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Neuer Ponton

TAnleger auf Stadersand ist ein Wrack - Stadt nimmt Kurs auf Neubau

Seit Ende 2024 ist der Anleger Stadersand außer Betrieb. Der Ponton ist nicht mehr zu retten, die Brücke (Foto) wird repariert.

Seit Ende 2024 ist der Anleger Stadersand außer Betrieb. Der Ponton ist nicht mehr zu retten, die Brücke (Foto) wird repariert. Foto: Strüning

Stadersand, für manchen Stader das Tor zur Welt, ist nur noch ein Schatten vergangener Tage. Der Anleger ist Schrott, das Restaurant steht leer. Das soll sich schon bald ändern.

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Von Lars Strüning
Donnerstag, 12.02.2026, 19:00 Uhr

Stade. Der Anblick ist derzeit trostlos. Und das liegt nicht nur am miesen Wetter. Die Brücke, die einst zum Ponton führte, ist an Land gezogen und mit Gittern und Baken abgesperrt. Der Ponton ist gänzlich verschwunden. Das Restaurant Elbblick oberhalb des Anlegers, dieser Mix aus Wellblech und Gewächshaus, steht leer.

Stadersand - ein besonderer Platz für Stader und Gäste

Dabei genießt dieses Plätzchen in Stade und auch bei Besuchern eine besondere Wertschätzung. Mal eben über den Deich und Schiffe gucken, Fernweh spüren, den dicken Pötten hinterherträumen. Stadersand spielt im Bewusstsein vieler Einheimischer eine besondere Rolle. Auch der Wassertourismus der Stadt setzt auf ihn als einen Baustein. Deswegen wird jetzt kräftig investiert.

Eine Million Euro sind fällig, um den Ponton zu ersetzen. Der alte stammte aus den 70er Jahren. Der Zahn der Zeit, Ebbe und Flut, das leicht salzige Wasser haben schwer an ihm genagt. Gutachter und Schiffswerft in Hamburg senkten nach vielen Rettungsarbeiten am dünnen Stahl den Daumen: nichts mehr zu retten. Immer wieder war geschweißt und Elbwasser aus dem Hohlkörper gepumpt worden. Ende 2024 ging nichts mehr. Der Anleger wurde gesperrt.

Stade investiert eine Million in neuen Ponton

Der Rat der Stadt gab 2025 grünes Licht für eine Millioneninvestition. Stadersand ohne Anleger, undenkbar. Die Stadtverwaltung tat das, was sie besonders gut kann, sah sich nach Fördergeldern um und wurde fündig. Ein Topf der Metropolregion Hamburg, gespeist aus Mitteln des Stadtstaats und des Landes Niedersachsen, wurde geöffnet. Karin Beckmann, Leiterin des Amts für regionale Landesentwicklung, brachte diese Woche die frohe Nachricht direkt ins Stader Rathaus.

Gute Laune bei der Förderzusage durch die Metropolregion Hamburg (von links): Jan-Philip Kappler, Lars Kolk, Karin Beckmann und Elnaz Behnam.

Gute Laune bei der Förderzusage durch die Metropolregion Hamburg (von links): Jan-Philip Kappler, Lars Kolk, Karin Beckmann und Elnaz Behnam. Foto: Strüning

Mit bis zu 500.000 Euro beteiligt sich die Metropolregion an dem Neubau - auch um den Tourismus rund um Hamburg zu stärken. Der Auftrag wird im Mai ausgeschrieben, Werften an der Elbe sind gefragt. Jan-Philip Kappler, Leiter des Fachbereichs Technische Infrastruktur bei der Stadt Stade, geht davon aus, dass der Ponton bis Ende des Jahres schwimmt und der Betrieb spätestens im Frühjahr aufgenommen werden kann. Projektleiterin bei der Stadt ist Elnaz Behram. Parallel wird die marode Brücke saniert. Angesichts dieser Entwicklung darf geträumt werden.

Flusskreuzfahrten und Pendelverkehr auf der Elbe

Feuerwehr, DLRG und Wasserschutzpolizei starten ihre Einsätze vom neuen Ponton aus. Eine neue Elbfähre der Hadag legt regelmäßig nach Hamburg ab. Ein Zubringer des Werksverkehrs bringt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Airbus in die Werke nach Finkenwerder und Stade. Ausflugsschiffe machen hier fest und bringen Touristen mit. Flusskreuzfahrten über die Elbe starten in Stade und bringen besonderes Flair in die Stadt.

Seit Ende 2024 ist der Anleger Stadersand außer Betrieb.

Seit Ende 2024 ist der Anleger Stadersand außer Betrieb. Foto: Strüning

Das alles entspräche auch dem Ansatz der Metropolregion, um den Wassertourismus zu stärken, sagte Karin Beckmann. „Das ist in beiderseitigem Interesse“, also von Hamburg und Niedersachsen. Eine feste Fährverbindung zwischen den beiden Hansestädten ist in ihren Augen ein „Idealprojekt“, um beide Standorte besser zu verknüpfen. Ob das alles so umgesetzt werden kann, wird sich zeigen. Aber die Möglichkeiten stehen dann offen.

Ein Bild aus guten alten Zeiten: Die Liinsand (hinten) und das Schwesterschiff Japsand haben im Mai 2019 am Anleger Stadersand festgemacht.

Ein Bild aus guten alten Zeiten: Die Liinsand (hinten) und das Schwesterschiff Japsand haben im Mai 2019 am Anleger Stadersand festgemacht. Foto: Archiv

Ansätze gab es schon häufiger. Zuletzt tourte die Liinsand von Stadersand über Wedel zum Hamburger Fischmarkt in Altona. Früher gab es den Elbe-City-Jet, der auch für Pendler gedacht war. Beide Linien wurden aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Restaurant Elbblick: Zukunft noch ungewiss

„Wir wollen den neuen Anleger möglichst vielfältig nutzen, damit sich die Investition lohnt“, sagte Erster Stadtrat Lars Kolk beim Termin im Rathaus. Der neue Ponton ist kleiner als der alte. Er soll 25 mal 8 Meter groß sein, der abgängige Ponton maß 50 mal 7 Meter. Die fehlende Länge wird durch Dalben ersetzt, die ins Flussbett getrieben werden, damit auch längere Schiffe festmachen können.

Steht leer: das Restaurant Elbblick auf Stadersand. Ein neuer Pächter ist noch nicht gefunden.

Steht leer: das Restaurant Elbblick auf Stadersand. Ein neuer Pächter ist noch nicht gefunden. Foto: Strüning

Unklar ist noch, wer demnächst das Restaurant Elbblick bespielen wird. Das Lokal steht seit Monaten leer, potenzielle Pächter sollen ihr Interesse bekundet haben. Ende März/Anfang April soll die Ausschreibung für die neuen Betreiber veröffentlicht werden.

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