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Neubaugebiet

T64 neue Grundstücke für Fredenbeck: Was hier ein Hausbau kostet

Sechs Fußballfelder groß: das neue Wohngebiet in Fredenbeck südlich der Grundschule. Hier übersteigt die Nachfrage an Grundstücken deutlich das Angebot.

Sechs Fußballfelder groß: das neue Wohngebiet in Fredenbeck südlich der Grundschule. Hier übersteigt die Nachfrage an Grundstücken deutlich das Angebot. Foto: Meyer

Schon bald zieht Leben ins neue Wohngebiet Fredenbecker Wiesen, die Grundstücke sind begehrt. Ein Blick ins Neubaugebiet, auf die Interessentenliste und Preise.

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Von Thies Meyer
Dienstag, 09.06.2026, 05:30 Uhr

Fredenbeck. Die Abnahme der Erschließungsarbeiten ist erfolgt und der erste Hausbau rückt näher. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Wohngebiet Fredenbecker Wiesen:

Was macht den Standort besonders und was hat er zu bieten?

Fredenbecks Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Schumacher erklärt: Vor allem die Nähe zu den beiden Bildungseinrichtungen Grundschule und Kindergarten, die in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar sind, macht den Standort für Neubürger attraktiv.

Das Neubaugebiet erstreckt sich über 41.500 Quadratmeter, also über etwa sechs Fußballfelder, und liegt in der Nähe des Fredenbecker Ortsausgangs Richtung Deinste. Nördlich des Neubaugebiets gehen Kinder zur Grundschule Fredenbeck oder in den Kindergarten, östlich kicken die Fußballer des VfL Fredenbeck auf ihrem Sportplatz. Im Süden könnte in Zukunft wieder die Eisenbahn rollen und im Westen stehen am Ackerkamp, Acker- und Weidering ebenfalls Wohnhäuser in einem Wohngebiet.

Rechts ist die Grenze des Neubaugebiets zum nächsten Ackerland. Früher waren die Fredenbecker Wiesen ebenfalls landwirtschaftliche Nutzfläche.

Rechts ist die Grenze des Neubaugebiets zum nächsten Ackerland. Früher waren die Fredenbecker Wiesen ebenfalls landwirtschaftliche Nutzfläche. Foto: Meyer

64 neue Häuser sollen bald hier rund um diese drei Straßen stehen: Holunderweg, Goldrutenbogen und Mohnbogen. Das Harsefelder Unternehmen Viebrockhaus will vor dem Lärmschutzwall vier sogenannte Power-Townhouses mit insgesamt 20 Wohneinheiten bauen, sagt Bauingenieur Ralf Kraeft vom Bauunternehmen Hahn aus Hechthausen, der nach eigenen Angaben ältesten Baufirma Deutschlands. Matthias Lühmann, Chef der Kreissparkasse Stade und selbst Fredenbecker, freut sich über diesen „sozialen Wohnungsbau mit bezahlbarem Wohnraum“.

Das Planungsbüro Cappel+Kranzhoff hat das Neubaugebiet Fredenbecker Wiesen geplant. Im Norden zwischen Kindergarten und Schule ist das Regenrückhaltebecken (RRB) eingezeichnet, im Nordwesten in Pink eine Fläche für Gemeindebedarf, im Süden der Lärmschutzwall und im Osten der Spielplatz in Grün und die Zufahrt.

Das Planungsbüro Cappel+Kranzhoff hat das Neubaugebiet Fredenbecker Wiesen geplant. Im Norden zwischen Kindergarten und Schule ist das Regenrückhaltebecken (RRB) eingezeichnet, im Nordwesten in Pink eine Fläche für Gemeindebedarf, im Süden der Lärmschutzwall und im Osten der Spielplatz in Grün und die Zufahrt. Foto: Gemeinde Fredenbeck (nomo)

Das Neubaugebiet ist für zukünftige Bewohner im Westen vom Ackerkamp erreichbar. Über den Raakamp sei eine Zufahrt nur für Rettungsfahrzeuge vorgesehen, um den Bereich für Schüler verkehrssicher zu halten, erklärt Samtgemeindebürgermeister Matthias Hartlef.

Der Spielplatz Ackerring ist Geschichte und stand mal da, wo jetzt die Einfahrt ins Neubaugebiet führt. Ein neues kleinen Spielparadies mit Rutsche und Karussell ist rechts von der Zufahrt.

Das Regenrückhaltebecken hat seinen Platz gefunden zwischen Grundschule und Kindergarten.

Das Regenrückhaltebecken hat seinen Platz gefunden zwischen Grundschule und Kindergarten. Foto: Meyer

Zwischen Schule und Kindergarten befindet sich ein Regenrückhaltebecken - das war der größte Streitpunkt bei der Planung. Gegenüber der Grundschule und westlich vom Raakamp hat die Gemeinde Flächen für ihren Gemeindebedarf geblockt. Hier soll in Zukunft eine Mensa für die Grundschule gebaut werden.

Wer verdient am Neubaugebiet Fredenbecker Wiesen?

