TAnwohner klagen: Viele fahren zu schnell durchs Wohnviertel in Stade-Hagen
Manuel Marquardt an den von Anwohnern aufgestellten Schildern in der Altmarkstraße. Foto: Strüning
Davon können viele ein Lied singen: In Wohnstraßen wird häufig zu schnell gefahren. Ein aktueller Hilferuf kommt aus der Altmarkstraße in Hagen. Anwohner sind aufgebracht.
Stade. Bei der Altmarkstraße handelt es sich um einen „verkehrsberuhigten Bereich“, umgangssprachlich häufig Spielstraße genannt. Er ist gekennzeichnet durch das blaue Schild mit Fußgängern, Haus und Auto. Für alle Fahrzeuge - auch für Fahrräder und E-Scooter - gilt: Sie dürfen nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren, also zwischen 4 bis 7 km/h, Gerichte setzen 7 bis 10 km/h an. Das ist hier selten der Fall, sagen die Anwohner.
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Manuel Marquardt hat das TAGEBLATT über die Sorgen informiert. Nachbarn stimmen ihm zu. Die Altmarkstraße macht einen beschaulichen Eindruck. Sie ist geprägt von Einfamilienhäusern, gepflegten Gärten und macht einen sehr ruhigen Eindruck. Wenn der Verkehr nicht wäre, sagen die Anwohner.
Anwohner klagen: Nur wenige halten sich ans Tempolimit
Nur wenige hielten sich an die Tempovorgabe, gerade Paketdienste oder fremde Firmen, so Marquardt. Er wohnt hier mit seiner Frau und drei Söhnen. Die Siedlung sei etwa 15 Jahre alt, viele Familien auch noch mit kleineren Kindern lebten hier. Die Straße endet in einer Sackgasse, hat eine scharfe Kurve und zwei längere Geraden. Die verführten zu schnellem Fahren, so die Anwohner. Die Kurve werde regelmäßig geschnitten.
Ein Vorstoß gen Ortsrat, die Verkehrsberuhigung durch Poller oder Aufpflasterungen auch spürbar zu machen, sei vor Jahren gescheitert. Ortsbürgermeisterin Inge Bardenhagen sagt, warum. Sie sei in der Stadtverwaltung nicht vorangekommen und habe es wissen wollen. Sie versendete eine Umfrage an alle Anwohner.
Der Rückfluss laut Bardenhagen: keine 25 Prozent. Nur wenige sprachen sich für eine bauliche Verkehrsberuhigung aus, die ohnehin schwierig geworden wäre, weil die Auffahrten dort sehr dicht beieinander lägen. Die Verkehrsbehörde der Stadt sah ohnehin keine Veranlassung, weil es sich schon um eine „Spielstraße“ handelt. Für Bardenhagen war das Thema erledigt.
Unfall: Junge mit Roller kollidiert mit Auto
Im Juli kam es zu einem folgenschweren Unfall. Das Opfer: ein achtjähriger Junge. Er war auf dem Heimweg von der Geburtstagsfeier von Marquardts fünfjährigem Sohn. Als er das Grundstück mit seinem Roller verließ, kam es zum Zusammenstoß mit einem Auto, schildert Marquardt den Zwischenfall. Der Junge verletzte sich.
Marquardt unternahm danach einen zweiten Vorstoß gen Ortsrat, habe aber nichts mehr gehört. Bardenhagen sagt, die Sache mit dem Kind tue ihr leid. Die Nachricht sei bitterböse und mit persönlichen Angriffen gegen sie gerichtet gewesen. Die Anwohner hätten immer die Chance gehabt, ihr Anliegen im Ortsrat vorzutragen. Das sei nie geschehen.
Bleibt für Marquardt der Appell an alle Autofahrer, sich an die Regeln zu halten und an den neu gewählten Ortsrat, sich ihrer Sache anzunehmen.
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Anwohner stellen Schilder auf und mahnen zur Vorsicht
Manuel Marquardt und seine Mitstreiter haben am Eingang zum Wohngebiet auf Eigeninitiative Schilder aufgestellt. „Schritt fahren“ steht dort unübersehbar und „Achtung, spielende Kinder“. „Irgendetwas muss ja passieren“, sagt ein Anwohner. Sie hätten auch schon versucht, den einen oder anderen Autofahrer direkt anzusprechen. Die Reaktionen seien ernüchternd gewesen. Marquardt: „Entweder du kriegst patzige Antworten oder die Ohren stehen auf Durchzug.“
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