T„Affensau“: Fredenbeck und Vinnhorst verurteilen Rassismus-Vorfall
Der VfL Fredenbeck hatte am Samstag mit 25:33 gegen den TuS Vinnhorst verloren. Foto: Potreck
Ein möglicher Fall von Rassismus schlägt Wellen in der 3. Liga. Ein Zuschauer soll in der Geestlandhalle einen Spieler beleidigt haben. So reagieren die Vereine.
Fredenbeck. Während des Handballspiels zwischen den Drittligisten VfL Fredenbeck und TuS Vinnhorst soll es am Samstagabend in der Geestlandhalle „zu einem rassistischen Vorfall“ gekommen sein. Beide Vereine zeigen klare Kante, verurteilen die Vorkomnisse aufs Schärfste und kündigen Konsequenzen an.
„Einer unserer Spieler wurde nach den uns vorliegenden Angaben aus dem Zuschauerbereich mit dem rassistischen Schimpfwort Affensau beleidigt“, schreibt die Geschäftsführung und Sportliche Leitung der TuS Vinnhorst Handball GmbH am Sonntagvormittag auf Instagram. Der TuS Vinnhorst verurteile diese menschenverachtende Äußerung auf das Schärfste, so der Verein weiter.
Vinnhorst erwartet transparente Aufarbeitung
In seinem Statement schreibt der TuS Vinnhorst, dass er vom VfL Fredenbeck „eine unverzügliche und transparente Aufarbeitung des Vorfalls“ erwarte. Dazu gehöre „insbesondere die Identifizierung des verantwortlichen Zuschauers, die Prüfung eines konsequenten Hallenverbots sowie eine klare öffentliche Distanzierung von rassistischen Äußerungen“. Vinnhorst werde den Deutschen Handball-Bund (DHB) informieren.
Die Vertreter des VfL Fredenbeck haben den Vorfall bereits kurz nach dem Abpfiff des Spiels am Samstagabend aufs Schärfste kritisiert und sich von Rassismus distanziert. Abteilungschef Lars Müller verurteilte ihn in der traditionellen Pressekonferenz vor etwa 400 Menschen.
Auf TAGEBLATT-Nachfrage sagt Müller am Montag, dass der Verein die Person, die das Wort gerufen habe, sanktionieren werde, wenn der Verein sie denn finde. Ein Hallenverbot schließt Müller nicht aus. „Wenn es ein Erwachsener war, hat er in den nächsten Monaten in der Halle nichts zu suchen. Einen Heranwachsenden muss ich wahrscheinlich eher aufklären“, sagt Müller.
Nach TAGEBLATT-Informationen gibt es offenbar kaum Ohrenzeugen bei diesem Fall. Die Schiedsrichter sollen den Zwischenfall in Abstimmung mit den Verantwortlichen der beiden Teams auch nicht in ihren Spielbericht aufgenommen haben.
Steinkamp und Müller verurteilen den Vorfall
Müller werde sich „schlau machen“, Zuschauer befragen, womöglich Zuschauergruppen zusammenholen und sie direkt ansprechen und sensibilisieren. „Wir wissen nur in etwa, aus welcher Ecke das kam“, sagt Müller.
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VfL-Trainer Matthias Steinkamp berichtet am Montag, dass er kurz nach Abpfiff schon im Kabinengang mit dem Vinnhorster Trainer und dem betroffenden Spieler über den Vorfall gesprochen hat. Er habe sich im ersten Schritt „aufrichtig entschuldigt“ und im zweiten angekündigt, dass der Verein dem nachgehen werde. „So etwas gehört nicht in den Sport oder woanders hin“, sagt Steinkamp.
Der Fredenbecker Coach erklärt, dass der VfL Fredenbeck für Integration und Jugendarbeit stehe. Im Kader des Drittligisten stehen Spieler mit slowakischen, kroatischen und marrokanischen Wurzeln. In der Sache, dass Rassismus eine Grenzüberschreitung ist, sind sich die Vereine offenbar einig. Dennoch übt Steinkamp Kritik am TuS Vinnhorst.
Kommunikation irritiert den VfL-Trainer
Nach den öffentlichen und nichtöffentlichen Erklärungen unmittelbar nach dem Abpfiff gab sich Steinkamp überrascht von der Stellungnahme des TuS Vinnhorst am Sonntagvormittag.
Der Vinnhorster Alleingang irritierte den VfL-Trainer. Steinkamp sagt, beide Verein hätten „lieber mit einer Stimme sprechen“ sollen.
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Den Zusatz, dass sich Müller und Steinkamp direkt nach Spielschluss zu dem Vorfall eindeutig positioniert haben und ihn verurteilten, postete der TuS Vinnhorst erst zeitversetzt nach der eigentlichen Stellungnahme in den sozialen Netzwerken.
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