T3:3 nach 3:0: Warum sich D/A in Schöningen „um den Lohn“ bringt
D/A-Trainer Oliver Ioannou spricht über das bittere Ende des Auswärtsspiels in Schöningen. Foto: Jörg Struwe (Archiv)
D/A verspielt einen sicheren Auswärtssieg, seine Siegesserie und eine Momentaufnahme. Oliver Ioannou erklärt, wie es in Schöningen „unnötig“ zum späten Drama kam.
Drochtersen. Um circa 19.45 Uhr stand die SV Drochtersen/Assel am Freitagabend wieder auf Tabellenplatz eins in der Regionalliga Nord - zwischenzeitlich. Nach dem unbefriedigenden Saisonstart und zuletzt einer Aufholjagd in Richtung Tabellenspitze - D/A legte eine Siegesserie von fünf Spielen hin - war das eine schöne Momentaufnahme. Bis der Tabellenzweite FSV Schöningen den Fünften aus Drochtersen um 21.20 Uhr stürzte.
D/A spielt 75 Minuten, die „viel besser“ kaum gehen
Davor spielte D/A überzeugend. Das Team von Trainer Oliver Ioannou ging im Elmstadion bei der weitesten Auswärtsreise der Saison früh durch einen Distanzschuss von Allah Aid Hamid (13.) in Front. Fortan zeigte D/A das, was Ioannou vor dem Spiel gefordert hatte: „Wichtig ist, dass wir die Spielkontrolle erlangen.“ Und die Gäste legten nach.
T Spätes Drama: D/A verspielt ein 3:0 in Schöningen und die Tabellenspitze
Einen präzisen Pass von Tom Sanne schoss Marc Dühring (24.) mühelos ins leere Tor. Nur einen Kopfball auf Jesper Heims Tor ließ D/A zu. Nach Wiederanpfiff deutete sich fünf Minuten lang an, dass Schöningen noch Zählbares aus dem Topspiel mitnehmen wollte. Mehr kam aber nicht vom Gastgeber.
Christopher Schepp (66.) sorgte mit seinem Elfmetertor nach Foul an Sanne für die 3:0-Vorentscheidung. „Wir haben 75 Minuten ein gutes Auswärtsspiel gespielt bei einem guten Gegner, viel besser kannst du es bis dahin fast gar nicht spielen“, sagt Ioannou. Doch in der 77. Minute begann der erste Akt des 13-minütigen Dramas.
Wie D/A sich in Schöningen um „den eigenen Lohn“ bringt
Das Topspiel nahm eine unerwartete Dynamik. Jannes Elfers rannte einem Schöninger von hinten in die Hacken. Den Anschlusstreffer per Strafstoß besorgte Moussa Doumbouya. D/A machte „den Gegner stark“, so Ioannou. Er habe bis dahin nicht das Gefühl gehabt, dass die FSV überhaupt ein Tor erzielen würde.
Drei Drochterser schauten bei einer Flanke zum Ball und hatten kein Auge für Doumbouya (81.). Dahaba rutschte weg, sodass der FSV-Joker vor dem D/A-Innenverteidiger an den Ball kam und an Heim vorbei ins Netz drosch. D/A kassierte den Anschlusstreffer und musste „wegverteidigen“. Ioannou: „Das wäre absolut nicht nötig gewesen, diesen Moment noch mal haben zu müssen.“ Gegen St. Pauli II vor einer Woche brachte D/A das 1:0 von Hamid in der 60. Minute noch souverän über die Zeit.
In der 90. Minute griff D/A an. Schöningen luchste D/A den Ball im Sechzehner ab, dann rollte der 15-sekündige Konter - vor diesen Umschaltmomenten hatte Ioannou gewarnt. Die FSV schlug nach Balleroberung den Ball auf gut Glück über das halbe Feld, Nico von der Reith verlor den Zweikampf an der rechten Außenlinie gegen Jordi Njoya. „Da hätten wir die Möglichkeit gehabt, den Gegner zu foulen“, sagt Ioannou.
T Zoff um zehn Minuten: Hedendorf und Agathenburg kämpfen neben dem Platz
Njoya hatte freie Bahn und flankte in Richtung Doumbouya in den Sechzehner. Der bewegte sich zwischen Dahaba und Luca Menke und schoss per Direktabnahme das 3:3. D/A verschenkte zwei Punkte. „Wir haben uns um unseren eigenen Lohn gebracht“, sagt Ioannou. Dafür sieht der Coach einen Hauptgrund.
Ioannous Spieler setzen individuell nicht das Geforderte um
Seine Spieler hätten ab der 75. Minute nicht mehr die „Aufgaben in den Positionen erfüllt“, die es brauche, um das Spiel zu gewinnen. „Da müssen sich einzelne Spieler ankreiden lassen, dass sie nicht genügend Verantwortung für ihre Position getragen haben.“
Oliver Ioannou hätte sich „viel mehr Reife und Cleverness gewünscht“, Schöningen vom eigenen Tor fern zu halten. Bei einer 3:0-Führung und 24 Minuten Restspielzeit müsse man „alles auf dem Platz lassen“ und den Gegner so kontrollieren, dass er überhaupt nicht mehr zu einem Treffer kommen kann.
Statt einem weiteren Auswärtssieg „in der Tasche“ (Ioannou), dem sechsten Sieg am Stück und der Tabellenführung über Nacht stehen die Kehdinger mit 24 Zählern vorerst auf Platz vier. Nächste Woche Samstag (14 Uhr) gibt es im Kehdinger Stadion gegen Jeddeloh die Chance auf eine weitere Siegesserie.
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