TTrotz Schnee und Eis: Das TAGEBLATT bringt sie trotzdem immer
Julia-Hellena Ellerbrock auf ihrer morgendlichen Tour. Foto: Felsch
Julia-Hellena Ellerbrock ist eine von gut 200 Austrägern, die täglich das TAGEBLATT ausliefern. Schneesturm „Elli“ stellte aber auch sie vor besondere Herausforderungen.
Apensen. Nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung“ hat sich Julia-Hellena Ellerbrock um Mitternacht angezogen: warme Unterwäsche, Arbeitshose mit reflektierenden Streifen, Anorak, Mütze, Handschuhe, dicke Socken und geeignetes Schuhwerk - dicke Winterstiefel. Ohne Spikes, aber mit rutschfester Sohle.
„Wir können aber vom Arbeitgeber Spikes erhalten, wenn wir wollten“, sagt die 40-Jährige, der die Minusgrade nicht allzu viel ausmachen. „Da ich eine Reitbeteiligung habe und regelmäßig Pferde versorge, bin ich bei jedem Wetter draußen. Das bin ich also gewohnt.“
Mit dem SUV statt mit dem Rad unterwegs
Um 1 Uhr in der Nacht war sie wie immer pünktlich in Neukloster an der Tankstelle, um die Zeitungen abzuholen. Ihre Touren fuhr Ellerbrock aber nicht wie üblich mit dem Rad, sondern mit dem Auto.

Langsam taut der Schnee und Julia-Hellena Ellerbrock kommt wieder leichter voran. Foto: Felsch
Lieber nehme sie das Lastenrad, weil sie sich gerne bewege an der frischen Luft und die Auslieferung mit dem Pkw umständlicher sei, sagt Ellerbrock. Mit dem Rad komme sie besser in die kleinen Nebenstraßen. Aber da diese in Apensen, in ihrem Gebiet, nicht immer geräumt waren, war es sicherer mit dem SUV mit Allradantrieb.
Wege zum Haus waren meist vorbildlich geräumt
Dadurch verzögerte sich die Lieferung der Zeitung in der vergangenen Woche. Etwa eine Stunde mehr habe Ellerbrock gebraucht. „Man kann nicht überall direkt vorfahren, dann immer wieder ein- und aussteigen, das dauert“, hat sie festgestellt. Auch sei es anstrengend gewesen, durch meterhohen Schnee zu laufen. Die Mehrarbeit werde aber vom TAGEBLATT vergütet.
Was noch positiv war: „Die meisten Kunden haben die Wege zum Haus vorbildlich frei geräumt.“ Wenn es mitten in der Nacht erneut schneit, könne man das nicht verlangen, „aber dafür waren die Eingänge in der Regel immer hell ausgeleuchtet“, so die Zustellerin, die trotzdem mit einer Stirnlampe unterwegs ist.
Schweres Geläuf: Rutschgefahr durch Tauwetter
Am vergangenen Sonnabendmorgen, als zusätzlich Schneetreiben die Sicht behinderte, war das eine gute Entscheidung, sagt Ellerbrock im Nachhinein. Der Freitag sei nicht - wie erwartet - der schlimmste Tag gewesen. Sie habe zwar trotz Wetterwarnung nicht erwartet, dass so viel Schnee fällt, sei aber vorbereitet gewesen und ganz gut zurechtgekommen. „Ich bin ja noch jung. Aber vor den älteren Kollegen ziehe ich den Hut.“
Wesentlich gefährlicher empfand sie persönlich den Dienstagmorgen, als Tauwetter einsetzte, wodurch die Straßen und Wege matschig und rutschig wurden. „Wenn es uns zu riskant erscheint, weil es zu glatt ist, zum Beispiel, weil eine Treppe zum Briefkasten vereist ist, müssen wir da nicht hin“, sagt Ellerbrock. Das liegt im Ermessen der Zusteller. „Aber es war und ist mein persönlicher, hoher Anspruch, jedem seine Zeitung zu bringen, und es hat ja geklappt.
Seit fünf Jahren macht sie den Job - bereut hat sie es noch nie. Das frühe Aufstehen, wenn andere noch in den Federn liegen, mache ihr nichts aus. Selbst nicht bei so einem extremen Winter wie in diesem Jahr. „Es war auf der anderen Seite auch mal schön, die verschneite Landschaft zu erleben. Wenn die Sonne aufgeht und alles strahlt in Weiß, das hat was.“
Wertschätzung: Schokolade für die Zustellerin
Ihre Kunden hatten volles Verständnis, wenn die Zeitung etwas später kam. „Die schätzen unseren Job, das merkt man“, sagt Ellerbrock. Besonders rührend fand sie die Gesten einiger Stammkunden. Die schenkten ihr Süßigkeiten mit Karten, auf denen zu lesen war: „Danke, dass Sie auch bei diesem Wetter immer dafür sorgen, dass wir unsere Zeitung lesen können.“
Dass der Winter sich jetzt, zumindest vorerst, verabschiedet, darüber ist sie ganz froh. „Dann kann ich endlich wieder das Lastenrad nehmen und sportlich unterwegs sein.“
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