TDer Norden kann Oktoberfest: Trachtentrends auf der Revenaher Wiesn
Fesche Dirndl mit zarter Spitze: die Sauensieker Dorfjugend beim Oktoberfest in Revenahe. Foto: Laudien
Fesche Dirndl und zünftige Lederhosen - beim Oktoberfest in Revenahe haben sich die Besucher buchstäblich ins Zeug gelegt. Hier einige Höhepunkte.
Revenahe. Von wegen Nordlichter können kein Oktoberfest: Auch nördlich des Weißwurst-Äquators wurde die bayerische Kultur in Revenahe zünftig, laut und stimmungsvoll gefeiert. Die Gaudi am Wochenende war auch in diesem Jahr wieder restlos ausgebucht. Rund 1600 Menschen brachten das riesige Festzelt in dem kleinen Dorf auf der Geest am Freitag, am ersten Abend, zum Beben.
Besucher haben sich in Schale geschmissen
Das typisch bayerische Büffet mit Haxn, Leberkäs, Sauerkraut und Kartoffelbrei sorgte für die nötige Grundlage zum Feiern. Anschließend brachten DJ Jannik und die Kapelle Aalbachtal Express aus Franken den Saal gehörig zum Toben. Dirndl-Trägerinnen und Lederhosen-Liebhaber ließen es so richtig krachen und hatten sich für den bayerischen Abend ganz besonders in Schale geschmissen.
Das Oktoberfest Revenahe in Bildern
Bernd Meinke und Stephan Perbandt vom Verein Insel im Moor, die einst aus einer Bierlaune heraus 2011 das Oktoberfest in Revenahe ins Leben riefen, konnten wieder ihre Krachledernen aus dem Schrank holen. „Ich habe mir vor zwei Jahren mal eine neue Lederhose gegönnt, die ich in einem Geschäft für Trachtenmode in Hamburg gekauft habe“, verriet Meinke.
Auch Frauen haben in Revenahe die Hosen an
Ehefrau Anja Meinke trug ebenfalls ein fesches Beinkleid. Ihre kurze, rote Trachtenhose aus Stoff mit Stickerei kombinierte sie mit einem geschnürten Mieder. Trachtenlederhosen für Damen sind längst eine beliebte und moderne Alternative zum klassischen Dirndl. Das zeigte auch Sophie Nösler aus Helmste.
T Riesengaudi in Revenahe: Das Oktoberfest in Bildern
Sie trug zu ihrer Lederhose eine weiß-rot-karierte Bluse. Miriam Westram, seit 2015 Mitglied beim Verein Insel im Moor, hatte sich ebenfalls für eine kurze Lederhose entschieden. „Ich wusste nicht, was ich anziehen sollte und war bis zuletzt unentschlossen.“ Ihre Tochter Linea trug ihr allererstes Dirndl. „Ich wollte gerne ein Kleid in Rosa“, so die 15-Jährige.
Auch Hüte waren bei den Besucherinnen angesagt: Gudrun Nordsiek aus Oldendorf trugt zum dunkelgrünen Dirndl einen Filzhut, den sie mit einer silbernen Kette verziert hatte. Tanja Schnurpfeil aus Hollenstedt war mit ihrem pinkfarbenen Hut ein ganz besonderer Hingucker. „Er ist vom Oktoberfest in München und inzwischen mein Markenzeichen.“

Modisch mit und ohne Hut (von links): Annette Wedemann, Tanja Meier und Tanja Schnurpfeil mit Schwiegertochter Hedy Wollert Foto: Laudien
Beliebte Ergänzung zum feschen Dirndl waren Oberteile aus hauchzarter Spitze. Das zeigte sich unter anderem bei der Sauensieker Dorfjugend. „Ich habe mein Dirndl bei Mohr in Dollern gekauft“, sagte Rieke Elmers. Mariele Cordes wurde bei Dodenhof in Posthausen fündig. Sina Chniel trug das Dirndl ihrer Mutter. „Das hat sie schon vor zehn Jahren getragen und es hat schon viel gesehen.“
Harsefelds neue Bürgermeisterin im hellblauen Dirndl
Maren Kleinschmidt, Harsefelds neue Bürgermeisterin, kam in einem hellblauen Dirndl. „Ich habe es bereits vor neun Jahren im Allgäu gekauft und auch schon beim Oktoberfest in München getragen.“ Ehemann Dennis trug eine bayerische Lederhose. „Die besitze ich schon zwanzig Jahre. Ich habe sie einst für die Wiesn in München gekauft und schon vergangenes Jahr beim Oktoberfest in Revenahe getragen.“

Harsefelds neue Bürgermeisterin Maren Kleinschmidt mit Ehemann Dennis. Foto: Laudien
Auch Besucherinnen mit südamerikanischen Wurzeln pflegten im Norden die bayerische Tradition: Paola Brandt-Jimenez aus Costa Rica, die seit vielen Jahren in Buxtehude lebt, sowie die Mexikanerin Natalia Conzales aus Stade und die Kolumbianerin Ariadna Möller aus Harsefeld hatten für die Gaudi in Revenahe teils 200 Euro in ihre Dirndl investiert.
Junge Männer feiern Oktoberfest statt Ballermann
Mit einem ganz besonderen Mix fielen 20 junge Männer aus Hagenah auf, die Junggesellenabschied feierten. Sie trugen zu den zünftigen Lederhosen gemusterte Hawaii-Hemden. „Ursprünglich wollten wir zum Ballermann auf Mallorca. Doch das Oktoberfest ist viel geiler“, erklärten sie.

Oktoberfest statt Ballermann: Junggesellenabschied von André Meinke aus Hagenah. Foto: Laudien
Den künftigen Bräutigam überraschten sie mit dieser Aktion, holten ihn mit einem Erntewagen ab und verpassten ihm ebenfalls ein Hawaii-Hemd mit dem Foto seiner Braut. Absoluter und spontaner Höhepunkt für die Truppe: Den obligatorischen Bierfassanstich übernahmen erstmals Leute aus dem Publikum - ein junger Mann, der seinen 26. Geburtstag feierte - und der künftige Bräutigam André Meinke.
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