17-Jähriger nach Messerattacke in Göttingen verdächtig
Nach einer Messerattacke auf einen 23-Jährigen in Göttingen gilt ein 17-Jähriger als verdächtig. (Symbolbild) Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa
Nach einem Angriff in Göttingen schwebt ein 23-Jähriger zunächst in Lebensgefahr. Kurz darauf geben Ermittler Entwarnung und informieren über einen Verdächtigen und einen Waffenfund.
Göttingen. Nach einer zunächst lebensbedrohlichen Messerattacke auf einen 23-Jährigen in Göttingen gilt ein Teenager als tatverdächtig. Bei dem 17-Jährigen sei die mutmaßliche Tatwaffe gefunden worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Der Beschuldigte mache derzeit von seinem Recht Gebrauch, sich nicht zur Sache zu äußern, teilte die Ermittlungsbehörde mit.
Nach Polizeiangaben wurde der 17-Jährige am Sonntagnachmittag im Göttinger Ostviertel in Gewahrsam genommen. Weil sich ein dringender Tatverdacht derzeit nicht begründen lasse, sei der Beschuldigte wieder freigelassen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Mit den aktuellen Ermittlungsergebnissen lasse sich eine Notwehrsituation nicht ausschließen, hieß es zur Begründung.
Das 23-jährige Opfer befindet sich mittlerweile nicht mehr in Lebensgefahr, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittag. Ihm zufolge ist zwar eine Operation nötig, der Gesundheitszustand des Mannes wurde aber als stabil bezeichnet. Wann eine Vernehmung möglich werde, sei aber weiter unklar.
Mordkommission und Staatsschutz ermitteln
Am Sonntagmorgen gegen 2.00 Uhr war der 23-Jährige nach Polizeiangaben mit einem spitzen Gegenstand angegriffen und zunächst lebensgefährlich verletzt worden. Er kam in ein Krankenhaus. Eine Mordkommission habe ihre Arbeit aufgenommen und der Staatsschutz sei involviert, weil sich ein politisches Motiv derzeit nicht ausschließen lasse.
Der 23-Jährige befand sich zum Zeitpunkt der Tat in Begleitung mehrerer anderer Menschen. Sowohl Opfer als auch Zeugen lassen sich nach Angaben der Polizei gemeinschaftlich durch einen Göttinger Anwalt vertreten. Die Zeugen wollten sich demnach weder in der Tatnacht noch am Sonntag zu dem Geschehen oder einem Tatverdacht äußern.
Polizei appelliert, sich vernünftig und friedlich zu verhalten
Als Reaktion auf die Tat gab es am Sonntagabend eine Demonstration. Rund 600 Menschen versammelten sich nach Polizeiangaben am Albaniplatz und zogen anschließend durch die Innenstadt. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen und die Beamten appellierten, sich weiter vernünftig und friedlich zu verhalten.