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T17.000 Kilometer nonstop: Rekordflug und Großaufträge für Airbus

Mit diesem Flieger der australischen Fluglinie Quantas soll Ende der Woche ein neuer Rekord in der zivilen Luftfahrt erreicht werden: Ein Nonstop-Flug aus Europa nach Australien - von Toulouse nach Melbourne.

Mit diesem Flieger der australischen Fluglinie Quantas soll Ende der Woche ein neuer Rekord in der zivilen Luftfahrt erreicht werden: Ein Nonstop-Flug aus Europa nach Australien - von Toulouse nach Melbourne. Foto: Airbus

Airbus sammelt auf einer Messe neue Großaufträge ein. Außerdem könnte der Flugzeugbauer in dieser Woche eine neue Rekordmarke in der zivilen Luftfahrt setzen.

Von Wolfgang Stephan 22.07.2026, 11:50 Uhr

Zwei Standorte, zwei Schlagzeilen: Bei der Farnborough International Airshow ist Airbus traditionell einer der größten Aussteller. Dementsprechend gibt es spektakuläre Verkaufsabschlüsse bei der Messe südlich von London. Gleichzeitig soll zeitnah aus Toulouse ein Rekordflug starten: mit einem aufgerüsteten A350-Flieger ohne Zwischenlandung nach Australien.

Dieser Airbus bleibt bis zu 22 Stunden in der Luft

Wenn alles planmäßig verläuft, wird der Airbus A350-1000ULR am Donnerstag in Toulouse starten und am Freitag in Melbourne landen. Nach einem Nonstop-Flug über 17.000 Kilometer würde dies einen neuen Rekord in der zivilen Luftfahrt markieren.

Mit diesem Testflug startet das Projekt Sunrise („Sonnenaufgang“), das speziell für die australische Fluggesellschaft Qantas entwickelt wurde. Die Australier haben zwölf dieser Flieger bestellt. Dank eines zusätzlichen Treibstofftanks mit 20.000 Litern Fassungsvermögen soll der Großraumflieger bis zu 22 Stunden ohne Zwischenlandung in der Luft bleiben können. Damit will Qantas Nonstop-Verbindungen von Sydney nach London und später auch nach New York anbieten.

Dummys als Passagiere an Bord

Bei dem Testflug soll nahezu die maximale Reichweite des Flugzeugs ausgeschöpft werden. Airbus will erproben, inwieweit mit dieser Ultra-Long-Range-Variante die extremen Anforderungen der späteren Project-Sunrise-Flüge erfüllt werden können. Deswegen ist der Flieger mit rund fünf Tonnen zusätzlicher Testausrüstung und über 1000 Sensoren bestückt, die das Verhalten der Flugzeugstruktur während aller Flugphasen überwachen.

Weil keine Passagiere an Bord sein dürfen, wurden zahlreiche Sitze mit beheizbaren Dummys ausgestattet, die die Wärmeabgabe echter Passagiere simulieren. Statt der 480 Sitze im herkömmlichen A350-1000 werden beim Sunrise-Projekt deutlich weniger Passagiere fliegen können – dann aber auf bequemeren Sitzen.

Wie begehrt die Flieger der A350-Baureihe sind, zeigte sich noch vor dem Start der internationalen Luftfahrtmesse am Montag in Farnborough. Riyadh Air, eine neue Fluggesellschaft aus Saudi-Arabien, bestellte sechs A350-1000-Flieger. Die Saudis hatten bereits vor einem Jahr den Kaufvertrag über 25 A350-1000 unterzeichnet, mit einer Option auf 25 weitere Exemplare des Großraumfliegers. Die ersten sechs davon wurden nun fest bestellt.

Großauftrag hoch zwei: Airline ordert neun Airbus-Flugzeuge

Am Dienstagmittag meldete Airbus den nächsten Großauftrag: Philippine Airlines bestellt neun A350-1000-Flieger und sichert sich eine Option auf weitere fünf Großraumflieger. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde in Farnborough unterzeichnet.

Der Gesamtauftrag von Philippine Airlines für die A350-1000 wird sich damit auf 18 Flugzeuge verdoppeln. Für die Airbus A350-Familie (inklusive der Frachtversion A350F) liegen insgesamt mehr als 1595 Festbestellungen vor. Bislang wurden davon gut 725 Maschinen ausgeliefert.

Jeder zweite Flieger wird in Finkenwerder endmontiert

Den ersten großen Abschluss bei der Airshow nahe London für die A320-Familie hatte Airbus bereits am Montag verkündet: Das irische Leasingunternehmen SMBC Aviation kauft 100 Jets der A320neo-Familie – 65 A321neo und 35 A320neo –, die bis in zehn Jahren geliefert werden sollen.

Jeder zweite Flieger dieser Baureihe wird in Hamburg endmontiert. SMBC ist einer der größten Kunden der A320-Familie.

Zusammen mit der Muttergesellschaft Sumitomo Corporation sind bisher mehr als 900 Flugzeuge aller Typen bei Airbus bestellt worden. Leasinggesellschaften, die die Flieger an die Airlines vermieten, spielen mittlerweile eine immer größere Rolle in der Luftfahrt und zählen zu den größten Bestellern bei Airbus und auch bei Boeing.

Aufträge für etwa 9200 Verkehrsflugzeuge

Eine weitere Bestellung gab es am Dienstag von Shohin Airlines, eine in Tadschikistan gegründete private Fluggesellschaft, über vier Flieger der A320neo-Familie - es ist der erste Airbus-Auftrag in der Geschichte der Airline. Airbus liegen derzeit Aufträge für gut 9200 Verkehrsflugzeuge vor, was die Produktion bis Mitte der 2030er Jahre auslastet.

Apropos: In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden 351 neue zivile Flieger an insgesamt 77 Kunden ausgeliefert. 870 neue Verkehrsflugzeuge wurden als Zielmarke für 2026 ausgegeben – noch 519 Flugzeugauslieferungen in sechs Monaten gelten als ambitioniertes Ziel, wobei im Jahresendspurt im November und Dezember traditionell mehr Flieger an die Kunden gehen.

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