TSchulterschluss im Samtgemeinderat Lühe – doch ein Problem bleibt
Das alte Bauernhaus in Neuenkirchen soll Wohnbebauung weichen, auch deshalb änderte der Samtgemeinderat Lühe den Flächennutzungsplan. Foto: Vasel
Der Samtgemeinderat Lühe hat wichtige Beschlüsse zu Wohn- und Schulbau gefasst. Doch es gab auch Kritik und mahnende Worte.
Steinkirchen. Der Rat der Samtgemeinde Lühe war sich am Mittwochabend (fast) einig. Lediglich Nicola Hahn (FDP) stimmte mit Nein. Sie erneuerte ihre Kritik an dem Festhalten an drei Grundschulstandorten. Die Liberale hatte mehrfach für eine Zusammenlegung der Grundschulen Guderhandviertel und Steinkirchen in Steinkirchen geworben. Hahn kritisierte im Rat erneut die hohen Kosten: „Zu teuer.“
Wie bereits bei der Appelsnut Grundschool in Hollern, drohe auch in Guderhandviertel und Steinkirchen eine Kostenexplosion, so Hahn. Doch CDU, FWG, Grüne und SPD und Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke folgten ihr nicht. Sie votierten für die Umsetzung der im August im Bau- und Schulausschuss vorgestellten Machbarkeitsstudie der KVL-Bauconsult-Schulbauberaterinnen Silke von Ferber und Marie Grütter für die Grundschulen Guderhandviertel und Steinkirchen. Die Mehrheit beauftragte damit die Verwaltung, die Planung auf dieser Grundlage voranzutreiben.
Bauarbeiten in den Schulferien
Bauausschussvorsitzender Hauke Eckhoff (CDU) lobt die Arbeit von KVL-Bauconsult aus Hamburg. „Tolle Arbeit“, sagte der Christdemokrat. Die Schüler und Lehrer müssten aufgrund der Planung nicht in eine Übergangsschule umziehen. „Außerdem können wir in den Ferien bauen“, sagt der CDU-Ratsherr. Ulrike Mohr (Grüne) und Jürgen Michaelis (SPD) stießen in dasselbe Horn.
Mit der Umsetzung will die Samtgemeinde den gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026/2027 und die Anforderungen moderner Pädagogik erfüllen. In den Grundschulen entstehen unter anderem Lernlandschaften, Mensen und Räume für Differenzierung. Bekanntlich muss die Ganztagsbetreuung bis zum Schuljahr 2029/2030 von der ersten bis zur vierten Klasse angeboten werden.
Die KVL-Experten gehen für Guderhandviertel von Kosten in Höhe von 3,675 Millionen Euro für den Neubau und Umbau der Grundschule aus. Eine neue Turnhalle und ein Werkhaus sollen errichtet werden.
In Steinkirchen schätzte KVL die Kosten auf 3,8 Millionen Euro. Größte Posten seien die neue Bücherei und Mensa mit 2,8 Millionen Euro. Die Mensa soll im Bereich der heutigen Bücherei realisiert werden, die Bücherei in einen Neubau umziehen - am oder neben dem Schulbau.
Neues Baugebiet auf dem Weg
Damit nicht genug. Außerdem hat der Rat einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich der Gemeinde Neuenkirchen beschlossen. Die „Gemischte Baufläche“ und eine „Fläche für die Landwirtschaft“ südlich der Kirche werden zu einer Wohnbaufläche.
Auf der Grundlage dieser F-Plan-Anpassung kann die Gemeinde ihr Bebauungsplanverfahren in der Dorfstraße Nr. 30 weiter vorantreiben. Bekanntlich plant der Buxtehuder Investor und Architekt Tim Schulenburg den Bau von 18 Wohneinheiten - verteilt auf drei Mehrfamilienhäuser. Hinzu kommt ein Wohnhaus für die Eigentümerfamilie des Obsthofes. Das reetgedeckte, baufällige Altländer Fachwerkhaus und das Wirtschaftsgebäude müssen dafür abgerissen werden.
In der Einwohnerfragestunde und in seinen Mitteilungen betonte der Samtgemeindebürgermeister, dass es beim Jugendzentrum Steinkirchen „inzwischen eine neue Option gibt, die wir derzeit prüfen“. Es müsse nicht auf eine Containerlösung hinauslaufen. Gerke: „Politik und Verwaltung arbeiten gemeinsam intensiv daran, eine gute und tragfähige Lösung für die Jugendarbeit in der Samtgemeinde Lühe auch nach dem 3. November zu finden.“ CDU-Ratsherr Gerd Dehmel mahnte erneut, das Gespräch mit dem derzeitigen Vermieter zu suchen.
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