TAirbus-Rekordjahr: Höchste Auslieferungen und Milliardenaufträge aus China
André Walter, Chef der zivilen Flugzeugwerke in Deutschland, hat seinen Auftrag zum Jahresende erfüllt. Die Zielzahl der Auslieferungen aus Finkenwerder wurde erreicht. Im Sommer wechselt er als CEO zur Meyer-Werft in Papenburg. Foto: Stephan
Es war ein Jahresendspurt mit einem Sieg knapp hinter der Ziellinie: Airbus hat in letzter Minute das für 2025 gesetzte Produktionsziel erreicht und 793 Flieger ausgeliefert – vier Prozent mehr als im Vorjahr.
Landkreis/Finkenwerder. Es war das gewohnte Bild zum Jahresende: An den Endlinienstandorten in Finkenwerder, Toulouse, Tianjin (China) und Mobile (USA) wurde bis Silvester auf Hochtouren gearbeitet, um das Auslieferungsziel doch noch zu erreichen, was im November kaum erreichbar schien. Airbus hatte Probleme mit den Triebwerks-Lieferanten und musste Rumpfteile nacharbeiten. Deshalb hatte Airbus-Konzernchef Guillaume Faury das ursprüngliche Auslieferungsziel von 820 Fliegern auf 790 reduziert, was am Ende dann auch erreicht wurde. Alleine im Dezember wurden 133 Flieger an die Kunden übergeben – so viel wie zuvor noch nie.
Rekordhoch trotz Herausforderungen bei Triebwerkslieferungen
Insbesondere an den Börsen der Welt spielen derlei Zahlen eine große Rolle, die Airbus-Aktie erreichte ein neues Rekordhoch. Beim Blick in die Details zeigt sich vor allem Kontinuität: Der größte Teil entfiel mit 607 Fliegern auf die Mittelstreckenjets aus der A320-Familie, die zum größten Teil in Finkenwerder endmontiert werden. Aber auch das Hoch in der Produktion der Großraumjets hielt an: 57 A350 und 36 der kleineren A330neo-Jets wurden ausgeliefert. Eine deutliche Steigerung zum Vorjahr gab es beim kleinsten Airbus A220 von 75 auf 93 Maschinen.
Probleme mit Bordcomputern
A320-Mängel bremsen Airbus aus – Auslieferungsziel gekappt
Wobei die Triebwerks-Problematik weiterhin ein Problem ist, wie der scheidende Chef der Zivilflugzeugsparte, Christian Scherer, am Montagabend vor Journalisten betonte. Besonders bei den Fliegern der A320-Familie seien die Motoren von Pratt & Whitney im vergangenen Jahr oft erst spät geliefert worden. „Es ist ein Problem, das wir lösen müssen“, sagte Scherer ohne Details zu nennen.
Großaufträge aus China garantieren volle Auftragsbücher
Allerdings zeigen die Auslieferungen nur bedingt die Lage beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern: Noch wichtiger ist die Bilanz der Bestellungen. 1 000 neue Bruttobestellungen von 57 Kunden gab es 2025 quer durch alle Bereiche der Verkehrsflugzeuge. Schon einen Tag vor Jahresende knallten bei Airbus die Sektkorken, denn da wurden Großaufträge aus China bestätigt, was insbesondere für das Asiengeschäft eine besondere Bedeutung hat. Bereits kurz vor Weihnachten gab es eine Festbestellung von China Airlines über fünf Großraumjets A350-1000 – ein Milliardenauftrag.
Der Auftragsbestand erreichte damit Ende Dezember mit 8 754 Flugzeugen einen neuen Rekord. Bei gut 800 Auslieferungen pro Jahr, wobei die Produktion noch gesteigert werden soll, ergibt sich rechnerisch eine Produktionsauslastung von gut zehn Jahren – derlei Auftragsbücher kann kein anderer Industriezweig weltweit nachweisen.
Airbus-Manager André Walter wechselt an die Spitze der Meyer-Werft
Mit dem erfolgreichen Jahresendspurt wird der deutsche Airbus-Chef André Walter eine eindrucksvolle Performance hinterlassen, denn der Chef der zivilen Flugzeugproduktion von Airbus in den Nordwerken wird am 1. Juli CEO der Meyer-Werft in Papenburg. Welter war 20 Jahre im Airbus-Konzern tätig, unter anderem Werkleiter in Bremen und Finkenwerder. Die große Konzern-Umstrukturierung mit der Gründung der Airbus Aerostructure, in der die gesamte Produktion über alle Standorte gebündelt wurde, trägt vor allem seine Handschrift. Bis Ende Juni steht er noch auf der Airbus-Gehaltsliste.
Apropos: Die Finanzzahlen wie Umsatz und Gewinn aus dem Jahre 2025 wird Airbus bei der Bilanzpressekonferenz am 19. Juni in Toulouse veröffentlichen.