TMuseum Altes Land in einer Liga mit den großen Häusern
Dr. Kai Janofsky und ihre Kollegin Barbara Wetegrove freuen sich über das Museumsgütesiegel für das Museum Altes Land (von links). Foto: Vasel
Das Museum Altes Land in Jork ist in die Königsklasse aufgestiegen. Die Altländer sind mit dem Museumsgütesiegel ausgezeichnet worden.
Jork. Bei der Jahrestagung des Museumsverbands für Niedersachsen und Bremen hat Museumsleiterin Dr. Kai Janofsky mit ihrer Kollegin Barbara Wetegrove und Bürgermeister Matthias Riel (parteilos) die Auszeichnung in Syke entgegengenommen.
Als regionales Museum überzeuge es durch ein klares Profil, ein starkes Museumskonzept und eine qualitätsvolle Sammlung zur Kulturgeschichte des Alten Landes. Das Siegel würdige die Vermittlungsarbeit, so Dr. Johannes Janssen, Stiftungsdirektor der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.
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14 Museen aus Niedersachsen und Bremen sind mit den Altländern für ihre Arbeit gewürdigt worden - unter anderem das Deutsche Panzermuseum in Munster, das Roemer und Pelizaeus Museum in Hildesheim und das Haus im Schluh in Worpswede.
Im Kreis Stade gehört auch das Schloss Agathenburg zu den ausgezeichneten Kulturstätten. Das Museumsgütesiegel basiert auf bundesweit anerkannten Standards für Museen. Seit 2006 konnte das Siegel bereits an mehr als 200 Museen vergeben werden.
Experte spricht von einem lebendigen Lern- und Erlebnisort
Der langjährige Leiter des Kiekebergs und Vorsitzende des Museumsverbandes, Professor Dr. Rolf Wiese, würdigt das Museum Altes Land als „lebendigen Lern- und Erlebnisort“ und als das „größte Museum zur einzigartigen Kultur des Alten Landes“. Das Museumskonzept der Altländer habe den Verband überzeugt.
Der Museums-TÜV in Gestalt von Matthias Jäger, langjähriger Geschäftsführer des Worpsweder Museumsverbunds, sei „begeistert“ von dem Jorker Museum gewesen, das sich mit großen Häusern messen könne.
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Das Konzept sei schlüssig und integriere zeitgeschichtliche und gegenwartsbezogene Aspekte und Perspektiven. Ein neues Leitbild und Konzept schafften die Voraussetzung dafür, dass sich das Haus endgültig als Identifikationsort für die Region etablieren werde - touristisch und für die Menschen vor Ort.
Stärkerer Fokus auf den Obstbau
Die direkte Anbindung an Zeitenwandel- und Obstlehrpfad mache es zu dem zentralen Ausgangspunkt für die Erkundung der Kulturlandschaft. Die personelle Verbindung von Altländer Archiv und Museum „gehöre zweifellos zu den Stärken“. Begrüßt wird, dass Heiraten im Haus ermöglicht werden solle.
Die Wechselausstellungen überzeugten, so Wiese, mit Blick auf Ausstellungen zu Saisonarbeit, Richard Eggers und Blütenfest und Blütenköniginnen.

Barbara Wetegrove und Dr. Kai Janofsky besprechen Änderungen in der Dauerausstellung (von links). Foto: Vasel
Herausragend sei auch das Projekt zur NS-Geschichte mit der Oberschule in Jork. Dass die Museumspädagogik weiter ausgebaut und die Dauerausstellung weiterentwickelt wird, wurde gelobt. Obstbau und Sozialgeschichte sollen einen stärkeren Fokus bekommen.
Mehrsprachige Infotafeln geplant
Dr. Kai Janofsky will das Alltags- und das Arbeitsleben - ähnlich wie auf dem Kiekeberg - stärker beleuchten. So wird eine Gesindekammer im Kohlmeier‘schen Hof von 1825 rekonstruiert. Die Besucher sollen erleben können, wie die kleinen Leute um 1890 oder 1920 auf den Höfen lebten. Seit 2023 hatten Janofsky und Barbara Wetegrove am Sammlungs- und Bildungskonzept gefeilt, Seminare und Vor-Ort-Beratung gehörten dazu.
Mit dem Siegel werde es leichter, Fördertöpfe anzuzapfen. 2022 war für 90.000 Euro bereits die neue wasserbauliche Abteilung in der Durchfahrtsscheune von 1590 eingerichtet worden. Neue mehrsprachige Infotafeln mit QR-Codes sind in Planung. Wiese spricht in seinem Gutachten von einer „Tourismusattraktion“. Das Museum in Westerjork ist 1990 eröffnet worden.

Bürgermeister Matthias Riel, Barbara Wetegrove, Dr. Kai Janofsky und Sandra Cordes schauen Hausmeister Björn Fuhrmann bei der Montage des Museumsgütesiegels zu. Foto: Vasel
„Museen sind Orte, an denen wir miteinander ins Gespräch kommen, an denen die Geschichte lebendig wird“, betonte Kulturminister Falko Mohrs. Er ist überzeugt: Das Siegel stärke die Museen in ihrer Rolle für unsere demokratische Kultur.
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