem Standort wirklich wollte, könnte der Rat das morgen beschließen.“ Gerke wolle ihm offenbar - wie bei der Sportanlage Striep in Steinkirchen - den „Schwarzen Peter“ zuschieben. Er werde den Heizkreislauf des Jugendzentrums sofort vom Netz nehmen.

Damit nicht genug: Cordes habe bereits einen Gutachter eingeschaltet. Er beklagt einen Instandhaltungsrückstand und fordert von der Kommune circa 65.000 Euro.

Trotz alledem sei er weiterhin gesprächsbereit. Sollten die politischen Gremien zeitnah bereit sein, einen Zehn-Jahres-Mietvertrag abzuschließen, würde er die Kündigung umgehend zurückziehen und den Auftrag für die Heizungssanierung erteilen.

Samtgemeinde Lühe prüft Alternativen

„Die Kündigung ist keine Überraschung“, sagt Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke. Die Verwaltung prüfe bereits Alternativ-Standorte und werde der Politik ein Konzept vorlegen. „Wir werden auch ab Herbst weiterhin Jugendarbeit im Herzen der Samtgemeinde Lühe anbieten, in Steinkirchen oder in Grünendeich.“ Samtgemeindeeigene Gebäude würden geprüft, potenzielle Vermieter könnten sich im Rathaus melden.

Eigentümer Johannes Cordes vor dem Jugendzentrum in Steinkirchen.

Eigentümer Johannes Cordes vor dem Jugendzentrum in Steinkirchen. Foto: Vasel

Cordes werde Heizkörper-Konvektoren aufstellen. Das werde baurechtlich geprüft, es gehe um die Sicherheit der Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter. „Wir werden darauf pochen, dass unsere Rechte als Mieter gewahrt werden“, so Gerke.

Das Jugendzentrum

Seit 2003 ist das Jugendzentrum in der Bürgerei 62 in Steinkirchen untergebracht. Ursprünglich gehörte das Haus der Sparkasse. Vor der Nutzung für die offene Kinder- und Jugendarbeit der Samtgemeinde Lühe wurde es als Restaurant genutzt.

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