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TVor dem Aus? Keine Alternativen für Jugendzentrum Steinkirchen in Sicht

Diese Mahnung hängt an der Tür des Jugendzentrums in Steinkirchen.

Diese Mahnung hängt an der Tür des Jugendzentrums in Steinkirchen. Foto: Vasel

Die Uhr tickt. „Wir müssen in sechs Wochen raus“, steht auf einem Schild vor dem Jugendzentrum Steinkirchen. Wie es weitergeht, ist weiterhin offen.

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Von Björn Vasel
16.09.2026, 13:40 Uhr

Steinkirchen. Wie berichtet, ist der Vertrag für die Immobilie in der Bürgerei 62 im Mai 2026 zum 3. November gekündigt worden.

Wie und wo es mit der offenen Jugendarbeit in der Samtgemeinde Lühe im Herbst und in den nächsten Jahren weitergeht, steht in den Sternen. Die Arbeit gehe weiter, versichert Bürgermeister Timo Gerke (parteilos).

Nach TAGEBLATT-Informationen hat der nicht öffentlich tagende Samtgemeindeausschuss am Montag vor einer Woche den Bürgermeister mit Blick auf das drohende Aus beauftragt, noch einmal Kontakt mit Immobilieneigentümer Johannes Cordes aufzunehmen. Dafür hatte sich insbesondere die CDU starkgemacht.

Sechs Wochen bis zur Schließung.

Sechs Wochen bis zur Schließung. Foto: Vasel

Fachbereichsleiter Dirk Grusdas setzte sich am Tag danach mit Cordes in Verbindung. Er teilte dem Eigentümer mit, dass „die Politik den bestehenden Mietvertrag für das derzeitige Jugendzentrum in Ihrem Gebäude in der Bürgerei gerne um ein weiteres Jahr verlängern“ würde. Voraussetzungen seien eine „funktionierende Heizung“ und eine Verlängerung des Vertrags „zu den bisherigen Mietkonditionen“. Grusdas bat Cordes, bis zum 14. September mitzuteilen, ob er unter diesen Voraussetzungen einer Verlängerung des Vertrags zustimmen könne.

Bislang keinen Alternativstandort gefunden

Die Verwaltung hat in den vergangenen Monaten acht Standorte ins Auge gefasst. Unter anderem waren eine Immobilie der Kirche, das Alte Archiv sowie die Dorfgemeinschaftshäuser Steinkirchen und Grünendeich („Fernsicht“) im Gespräch. Fehlende Barrierefreiheit, unzureichende Größe sowie brandschutz-, aufsichts- und baurechtliche Probleme werden als Gründe dafür genannt, dass sie nicht infrage kommen. Bauverwaltung und Jugendpflege waren gemeinsam auf die Suche gegangen.

Rathauschef favorisiert einen Neubau am Striep

Bereits im Juli brachte Samtgemeindebürgermeister Gerke deshalb eine Containerlösung für den Übergang in Steinkirchen/Grünendeich an der Grund- und Oberschule ins Gespräch.

Seine Vision: Mittelfristig könnte am Schulzentrum Striep - im Zuge des Ganztagsprojekts an der Grundschule - ein Neubau für die Gemeindebücherei und das Jugendzentrum in Steinkirchen/ Grünendeich entstehen. „Die zentrale Lage spricht dafür“, sagt Gerke. Für Jugendzentrum und Bücherei sollte es einen getrennten Eingang („nicht über den Schulhof“) geben.

Jugendzentrum: Auch dieses Gebäude in Guderhandviertel ist als Übergangsstandort im Gespräch.

Jugendzentrum: Auch dieses Gebäude in Guderhandviertel ist als Übergangsstandort im Gespräch. Foto: Vasel

Zwischenzeitlich war auch der für den Neubau der Sporthalle der Grundschule in Guderhandviertel angekaufte Resthof als Übergangsquartier im Gespräch. Der soll eigentlich abgerissen werden, um 2028 die Halle errichten zu können. Denn 2031 sollen die Bauarbeiten für die Ganztagsbetreuung in der Grundschule laut Machbarkeitsstudie abgeschlossen sein. Vor einer Nutzung als Jugendzentrum müsste noch Geld in den Altbau investiert werden.

Eigentümer verlangt Planungssicherheit

„Ich habe volles Verständnis dafür, dass die Politik eine Unterbringung für den kommenden Winter kurzfristig sicherstellen möchte“, sagt Eigentümer Johannes Cordes. Grundsätzlich wäre er bereit, seine Immobilie in Steinkirchen weiter an die Samtgemeinde zu vermieten.

Doch aus kaufmännischen Gründen könne er das Gebäude nicht lediglich für ein Jahr vermieten. Denn für eine komplett neue, auf das Jugendzentrum zugeschnittene Heizungsanlage müsse er 30.000 bis 35.000 Euro in die Hand nehmen. Das wäre bei einer Vertragsgarantie von nur einem Jahr und unveränderter Miete „wirtschaftlich absolut unmöglich“. Das Jugendzentrum ist seit 2003 in der früher als Sparkasse und Restaurant genutzten Immobilie untergebracht.

Wie berichtet, muss der Eigentümer die Heizung sanieren. Wasser sickerte durch die Bodenplatte. Angesichts der hohen Investitionen hatte Cordes die Kommune um eine Vertragsverlängerung bis 2036 und eine Mietanpassung gebeten. Doch diese vertröstete ihn auf 2027, schließlich kündigte er im Frühjahr den Vertrag.

Eigentümer unterbreitet Win-win-Vorschlag

Die Tür sei nicht zu. Cordes unterbreitete in seiner Antwort unter anderem ein Angebot über einen neuen Vertrag - für zehn Jahre oder mit einer Kostenbeteiligung an der Heizungssanierung, abhängig von der Mietdauer, ohne feste Vertragslaufzeit. Fördermittel aus der Dorfentwicklung könnten für die energetische Sanierung beantragt werden. Dafür hatte sich Steinkirchens Bürgermeisterin Sonja Zinke (CDU) starkgemacht.

Blick auf das Jugendzentrum Steinkirchen an der L140 (Bürgerei).

Blick auf das Jugendzentrum Steinkirchen an der L140 (Bürgerei). Foto: Vasel

Das wäre für die Samtgemeinde Lühe eine Win-win-Lösung, so Cordes. Die Kommune müsste kein Geld für die Containermiete und einen Neubau an der Schule in die Hand nehmen. Es gebe keine Konflikte zwischen Schulbetrieb und offener Jugendarbeit. Ohne Weitervermietung müsste ihm die Samtgemeinde 50.000 Euro für Substanzschäden zahlen.

Letztere will Gerke nicht zahlen: „Dafür gibt es keine Begründung.“ Er favorisiere weiter Container für den Übergang und Neubau. Er hoffe auf ein Ja aus der Politik; mit dem Landkreis Stade werde geprüft, ob es eine vorläufige Baugenehmigung für die Container geben könne. Wie es weitergeht, ist offen. Im öffentlichen Teil steht das Jugendzentrum am Mittwoch, 16. September, 19 Uhr, im Rat nicht auf der Tagesordnung.

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