TSein Herz schlägt für den Buckel-Volvo: Autohaus Bröhan feiert treuen Mitarbeiter
60 Jahre im Betrieb: Gerd Bröhan und seine Tochter Catharina Bröhan nehmen ihren Oldtimer-Fachmann Uwe Müller vor ihrem Buckel-Volvo in die Mitte. Foto: Vasel
Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. Deshalb haben Catharina und Gerd Bröhan bei der Feier der Modernisierung ihres Betriebs den Treuesten geehrt.
Königreich. Catharina Bröhan hat kräftig in ihren Familienbetrieb in Königreich investiert. Mehr als 2,5 Millionen hat die Altländerin in die Hand genommen, um das Volvo- und Hyundai-Autohaus mit Werkstatt an der Königreicher Straße (K39) zu modernisieren. Bei der Einweihung stellte die Geschäftsführerin mit ihrem Vater Gerd Bröhan langjährige Mitarbeiter in den Mittelpunkt - allen voran „Uns Uwe“.
Oldtimer-Experte seit 60 Jahren im Betrieb
Der 76-jährige Uwe Müller aus Jork-Königreich ist eine Altländer Legende - insbesondere auf dem Gebiet der Oldtimer-Restaurierung. Seit 60 Jahren ist er bei Bröhan beschäftigt, unterstrich Gerd Bröhan in seiner Laudatio. Dabei hatte Müllers Vater andere Pläne mit seinem Jungen. „Ich sollte eigentlich Maurer werden“, sagt der Königreicher. Kurz vor dem Beginn der Lehre redete ein Kfz-Meister aus dem Familienbetrieb seinem Vater ins Gewissen: „Uwe wird Kfz-Mechaniker.“
Und so ließ er die Maurerkelle links liegen und griff zum Drehmomentschlüssel. „Und das habe ich keinen Tag bereut“, sagt Müller. Mehr als 60 Kfz-Mechaniker bildete er aus. Viele Kunden hätten in der Werkstatt auf ihn bestanden. Viele verschoben sogar den Servicetermin für ihren BMW oder ihren Volvo in der Kirsch- oder in der Apfelernte. „Dann hatte Uwe überhaupt keine Zeit, er musste pflücken“, erzählte Bröhan. In der Wellenstraße bewirtschaftete der Königreicher einen zwei Hektar großen Obsthof im Nebenerwerb.

Millioneninvestition: Bürgermeister Matthias Riel besichtigt den Betrieb in Königreich nach dem Neu- und Umbau und bestaunt den Oldtimer. Foto: Vasel
Er wurde zu dem Oldtimer-Experten des Kfz-Betriebs. So restaurierte Müller auch das fahrende Aushängeschild des Betriebs: einen 68 PS starken Buckel-Volvo (Modell: PV 544 B18) von 1965 „in Cherryrot“. Doch der legendäre Volvo war im Februar 1996 „ein Haufen Altmetall“. Schrottreif. „Mit Fachwissen, Geduld, Liebe und Ausdauer“ habe er das Fahrzeug restauriert - und innerhalb von zwei Jahren zu einem wunderschönen Automobil gemacht. Dafür musste er den Volvo komplett zerlegen. Ob Karosserie, Elektrik, Mechanik oder Motor, er habe sich im Laufe seines Berufslebens viele Fähigkeiten angeeignet. „Ich war und ich bin Schrauber aus Leidenschaft“, sagt Müller.
Sein Herz schlägt im Motorentakt
Sein Herz schlage im Takt des Verbrennermotors. „Geht nicht“, diese Ansage habe es nicht im Müllerschen Wortschatz gegeben, lobte Gerd Bröhan seinen treuesten Gesellen. Dieser habe selbst zwei Oldtimer zu Hause: Eicher-Traktoren. Sein Wissen stellt Müller auch in den Dienst der Allgemeinheit: Bei der Ortsfeuerwehr Königreich gehört er zu den Oldtimer-Freunden, die mit ihrem Förderverein das Löschfahrzeug (LF8) von 1969 in Schuss halten: einen Hanomag Henschel.

Geehrt: Uwe Müller (60 Jahre), Mathias Schwarz (15 Jahre), Stefan Benz (25 Jahre) und Eduard Wiegel (25 Jahre) - mit Gerd Bröhan und Geschäftsführerin Catharina Bröhan. Foto: Vasel
„Treue Mitarbeiter sind eine wichtige Grundlage für unternehmerischen Erfolg“, sagt Gerd Bröhan. Die Ehrung der Jubilare und die Einweihung seien für ihn deshalb zwei Seiten einer Medaille. Er hat den Familienbetrieb zu Jahresbeginn an seine Tochter übergeben.
Familie feiert Modernisierung
In der 15-monatigen Umbauphase sei der Werkstatt-Betrieb lediglich eine Woche für die Kunden geschlossen gewesen. Eigentlich wollten sie bereits im Jahr 2020 loslegen, doch die Corona-Pandemie habe die Baukosten explodieren lassen: vier Millionen, das war ihnen viel zu teuer. Im Sommer 2025 legten die Handwerker los. 2,5 Millionen habe der Volvo- und Hyundai-Vertragshändler am Standort in die Hand genommen. Mehr als 60 Mitarbeiter zählt der Betrieb mit den zwei Standorten in Jork-Königreich und in Stade-Wiepenkathen. „2028 werden wir unseren 75. Geburtstag feiern“, freut sich Catharina Bröhan.

Blick in die neue Werkstatt. Foto: Vasel
In einer Kellergarage hatte ihr Großvater Werner Bröhan im Jahr 1953 am Obstmarschenweg den Grundstein der Erfolgsgeschichte gelegt. Nach einem Intermezzo an der Königreicher Kreuzung entstand 1963 die erste Halle am heutigen Standort in der Königreicher Straße 15/17. Dank der neuen Hebebühnen können Pkw-Akkus „problemlos getauscht oder erneuert werden“.

Die Hebebühnen sind auf Elektromobilität ausgelegt. Foto: Vasel
E-Autos können vor Ort geladen werden. Auf dem Dach sitzt eine Photovoltaikanlage mit 224 Modulen und einer Leistung von 99,7 Kilowattpeak - inklusive Speicher und Notstromversorgung. Bröhan: „Bei Hyundai liege der E-Auto-Anteil bei 70 Prozent.“ Auch eine Autowaschanlage, geeignet für Wohnmobile, mit einer Recyclingquote von 85 Prozent, wurde errichtet. Die Osmose-Anlage entkalke das Wasser und verhindere Kalkrückstände auf dem Lack. Der soll glänzen - wie beim Buckel-Volvo.

Blick in die Waschhalle und die Fahrzeugaufbereitung. Foto: Vasel
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