TApropos in Stade: Viele Menschen stehen hinter der Kultkneipe
Lasse Kluge freut sich über das große Interesse an einer Genossenschaftsgründung. Foto: Stehr
Etliche Stammgäste wollen bei der Gründung einer Kneipengenossenschaft mitmachen und auch den Börnie retten. Es sind aber noch mehr Unterstützer nötig. Das ist geplant.
Stade. Was wird aus dem Börnie, dem Hausschnaps des Apropos nach Geheimrezept von Kerstin Genrich? Diese Frage treibt die Menschen am vergangenen Mittwoch im Apropos um. Das Interesse an der Umwandlung der Stader Kultkneipe in eine Genossenschaftskneipe ist groß. So groß, dass der Infoabend online via Zoom übertragen wird. Es gibt bereits mehr als 50 potenzielle Unterstützerinnen und Unterstützer, die zusammen 12.000 Euro investieren würden.
Mitglieder müssen mindestens 150 Euro investieren
„Wir brauchen aber noch mehr Geld für die Gründung, die Übernahme des Betriebs und den Abstand für das Inventar des Ladens“, sagt Lasse Kluge. Der 21-jährige Student jobbt wie berichtet im Apropos und hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Kneipe in der Kleinen Schmiedestraße nach dem Ausscheiden von Kneipier Thomas Mäkel zu retten. Unterstützt wird er von Stammgast Boris Bünning, der um die Ecke eine Agentur betreibt.
Vorgesehen ist ein Modell mit Genossenschaftsanteilen à 50 Euro. Mitglieder müssen mindestens drei Anteile kaufen. Das Risiko der Mitglieder soll auf die Höhe der gezeichneten Anteile begrenzt bleiben. Im schlimmsten Fall sei das investierte Geld weg.
Regelmäßige Veranstaltungen im Apropos
Soweit soll es aber nicht kommen. Neben dem regulären Kneipenbetrieb könnten regelmäßig stattfindende Musik-, Tanz-, Quiz- oder Spieleabende an bis zu vier Abenden in der Woche den Umsatz steigern. Für Mitglieder gibt es zudem bald ein Crew-T-Shirt zu kaufen.
Werde mehr Geld eingenommen, als für den laufenden Betrieb nötig ist, werden Rücklagen für Investitionen zurückgelegt. „Oder der Gewinn wird in Form von Fassbier ausgeschüttet“, sagt Lasse Kluge. Aus dem Publikum kommt dafür spontaner Beifall. Die Kneipe sei jedenfalls kein Renditeobjekt.
Kneipensterben
T Schnapsidee? Student will das Apropos in Stade retten
„Wenn ich Anteile kaufe, dann mache ich das ja auch aus Nostalgie und Romantik“, sagt ein Mann aus dem Publikum. Ein anderer will gleich noch seinen gesamten Abiturjahrgang überreden, mitzumachen, damit die frühere Stammkneipe offen für neue Generationen von Stadern bleibt.
Außer Lasse Kluge seien noch weitere Angestellte an Bord. Der laufende Betrieb solle mit Angestellten oder geringfügig Beschäftigten - mit Unterstützung von ehrenamtlichen Genossenschaftsmitgliedern - gesichert werden.
Aktiv mitzumachen ist für Mitglieder keine Pflicht
Es sei aber keine Pflicht, aktiv mitzumachen. Mitglieder können finanziell, organisatorisch, bei Veranstaltungen, im Austausch in Arbeitsgruppen oder einfach durch Präsenz als Gast ihren Beitrag leisten. „Jede Form des Dabeiseins hilft“, sagt Lasse Kluge.
Wichtig ist allen Unterstützern, dass der Charakter des Apropos erhalten bleibt. Erhalten bleibe auch der Hausschnaps Börnie. „Jeder darf dann aber nur eine Zutat reinschütten, es handelt sich schließlich um ein Geheimrezept“, sagt Lasse Kluge.
Ob der Mittagstisch auch gerettet werden könne, sei dagegen unklar. Noch steht dafür Thomas Mäkel hinter dem Herd. Er will sich zeitnah aus persönlichen Gründen verabschieden.
Weitere Mitglieder sind ausdrücklich erwünscht
„Wir müssen mit der Genossenschaftsgründung schnell vorankommen, da der formale Prozess lange dauern kann“, sagt Lasse Kluge. Gegründet wurden bereits zwei Arbeitsgruppen. Sie sollen unter anderem einen Geschäftsplan entwickeln und eine Satzung schreiben.
„Alle Entscheidungen sollen transparent sein und gemeinschaftlich getroffen werden“, sagt Lasse Kluge. Er ruft weitere Interessierte auf, sich unverbindlich zu melden: per Mail an apropos.genossenschaft@web.de. Alternativ liegen Zettel im Apropos aus.
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