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TApotheken heute im Kreis Stade geschlossen – Hier bekommen Sie Medikamente

Am kommenden Montag, 23. März, sind auch die (meisten) Apotheken im Landkreis Stade geschlossen.

Am kommenden Montag, 23. März, sind auch die (meisten) Apotheken im Landkreis Stade geschlossen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Am Montag, 23. März, sind die Apotheken dicht – auch im Landkreis Stade. Was dahintersteckt und wo Sie im Notfall Arzneimittel bekommen.

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Von Janine Vonderbank
Montag, 23.03.2026, 07:00 Uhr

Warum sind die Apotheken am Montag geschlossen?

„Wir wehren uns dagegen, dass die Apotheken kaputtgespart werden“, sagt Dr. Mathias Grau, Inhaber der Rats-Apotheke in Horneburg und Vorsitzender des Bezirks Stade beim Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV).

Grau und seine Kollegen protestieren für eine wirtschaftliche Stärkung der Apotheken vor Ort und rufen am 23. März zu einer zentralen Kundgebung in Hannover auf. Der Hauptgrund: Seit Jahren verharrt das Honorar auf demselben Niveau, dabei sind die Kosten gleichzeitig stark gestiegen. Seit 2013 ist die Apothekenvergütung nicht angepasst worden, die Kosten haben jedoch laut Grau seitdem um 65 Prozent zugelegt.

Welche Folgen hat dieses Missverhältnis?

„Viele Apotheken können diesem Druck nicht mehr standhalten und müssen schließen“, sagt der Stader LAV-Vorsitzende. Außerdem werde es für junge Pharmazeuten unter diesen Umständen zunehmend unattraktiver, eine Apotheke zu eröffnen oder zu übernehmen.

Wie ist die Lage bei den Apotheken im Kreis Stade?

Die Zahl der Apotheken geht auch im Kreis Stade zurück. So haben in Harsefeld in den vergangenen Jahren drei Apotheken geschlossen, in Buxtehude vier, in Apensen und Steinkirchen jeweils eine, resümiert Grau.

Müssen die Menschen im Landkreis mit weiteren Schließungen rechnen?

„Wir werden uns nicht darauf einstellen müssen, weitere Apotheken zu verlieren“, sagt Grau. Als Grund nennt er den Altersdurchschnitt der hiesigen Apotheker, der etwas unter dem niedersachsenweiten Schnitt von 57 Jahren liegt.

Welche Folgen haben Apothekenschließungen für Patienten?

„Apothekenschließungen bedeuten für Patienten noch längere Wartezeiten, verkürzte Öffnungszeiten und weitere Wege, um ihre Arzneimittel und die dazugehörige Beratung zu erhalten“, sagt Dr. Mathias Grau.

Dr. Mathias Grau, Inhaber der Rats-Apotheke in Horneburg und Vorsitzender des LAV-Bezirks Stade.

Dr. Mathias Grau, Inhaber der Rats-Apotheke in Horneburg und Vorsitzender des LAV-Bezirks Stade. Foto: LAV Nds./Lorena Kirste

Er warnt vor einer Verschärfung der Versorgungslage. „Die Politik muss jetzt Wort halten. Tut sie es nicht, werden weitere Kolleginnen und Kollegen ihre Betriebe schließen“ – zum Nachteil der Patienten.

Notversorgung: Welche Apotheken haben im Kreis Stade am Montag geöffnet?

Die Notfallversorgung ist im Landkreis gewährleistet. Wer am Montag Medikamente benötigt, bekommt sie ausschließlich bei diesen Apotheken, die Notdienst haben:

  • Geestland-Apotheke in Fredenbeck: Bahnhofstraße 10, Notdienst vom 23. März, 8.30 Uhr, bis 24. März, 8.30 Uhr, Telefon 04149/ 8888
  • Alte Apotheke in Harsefeld: Herrenstraße 1, Notdienst vom 23. März, 8 Uhr, bis 24. März, 8 Uhr, Telefon 04164/ 3076
  • Zusätzlich auch geöffnet hat unter anderem: Antares-Apotheke in den Stader Klinik-Hancken: Harsefelder Straße 6, geöffnet am 23. März, 8 bis 13 Uhr, 14.30 bis 18 Uhr

Notdienst-Apotheke im Kreis Rotenburg

  • Bahnhof-Apotheke in Bremervörde: Bahnhofstraße 11, Notdienst vom 23. März, 8.30 Uhr, bis 24. März, 8.30 Uhr, Telefon 04761/ 97760

Notdienst-Apotheke im Kreis Cuxhaven

  • Kronen-Apotheke in Cadenberge: Bahnhofstraße 2, Notdienst vom 23. März, 8 Uhr, bis 24. März, 8 Uhr, Telefon 04777/ 931147
  • Stadtapotheke in Cuxhaven: Nordersteinstraße 57, Notdienst vom 23. März, 9 Uhr, bis 24. März, 9 Uhr, Telefon 04721/ 23031

Notdienst-Apotheken im Kreis Harburg

  • Ärztehaus-Apotheke in Neu Wulmstorf: Bahnhofstraße 26, Notdienst vom 23. März, 9 Uhr, bis 24. März, 9 Uhr, Telefon 040/ 70013830
  • Iris-Apotheke in Seevetal: Schulstraße 29-31, Notdienst vom 23. März, 8.30 Uhr, bis 24. März, 8.30 Uhr, Telefon 04105/ 82074

Was sollten Patienten beachten?

Wer regelmäßig verschreibungspflichtige Arzneimittel benötigt, sollte die Rezepte vor dem kommenden Montag oder danach einlösen, rät Grau. Das betrifft insbesondere Patienten mit chronischen Erkrankungen.

Wie steht es aktuell um Lieferengpässe bei Arzneimitteln im Kreis Stade?

„Grundsätzlich hat sich die Lage deutlich entspannt“, so Grau. Es sei inzwischen möglich, ein Präparat schnell durch ein anderes wirkstoffgleiches Mittel auszutauschen oder beispielsweise halb so starke Tabletten in doppelter Anzahl abzugeben. Aktuell nicht lieferbar seien zwei Psychopharmaka, die selten verordnet werden.

Sind aufgrund des Iran-Kriegs Lieferengpässe zu befürchten?

Aktuell sieht Grau das nicht. „Es könnte in sechs bis acht Wochen zur Herausforderung werden, sollten Arzneimitteltransporte nicht die Straße von Hormus passieren können und sich deshalb die Transportwege verlängern.“

Müssen Patienten mit weiteren Apotheken-Protesten rechnen?

Dr. Grau geht nicht davon aus. Der Protest diene dazu, die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Anpassung des Apothekenhonorars und die parallel laufende Anpassung der Arzneimittelpreisverordnung zeitnah umzusetzen.

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