Die Kreissparkasse ist der Erschließungsträger und erzielt mit den 62 Grundstücken Verkaufserlöse. Das Baugebiet wurde vom CVK Vermessungsbüro aus Stade vermessen und von Cappel + Kranzhoff aus Hamburg geplant.

Abnahme der Erschließungsarbeiten des neuen Wohngebiets im Fredenbecker Ortskern: Aus der Politik schnitten Samtgemeindebürgermeister Matthias Hartlef (3.v.l.) und Fredenbecks Bürgermeister Hans-Ulrich Schumacher (5.v.l.) symbolisch das Absperrband an der Einfahrt vom Ackerkamp durch. Für den Investor Kreissparkasse Stade waren Matthias Lühmann (7.v.l.) und Jörg Stemmermann (2.v.r.) vertreten.

Abnahme der Erschließungsarbeiten des neuen Wohngebiets im Fredenbecker Ortskern: Aus der Politik schnitten Samtgemeindebürgermeister Matthias Hartlef (3.v.l.) und Fredenbecks Bürgermeister Hans-Ulrich Schumacher (5.v.l.) symbolisch das Absperrband an der Einfahrt vom Ackerkamp durch. Für den Investor Kreissparkasse Stade waren Matthias Lühmann (7.v.l.) und Jörg Stemmermann (2.v.r.) vertreten. Foto: Meyer

Neben der Baufirma Hahn, die die Erschließungsarbeiten übernommen hat, verdienen sämtliche Baufirmen, die durch Bauaufträge für Häuser Geld kassieren. Fest steht, dass Viebrockhaus durch den Bau der Power-Townhouses und den Weiterverkauf an Investoren verdient, welche wiederum Sozialwohnungen vermieten.

Profiteur ist auch die Gemeinde Fredenbeck, aber erst, wenn die vielen Neu-Fredenbecker Kaufkraft in die Kommune bringen und Steuern zahlen, vor allem die Grundsteuer. „Wir sind eine aufstrebende Gemeinde und auf Zuzug angewiesen“, sagt Schumacher.

Die Grundschule in unmittelbarer Nachbarschaft ist ein Pull-Faktor für Grundstücksinteressenten, um hier ihr trautes Heim zu bauen oder eine Wohnung zu mieten.

Die Grundschule in unmittelbarer Nachbarschaft ist ein Pull-Faktor für Grundstücksinteressenten, um hier ihr trautes Heim zu bauen oder eine Wohnung zu mieten. Foto: Meyer

Wer sind die Interessenten und wer bekommt den Zuschlag?

Jörg Stemmermann, Spezialist für Baulanderschließung bei der Kreissparkasse Stade, ist Herr über die Interessentenliste. Einige junge Familien stünden auf der Liste der Sparkasse sowie Investoren, die ihren Neubau anschließend vermieten. Seit 2016 sammelt die Sparkasse potenzielle Grundstückskäufer, mittlerweile listet sie mehr als 200. Wer bekommt eine Zusage?

„Wir entscheiden chronologisch“, sagt Stemmermann - getreu dem Sprichwort: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Obwohl die ersten Kaufverträge bereits unterschrieben seien, so Stemmermann, bedeute Interesse nicht gleich Unterschrift. Es ziehen immer auch mal wieder Anwärter zurück, sagt Stemmermann und ergänzt: „Interessenten dürfen sich noch bei mir melden.“

Was kostet eine Familie ein kompletter Hausbau?

Rund 270 Euro kostet ein Quadratmeter Grundstück. Ein Rechenbeispiel zeigt ungefähr, was man in diesem Wohngebiet für den Traum vom Eigenheim zahlen müsste.

Dieser Lärmschutzwall mit Metallgerüst trennt das Wohngebiet von Schienen, auf denen bald wieder regelmäßig die Bahn fahren soll.

Dieser Lärmschutzwall mit Metallgerüst trennt das Wohngebiet von Schienen, auf denen bald wieder regelmäßig die Bahn fahren soll. Foto: Meyer

Die kleinsten Einfamilienhaus-Grundstücke in den Fredenbecker Wiesen sind 400 Quadratmeter groß. Der reine Grundstückskaufpreis liegt damit etwa bei 108.000 Euro. Mit Nebenkosten wie der fünfprozentigen Grunderwerbsteuer in Niedersachsen, Notar- und Grundbuchkosten kommt man grob auf 115.000 Euro.

Bei einem Haus mit 160 Quadratmetern Grundfläche - 40 Prozent des Grundstücks - und durchschnittlich 3470 Euro Baukosten im Landkreis, wären das 416.400 Euro für den Hausbau. Dazu könnten noch weitere 20 Prozent Nebenkosten für Hausanschlüsse oder Außenanlagen kommen. Der Grundstückskaufpreis von 115.000 Euro plus Hausbaukosten von nahezu einer halben Million Euro ergibt knapp 615.000 Euro.

Stemmermann prognostiziert, dass der erste Hausbau auf dem Areal im letzten Quartal 2026 beginnen werde.

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