TAus der Haus-Traum: Das hat gesellschaftliche Sprengkraft
Thomas Sulzyc, Redakteur in der Hansestadt Buxtehude, kommentiert den Landesgrundstücksmarktberichts. Foto: dpa/TAGEBLATT
Ohne Erbschaft ist für Normalverdiener der Hauskauf unerreichbar. Der Landesgrundstücksmarktbericht 2026 birgt bittere Erkenntnisse.
Buxtehude. Jemand arbeitet, und am Ende des Tages schmerzen ihm oder ihr die Knochen - oder der Kopf. Das ist meist jemand, der das Land am Laufen hält. In der Corona-Zeit gab’s für diese Menschen Applaus. Und jetzt ist es aus mit dem Traum vom eigenen Haus.
Die bittere Erkenntnis hinter den neuen Zahlen des Landesgrundstücksmarktberichts 2026 ist doch: Für Normalverdiener ist der Hauskauf unerreichbar. Es sei denn, eine Erbschaft, eine andere familiäre Schenkung oder ein Lottogewinn verhelfen ihnen zum notwendigen Eigenkapital.
Immobilien
T Hauskauf in Buxtehude: Zu teuer für Normalverdiener?
Rund 45.000 Euro brutto verdient ein Durchschnittsverdiener in Niedersachsen im Jahr. Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Haus in dem Land von 270.000 Euro lässt sich damit nicht seriös finanzieren.
Normalverdiener sind keine Schulabbrecher, keine Faulen. Normalverdiener sind Menschen in seriösen Berufen, mit solider Ausbildung. Kaufmännische Angestellte, Handwerker, Männer und Frauen in sozialen Berufen.
Wer fleißig arbeitet, kann sich etwas leisten. So heißt es immer. Der Landesgrundstücksmarktbericht entlarvt diese Tugend als Mär. Zumindest für diejenigen, denen der Traum von den eigenen vier Wänden als Aufstiegsversprechen und Ansporn gilt.
Auch Eigentumswohnungen deutlich teurer
Der Immobilienmarkt ist aus dem Ruder - auch für Eigentumswohnungen. Im Landkreis Stade ist der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen von 2260 Euro (im Jahr 2024) auf 2540 Euro (im Jahr 2025) gestiegen.
Die gefährliche Erkenntnis daraus ist: Wenn Fleiß und Arbeit sich nicht lohnen, hat das gesellschaftliche Sprengkraft. So entpuppt sich die sogenannte „Lifestyle-Teilzeit“, über die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ätzt, manchem als sinnvolles alternatives Lebensmodell.
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