Ungewöhnlicher Unfall im Kreis Cuxhaven: Robbe auf der Fahrbahn
Die Robbe wurde bei dem Zusammenstoß tödlich verletzt (Symbolbild). Foto: Joe Giddens/PA Wire/dpa
Der Autofahrer muss seinen Augen nicht getraut haben: Auf der Kreisstraße in Schiffdorf (Kreis Cuxhaven) begegnete ihm plötzlich eine Robbe. Es kam zur Kollision.
Schiffdorf. Die Polizei meldet einen ungewöhnlichen Verkehrsunfall im Landkreis Cuxhaven.
Am Mittwochmorgen (14. Januar 2026) kollidierte gegen 7.45 Uhr auf der Kreisstraße 60 in Schiffdorf ein Pkw mit einer Robbe.
Durch den Zusammenstoß wurde das Tier tödlich verletzt. Die Polizei verständigte die zuständige Seehundstation Norddeich, die sich um das verendete Tier kümmerte.
Wie kam die Robbe auf die Fahrbahn?
Das Fahrzeug wurde bei dem Zusammenstoß nicht beschädigt, so Stephan Hertz, Sprecher der Polizeiinspektion Cuxhaven.
Wie das Tier auf die Kreisstraße gelangt ist, steht noch nicht fest. „Nach bisherigen Erkenntnissen könnte das Tier über die Geeste in Verbindung mit den aktuell sehr hohen Wasserständen durch das Tauwetter in den Bereich gelangt sein“, berichtet Hertz.
So reagieren Autofahrer richtig bei Wild auf der Straße
Tauchen Tiere auf, gilt: sofort, aber den nachfolgenden Verkehr beachtend, das Tempo drosseln - also nicht ohne Not scharf abbremsen. Da die Tiere die jeweilige Geschwindigkeit der Fahrzeuge nicht abschätzen können, ist es nicht ausgeschlossen, dass sie unvermittelt auf die Straße laufen.
Fernlicht aus und hupen - und mit Nachzüglern rechnen
Steht ein Wildtier bei Dämmerung oder in der Dunkelheit auf der Fahrbahn, sollte ein eventuell angemachtes Fernlicht ausgeschaltet werden, um die Tiere nicht zu blenden. Notfalls bis zum Stillstand abbremsen. Hupen kann Tiere vertreiben - aber immer ist mit Nachzüglern zu rechnen.
Absolut tabu sind riskante Ausweichmanöver. Denn der Zusammenstoß mit anderen Fahrzeugen oder Bäumen kann schlimmstenfalls tödlich enden. Ist ein Unfall mit dem Tier nicht zu vermeiden: so stark wie möglich weiterbremsen und dabei das Lenkrad festhalten.
Gefahr durch Wald und entlang von Wiesen und Feldern
Am größten ist das Risiko auf Streckenabschnitten mit Wald, Wiesen und Feldern. Das gilt speziell für Straßen, die erstmals neu durch Waldgebiete führen. Tiere nutzen am liebsten ihre gewohnten Wege. Am höchsten ist die Gefahr für Begegnungen mit Wildtieren laut ACV in der Zeit zwischen 6 und 8 Uhr sowie 17 und 20 Uhr.
Oft warnen auch Schilder vor Wildwechselgefahr
Doch auch, wenn es kein entsprechendes Schild gibt: Wer einen Hochsitz oder gar reflektierende Wildwarner entlang der Strecke sieht, befährt diese Abschnitte besser mit erhöhter Aufmerksamkeit, gedrosseltem Tempo und bremsbereit.
Generell gilt besonders in den genannten Bereichen: Tempo runter, bremsbereit bleiben und die Straßenränder im Blick behalten. Speziell bei schlechter Sicht, etwa bei Regen oder Nebel, ist nochmals erhöhte Vorsicht angesagt. So können tiefstehende Sonne, Nebel oder Regen zu längeren Reaktionszeiten führen. Und: Nasse und durch Laub rutschige Straßen verlängern den Bremsweg.
Nach einem Unfall mit Wild sind folgende Punkte wichtig:
- Ruhe bewahren und besonnen agieren: Warnblinker anmachen, Warnweste anziehen und die Unfallstelle mit Warndreieck sichern.
- Hilfe leisten: Wurden Menschen verletzt? Dann Erste Hilfe leisten und den Notruf 112 alarmieren.
- Tiere nicht anfassen: Tote Tiere nicht ohne Handschuhe anfassen und auch zu noch lebenden Abstand halten, sie könnten etwa ausschlagen.
- Polizei verständigen: Diese kann den verantwortlichen Jäger benachrichtigen. Der kümmert sich darum, das Wild zu bergen oder hält nach verletzten und geflüchteten Tieren Ausschau. Auf diesem Weg auch unbedingt nach einer Wildunfallbescheinigung für die Versicherung fragen. Typische Wildschäden bezahlt in der Regel eine eventuell abgeschlossene Kaskoversicherung.
- Kein Tier mitnehmen: Der ACE rät, Wildtiere niemals mitzunehmen - auch nicht aus gut gemeinter Barmherzigkeit, um etwa einen Tierarzt aufzusuchen. Denn ansonsten droht eine Strafverfolgung wegen Jagdwilderei.
(set/dpa)