TAnwohner-Protest: Hüttenparty wird zum Hörtest für die sanierte Kulturscheune
Der hintere Teil der Kulturscheune wurde in den vergangenen Monaten schallisoliert und mit Holz verkleidet. Fördervereinsvorsitzender Heino Baumgarten betont, das sei nötig gewesen, um den Lärmschutz für Nachbarn zu verbessern. Foto: Knappe
In der Kulturscheune Drochtersen gibt es Veränderungen. Nicht nur im Inneren ist einiges anders, auch das Programm wurde für 2026 modifiziert.
Drochtersen. 2022 gründete sich der Förderverein Kulturscheune, der das Programm der Kulturstätte seitdem verantwortet und die Terminorganisation auch für externe Veranstaltungen in den Händen hält. In diesem Jahr musste der Verein die hinteren Außenwände der Fachwerkscheune schallisolieren: Es gab Anwohnerbeschwerden wegen Lärmbelästigungen bei Veranstaltungen. Zu Recht, sagt Fördervereinsvorsitzender Heino Baumgarten.
Schick beleuchtet: die Kulturscheune Drochtersen. Foto: privat
Das Gebäude ist eine einfache Fachwerkscheune ohne Heizkörper und Isolation, deshalb wird sie auch nur im Sommerhalbjahr für Veranstaltungen genutzt. Bei Events wie etwa Konzerten konnte Lärm durch die dünnen Wände nahezu ungehindert zu den Nachbarn herüberschallen - „wie aus einem Zelt heraus“, sagt Baumgarten.
Lärm-Kompromiss: Fachwerk-Charakter teils weg
Der Förderverein biss in den sauren Apfel: Der gesamte hintere Bereich der Kulturscheune wurde schallisoliert und mit Holz verkleidet - mit ausreichend Belüftungsabstand zum Fach- und Mauerwerk. Dadurch ist der Fachwerk-Charakter im hinteren Bereich der Scheune verloren gegangen - „aber das ist ein Kompromiss, der nötig war“, sagt Baumgarten.
Nach dem Start in der Sommerpause wurden die Arbeiten für die Schallisolierung vor kurzem abgeschlossen, es riecht nach frischem Holz. Jetzt sollen noch die runden Fenster eine vorgebaute Dreifachverglasung erhalten. 70.000 Euro musste der Förderverein für die Schallisolierung investieren. „Das Gros ist über Spenden zusammengekommen“, so Baumgarten. Auch der Landkreis beteiligte sich nach Auskunft des Vorsitzenden mit einem Zuschuss von 20.000 Euro.
Verein ist zufrieden mit dem Kulturjahr 2025
Am Samstag, 14. Februar, noch vor dem eigentlichen Saisonauftakt, erlebt die neue Schallisolierung im hinteren Scheunenbereich ihre Feuerprobe: bei der neuen „Après (ohne) Ski Hütten-Party“, bei der die Besucher auch gerne im Ski-Dress kommen dürfen. Für Musik sorgen Akustik Remembaa und DJ Christian. „Die Hüttenparty ist neu. Das ist der Test, wie gut die Schalldämmung funktioniert“, sagt Baumgarten.
Mit der Kultursaison 2025 zeigt sich Heino Baumgarten sehr zufrieden. „Es war das vierte Programm, das der 2022 gegründete Verein, der vorher ja als Gruppe schon aktiv war, auf die Beine gestellt hat.“ Rund 15 Veranstaltungen wurden allein vom Verein organisiert.
Zu den ausverkauften Resonanz-Highlights gehörten der Auftritt der maritimen Hamburger Band-Formation Mahoin, die Förderverein-Eigenproduktion der Haifischbar, der Irish-Folk-Abend, der plattdeutsche Nachmittag und das Wein- und Käsefest zum Saisonabschluss.
Gemütlicher: Mittelgroße Events mit Abtrennung
200 Besucher passen maximal in die Kulturscheune. Wenn jeweils 150 bis 160 Besucher drin sind, ist sie gut gefüllt. Allerdings: Sind es Veranstaltungen mit weniger als 60 Besuchern, dann verlieren die sich rasch in der großen Scheune. Der Förderverein hat deshalb dieses Jahr ein neues Konzept getestet: Der hintere Bereich wird optisch mit Planen abgeschirmt, kleinere Veranstaltungen mit bis zu 60 Besuchern finden im vorderen Bereich statt, wo auch der Tresen steht.
„Das hat gut funktioniert; wenn Leute am Tresen stehen, dann hat das auch gleich so einen Touch von Musik in der Kneipe“, berichtet Baumgarten. Der Förderverein wird deshalb künftig kleinere Veranstaltungen mit weniger Publikum grundsätzlich im verkleinerten Kulturscheunen-Raum stattfinden lassen, der gesamte Raum wird nur bei den größeren Veranstaltungen genutzt.
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Absolute Kleinstveranstaltungen, bei denen nur etwa 20 Leute kommen, sollen künftig vermieden werden, das rentiere sich nicht. „Wir haben 200 Plätze, da können wir nicht Kleinkunst machen wie der Kornspeicher“, so der Fördervereinsvorsitzende. „Wir müssen schon sehen, dass wir auch bei den kleineren Veranstaltungen auf 60 Besucher kommen.“
Saisonauftakt am 25. April mit Cheap Connection
Der Saisonauftakt 2026 ist am 25. April mit der Band Cheap Connection. Am 9. Mai findet die Auftaktveranstaltung, die die Kehdinger Kulturfestwochen 2026 eröffnet, in der Kulturscheune statt - mit Publikumszugpferd Mense. Im Rahmen der Kulturfestwochen spielen am 13. Mai die Bigband Himmelpforten und am 22. Mai die Drochterser Jugendband Purp (ehemals No Name).
Die Hafenband Mahoin gastiert nach ihrem Erfolg vom Vorjahr am 5. Juni erneut in der Kulturscheune. Am 26. oder 27. Juni soll es wieder eine Klönschnack-Veranstaltung mit Konzert geben. Für den 1. August ist die Joe Cocker Tribute Band gebucht und am 8. August heißt es „Mama tanzt und rockt“ mit DJ Dirk. Ein Irish Folk Konzert mit der Kilkenny-Band ist für den 15. August angesetzt.
Haifischbar wird durch ein anderes Format ersetzt
Anstelle der Haifischbar hat der Förderverein für Ende August 2026 eine maritime Veranstaltung angesetzt, bei der bislang unter anderem die Klammrebellen, Ebbe & Flut und Hero Hinrichs eingeplant sind. Statt eines reinen Jazzkonzerts ist für den 19. September ein Konzert mit der Bad Segeberger Swingtime-Bigband geplant.
Neu im Programm - eine Halloween-Party
Zum Saisonabschluss beim Wein- und Käsefest spielen die Bands Akustik Remembaa und JunX. Ganz neu im Programm ist eine Halloween-Party, die für Samstag, 24. Oktober, geplant ist.
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