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TWie schütze ich mich vor Online-Betrug? Das rät ein Hamburger Experte

Der Hamburger Rechtsanwalt Fabian Fritsch beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Cyberkriminalität. (Montage)

Der Hamburger Rechtsanwalt Fabian Fritsch beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Cyberkriminalität. (Montage) Foto: dpa/Dulian/Kanzlei Hafencity

Enkeltrick-SMS, Phishing-Mails, Fakeshops: Abzocker versuchen vieles, um an Kundendaten zu kommen. Woran Betroffene die Fallen schnell erkennen und was im Ernstfall zu tun ist.

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Von Steffen Buchmann
06.08.2026, 08:55 Uhr

Wie versuchen Kriminelle, an Kundendaten zu kommen?

Die Fallstricke für Verbraucher sind vielfältig. Idealerweise entwickelt sich ein Bauchgefühl für all die kleinen Ungereimtheiten, mit denen sich Abzocker an ihre Opfer wenden.

Wer dieses Bauchgefühl nicht hat, sollte alle Angebote, egal ob Hilfe, Dienstleistungen oder Waren, grundsätzlich auf Logik prüfen und immer auf der Hut sein. Etwa, wenn irgendwer, der nicht persönlich bekannt ist, nach persönlichen Daten oder der Zustimmung zu irgendetwas fragt. Fakeshops, Phishing-Mails oder Vorauskassebegehren etwa über Handelsportale wie Kleinanzeigen.de oder Vinted sind beliebte Ausgangspunkte.

Wie gehe ich mit merkwürdigen Nachrichten um?

Kommunikation mit Unbekannten oder vermeintlich Bekannten über Telefon, Mail oder Social Media ist immer problematisch. Hier kommt es auch zunehmend zu Identitätsdiebstählen, um Freunde und Verwandte um Geld zu bitten. Auch der Enkeltrick funktioniert - besonders am Telefon - noch immer hervorragend. Und die Paketdienstnachricht ist oft gar nicht von DHL.

Auf einem Smartphone ist eine Betrugs-SMS zu lesen, in der Kriminelle ein Paket ankündigen und dafür angeblich fällige Zollgebühren einfordern.

Auf einem Smartphone ist eine Betrugs-SMS zu lesen, in der Kriminelle ein Paket ankündigen und dafür angeblich fällige Zollgebühren einfordern. Foto: Wolf von Dewitz/dpa

Fritsch empfiehlt: „Öffnen oder bearbeiten Sie keine Mails, die mit Ihrem Onlinebanking oder sonstigen Profilen zur Geldverwaltung zu tun haben.“ Kein seriöser Anbieter würde dies per Mail oder einer vorbereiteten Anlaufseite im Internet abfragen.

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Vorsicht gilt auch bei Angeboten etwa für Jobs, Beratungen oder medizinische Wundermittel. Diesen Leuten geht es nur um Adressen und schlimmstenfalls um Vertragsabschlüsse, aus denen man so ohne weiteres nicht wieder herauskommt.

Was kann ich konkret tun, um mich zu schützen?

Auch wenn das Problem letzten Endes immer vor dem PC sitzt: Vielfach werden auch Computer oder Handy selbst zum Problem durch Hackerangriffe und schädliche Software. Hier hilft oft nur professionelle Hilfe, um die Systeme angriffssicher zu gestalten.

Wer zu viel Werbung bekommt, zu viele Pop-ups schließen muss und am Ende das Gefühl hat, nicht allein am Schreibtisch zu sitzen, der sollte sich schnell Hilfe holen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man im heimischen WLAN, im Mobilfunknetz oder in einem öffentlichen WLAN-Hotspot ins Internet eingeloggt ist.

Woran erkenne ich einen Angriffsversuch?

Anfragen zu wichtigen Zugangsdaten sollte man sofort abbrechen. Kleiner Tipp: Klicken Sie bei entsprechenden Mails auf „Allen Antworten“ - taucht in der Empfängerliste dann eine unbekannte Adresse auf, ist der Betrugsversuch klar erkannt.

Suchen Sie nach kleinen Ungereimtheiten in der Kommunikation. Betrugsversuche kommen oft aus dem Ausland, und die deutsche Sprache ist in den Feinheiten der Grammatik schwer zu handhaben.

Was soll ich als Erstes tun, wenn mir ein Betrug auffällt?

Karte sperren und die Bank informieren, alles sehr feinmaschig dokumentieren mit Uhrzeiten. Mails archivieren, Anzeige erstatten und möglichst alles tun, um das eigene Engagement in der Sache komplett auszureizen und in ein gutes Licht zu stellen.

Ein Mann sitzt vor einem Laptop, der mit einem fiktiven Verschlüsselungstrojaner (Ransomware) befallen ist. Bei Angriffen mit Erpressungssoftware werden Daten auf Computern verschlüsselt, und die Hacker verlangen Geld für die Freigabe.

Ein Mann sitzt vor einem Laptop, der mit einem fiktiven Verschlüsselungstrojaner (Ransomware) befallen ist. Bei Angriffen mit Erpressungssoftware werden Daten auf Computern verschlüsselt, und die Hacker verlangen Geld für die Freigabe. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Bei hohen Schadenssummen keine Aussagen zu einer möglichen Mitschuld ohne Absprache mit einem spezialisierten Anwalt machen. Eine unbedarft eingeräumte Mitschuld wirkt sich in einem anschließenden Verfahren sehr negativ aus.

Gibt es Chancen, gestohlenes Geld oder Zugänge wiederzubekommen?

Im Fall gesperrter Accounts oder Rückerstattungen etwa nach Betrugsversuchen über PayPal scheitern betroffene Opfer in aller Regel auf ganzer Ebene.

Am Ende helfen nur Rechtsmittel wie Klage oder einstweilige Verfügung. Die Erfolgschancen sind individuell zu prüfen, liegen aber oft meist höher, als die Standard-Abwehrformulierungen von Banken und Zahlungsdienstleistern zunächst vermuten lassen.

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