Zähl Pixel
Altes Land

TSommeräpfel sind reif: Obstbauer Eckhoff setzt auf drei Sorten

Die Obstbauern Claus-Harry und Niklas Eckhoff präsentieren die Sommersorte Delbar.

Die Obstbauern Claus-Harry und Niklas Eckhoff präsentieren die Sommersorte Delbar. Foto: Felsch

Der Name Augustapfel ist etwas irreführend, denn diese Sorte wird auch schon im Juli geerntet. Obstbauer Eckhoff bevorzugt allerdings andere Frühsorten.

Von Franziska Felsch 24.08.2026, 09:50 Uhr

Twielenfleth. Der Augustapfel wird als frühreifender Tafel- und Wirtschaftsapfel bezeichnet. Die grüne Sorte mit dem intensiven Duft stammt aus Lettland und ist auch für kleine Gärten geeignet. Reif ist er schon ab Juli, allerdings nur kurz lagerfähig, weshalb Familie Eckhoff ihn nicht mehr im Programm hat.

Augustäpfel eine aussterbende Art

„Wir sind auf andere Frühäpfel umgestiegen“, sagt Claus-Harry Eckhoff. Augustäpfel gehören seines Wissens nach der aussterbenden Art an. Auch geschmacklich gäbe es bessere Alternativen, ist sich der Fachmann sicher.

In dem Obstbaubetrieb von 1869 am Deich, der nun in sechster Generation von Sohn Niklas geführt wird, werden insgesamt mehr als 20 Sorten angebaut. „Wir sind breit aufgestellt“, sagt der Juniorchef. Dazu zählen neben den Lageräpfeln, die im Herbst geerntet werden, Holsteiner Cox, Cox Orange, Elstar, Gala, Boskop, Jona Gold, Braeburn und Wellant. Letzterer wird von vielen Allergikern gut vertragen.

Vater und Sohn haben auch die Sorte Alkmene im Programm.

Vater und Sohn haben auch die Sorte Alkmene im Programm. Foto: Felsch

Aktuell werden drei Frühapfelsorten geerntet: Delbar, eine Apfelsorte, die sie seit zwei Wochen pflücken und mit denen die Familie seit etwa 30 Jahren gute Erfahrungen gemacht hat, außerdem Alkmene und Gravensteiner. Beliebt bei den Kunden sind alle drei, weiß Niklas Eckhoff. „Es kommt eben immer drauf an, wofür man den Apfel haben will und jeder hat ja auch einen anderen Geschmack, weshalb wir nicht sagen können, einer von den dreien läuft besonders gut.“

Sonnenstreifen und Sonnenbrand

Delbar ist ein aromatisch-lieblicher Sommerapfel, der in Deutschland zwischen Ende August und Anfang September geerntet wird, lagerfähig bis Oktober/November. Er ist auch unter Delcorf bekannt, in Frankreich aus einer Kreuzung von Stark Jon Grimes und Golden Delicious entwickelt und seit Anfang der 80er Jahre verbreitet.

Die rot-gelbe Sorte Delbar wird wegen ihres lieblichen Geschmacks gerne gekauft.

Die rot-gelbe Sorte Delbar wird wegen ihres lieblichen Geschmacks gerne gekauft. Foto: Felsch

Die oftmals walzenförmigen Früchte von mittlerer bis großer Größe weisen eine glatte Schale auf - mit grüngelber Grundfarbe und rötlichen Streifen von der Sonne. Wenn diese allerdings zu sehr scheint, wie 2018 und in diesem Jahr, kann auch der Apfel Sonnenbrand bekommen - was aber bei jedem Apfel der Fall sein kann, so Jonas Eckhoff.

Apfel nach griechischer Sagenfigur benannt

Oder die Haut kann reißen, wie bei der Sorte Alkmene, eine Kreuzung aus Cox Orange und Geheimrat Dr. Oldenburg. Die eher kleinen Äpfel mit dem fein-säuerlichen Geschmack sind von Anfang bis Mitte September pflückreif. Genussreif bis in den Oktober. Allerdings hält sich diese Sorte auch im Kühllager nur bis Ende November. Der Name Alkmene ist übrigens zurückzuführen auf die Mutter des Herakles, dem griechischen Helden.

Claus-Harry Eckhoff prüft die Qualität der Gravensteiner-Äpfel.

Claus-Harry Eckhoff prüft die Qualität der Gravensteiner-Äpfel. Foto: Felsch

Der Älteste unter diesen drei Frühäpfeln, die der Obsthof Eckhoff anbaut, ist der Gravensteiner - er soll mindestens seit 1669 in Dänemark und Norddeutschland bekannt sein. Claus-Harry Eckhoff beschreibt den klassischen Sommerapfel, der in der Regel von Ende August bis Mitte September erntereif ist, als kräftig und sehr beliebt, jedenfalls im Landkreis und in Hamburg, wo sie auf dem Wochenmarkt regelmäßig stehen.

Die kommerzielle Bedeutung des Gravensteiners hat aber wohl weltweit nachgelassen - zugunsten neuerer Sorten, die besser lagerfähig, anspruchsloser im Anbau und weniger stoßempfindlich sind. Die frühe Erntezeit und seine Eignung zur Weiterverarbeitung sowie sein Geschmack sind wiederum die Pluspunkte des 2005 zu Dänemarks Nationalfrucht gekürten Apfels.

Neue Wege beim Obstverkauf

Neben Äpfeln baut Familie Eckhoff Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen und Renekloden an. Unter dem Motto Obstoutlet kann man sich am letzten Sonnabend des Monats eine Tüte kaufen und sie bis zum Rand mit Obst seiner Wahl füllen.

Weitere Informationen: www.obsthofeckhoff.de

Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel