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T60.000 Menschen, 20.000 Zelte: So wuchs das Deichbrand über die Jahre

Luftaufnahme des Deichbrand Festivals: Eine temporäre Stadt aus 20.000 Zelten und 60.000 Besuchern erstreckt sich über 183 Hektar in Wanhöden.

Luftaufnahme des Deichbrand Festivals: Eine temporäre Stadt aus 20.000 Zelten und 60.000 Besuchern erstreckt sich über 183 Hektar in Wanhöden. Foto: Scheer

Das Deichbrand Festival in Wanhöden ist längst eine Stadt auf Zeit. Die beeindruckendsten Zahlen und wie das Festival immer weiter gewachsen ist.

Von Bengta Brettschneider 14.07.2026, 05:50 Uhr

Wanhöden. Das Deichbrand in Wanhöden ist längst mehr als ein Musikfestival. Für wenige Tage entsteht eine Stadt auf Zeit mit einer Infrastruktur, die sich hinter mancher Kleinstadt nicht verstecken muss. Mehr als 60.000 Besucherinnen und Besucher feiern auf dem Gelände am Seeflughafen Nordholz. Hinter den Kulissen sorgen Tausende Menschen dafür, dass alles funktioniert.

Mehr Platz und deutlich mehr Zelte

Das gesamte Festivalgelände umfasst inzwischen rund 183 Hektar. 2022 waren es noch knapp 171,6 Hektar. Allein das Infield ist acht Hektar groß, hinzu kommen 13 Hektar Sonderflächen für Einlässe, den Playground sowie Bring- und Abholbereiche.

Insgesamt gibt es 17 Campingplätze. Dort entstehen inzwischen jedes Jahr mehr als 20.000 Zelte. 2022 waren es noch rund 15.000. Für Wohnmobile stehen zusätzlich mehr als 55 Hektar Campingfläche sowie über 350 Stellplätze mit Stromanschluss zur Verfügung.

Vier Bühnen, 60.000 Fans

Vor der Fire Stage und der Water Stage ist jeweils Platz für bis zu 60.000 Fans. Hinzu kommen die Anheuser-Busch Bud New Port mit einer Kapazität von 12.000 Besucherinnen und Besuchern sowie die DJ-Bühne ElecTrees.

Neu ist 2026 die vollständig neu entwickelte Anheuser-Busch Bud New Port. Die Bühne bietet Platz für rund 12.000 Besucherinnen und Besucher und eröffnet nach Angaben der Veranstalter deutlich erweiterte Möglichkeiten für Konzertproduktionen, Showinszenierungen und weitere Veranstaltungsformate.

Eine Kleinstadt mit Pool und Supermarkt

Zum Festival gehört längst weit mehr als Musik. Mehr als 50 Foodstände und über 30 Bars versorgen die Gäste. Im festivaleigenen SuperStore gibt es rund 200 Artikel, ein begehbares Kühlhaus, einen Backshop sowie 14 Kassen.

Auf dem Playground warten ein 1000 Quadratmeter großer Swimmingpool, eine 2000 Quadratmeter große Beach Area, eine Flunkyball-Arena sowie Ruhezonen und Angebote des Awareness-Teams.

Parallel dazu wurden die Schatten-, Aufenthalts- und Erlebnisflächen auf dem Festivalgelände deutlich ausgebaut. Neu hinzugekommen sind unter anderem der Bereich Hideaway mit zusätzlichen Rückzugsorten sowie eine neue Workshop-Area. Damit soll die Aufenthaltsqualität abseits der Konzertflächen weiter verbessert werden.

Tausende Menschen sorgen für den Ablauf

Rund 3500 Mitarbeitende sind während des Festivals im Einsatz. Etwa 2000 davon gehören zu Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Ordnungsdienst.

Für Aufbau und Betrieb werden mehr als 150 Fahrzeuge, über 350 Funkgeräte, rund 400 Container, mehr als 30 Kilometer Zäune, über 1000 Meter Bühnenbarrikaden sowie inzwischen mehr als 30 Kilometer Kabel benötigt. 2022 waren dafür noch rund zwölf Kilometer Kabel ausreichend.

Ein Schwerpunkt der Investitionen liegt 2026 auf der technischen Infrastruktur. So wird die stationäre Stromversorgung weiter ausgebaut. Zentrale Bereiche des Backstagegeländes sowie die beiden Hauptbühnen sind inzwischen an das feste Stromnetz angebunden. Dadurch sollen künftig deutlich weniger mobile Generatoren benötigt werden. Das reduziert Transporte und Kraftstoffverbrauch und soll das Festival langfristig nachhaltiger machen.

Auf dem Gelände stehen rund 1550 Toiletten. Mehr als 300.000 Liter Bier werden während der Festivaltage ausgeschenkt. Auch hinter den Bühnen herrscht Hochbetrieb: Crew und Künstlerinnen und Künstler werden innerhalb von rund zwei Wochen mit etwa 30.000 Mahlzeiten versorgt.

Beim Deichbrand 2025 fielen nach Angaben der Veranstalter rund 260 Tonnen Abfall an. Trotz der Größe sei das Müllaufkommen pro Kopf geringer als im Alltag zu Hause.

Ein Blick auf das Publikum zeigt: Die Gäste sind im Durchschnitt 26,3 Jahre alt. 54 Prozent sind weiblich, 45 Prozent männlich und ein Prozent divers. Rund 65 Prozent sind berufstätig, zwölf Prozent studieren und acht Prozent absolvieren eine Ausbildung. 18 Prozent der Besucher kommen aus Bremerhaven, Cuxhaven oder Delmenhorst, weitere 15 Prozent aus Oldenburg und Wilhelmshaven.

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