TAußergewöhnliche Serie von Auto-Einbrüchen im Kreis Stade: Was tun?
Autoglaser haben zurzeit alle Hände voll zu tun - auch Nils Manowski und seine Kollegen bei Carglass in Stade. Foto: Richter
Binnen drei Wochen sind in Buxtehude und Stade 29 Autos aufgebrochen worden. Die Beute ist eher mager, der Schaden aber ärgerlich. Betroffene sollten Einiges beachten.
Landkreis. Autoglaser in Stade und Buxtehude haben zurzeit alle Hände voll zu tun. Auch Aufträge für neue Seitenscheiben sind dabei, wie die in beiden Städten vertretene Firma Carglass auf Anfrage bestätigt. Ob die Reparaturen durch Aufbrüche verursacht wurden, lässt sich im Einzelfall nicht sagen, erklärt David Peukert von Carglass Stade: „Wir erfahren es nur, wenn die Kunden uns den Grund erzählen, aber wenn wir unter Zeitdruck stehen, reicht es nicht immer für einen Smalltalk.“
Autoaufbrüche: Was ist passiert?
Es gibt ein Muster: In 27 Fällen in Stade und Buxtehude wurde seit Ende September eine Autoscheibe eingeschlagen. Im Durchschnitt also mehr als eine pro Tag. Mit Autoaufbrüchen im Sanders Weg, in der Parkstraße und in der Hospitalstraße in Stade begann es. So ging es weiter:
- 7. Oktober: ein Autoaufbruch in Stade-Riensförde
- 9. und 10. November: drei Autoaufbrüche am Kehdingertorswall, an der Klaus-Grothe-Straße und an der Neubourgstraße in Stade.
- 15. und 16. Oktober: Zwei Aufbrüche in der Schützenstraße und Am Hohen Felde in Stade.
- 17. und 18. Oktober: Vier Aufbrüche in der Schiffertorsstraße, Eisenbahnstraße, Glückstädter Straße und Parkstraße in Stade.
- 17. und 18. Oktober: 17 Autoaufbrüche in Buxtehude.
Für den oder die Täter lohnte sich das nicht immer. In einigen Fällen erbeuteten sie Bargeld, Kreditkarten oder einen Laptop, aber oft war die Ausbeute nicht der Rede wert. Doch die Geschädigten hatten in jedem Fall ein Problem.
Was unternimmt die Polizei jetzt?
Wie Pressesprecher Daniel Kraus von der Polizeiinspektion Stade berichtet, ermittelt die Polizei und geht aktuell davon aus, dass es sich in Stade und in Buxtehude um zwei verschiedene Täter oder Tätergruppen handelt. Wenn die Taten in einer Nacht geschahen, lagen sie sehr nah beieinander. Der oder die Täter gingen also offenbar von einem Auto zum nächsten.
Hinweise nimmt die Polizei in Buxtehude unter der Telefonnummer 04161-6470 entgegen, in Stade unter der 04141-1020.
Wie können Autobesitzer vorbeugen?
1. Abschließen. Das scheint selbstverständlich, aber: Es gab seit Ende September laut Polizei in Buxtehude und Stade auch zahlreiche Fälle von Diebstählen aus Autos, die nicht abgeschlossen waren und deshalb nicht als Aufbrüche mitgezählt wurden. Auch Fenster, Türen, Kofferraum und Schiebedach kontrollieren.
2. Keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen lassen. Sogar für kleine Taschen werden mitunter Scheiben eingeschlagen. Um dem Täter zu zeigen, dass sich ein Einbruch nicht lohnt, rät die Polizei: „Einfach das Handschuhfach offen lassen.“ Auch die Kofferraumabdeckung könne geöffnet bleiben, um zu zeigen, dass sich darin nichts Wertvolles befindet.
Eingeschlagene Autoscheibe - was nun?
1. Polizei informieren - per 110 oder Online-Portal.
2. Für eine Anzeige werden Fahrzeugschein und Personalausweis benötigt.
3. Eine schriftliche Kopie der Anzeige ist zur Vorlage bei Versicherung und Straßenverkehrsamt nützlich.
4. Versicherung informieren, zum Beispiel über das Schadenstelefon.
5. Fotos vom Schaden machen.
Was übernimmt die Versicherung?
Das kommt darauf an. Bei Glasbruch wegen Diebstahls übernimmt die Teilkasko in der Regel den Ersatz der Scheibe. Vorsicht: Oft ist es schwierig, Beschädigungen aufgrund eines Diebstahls oder -versuches von Vandalismus, also nicht versicherten mutwilligen Beschädigungen abzugrenzen. Das kann laut ADAC zu Streit mit der Versicherung führen. Dann sollte ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden.
Werden lose im Fahrzeug liegende Gegenstände wie Mobiltelefon oder Handtasche gestohlen, sind sie in der Regel nicht mitversichert - es sei denn, das wurde durch eine Hausratversicherung abgedeckt.
Was kostet der Schaden?
Das variiert je nach Automodell und Ansprüchen. In der Regel ist es eine Seitenscheibe, die eingeschlagen wird. Typischerweise kostet eine neue etwa 600 bis 800 Euro, berichtet David Peukert von Carglass in Stade. Denn der Ersatz ist aufwendig, wie sein Kollege Nils Manowski in der Werkstatt erklärt: Da die Scheibe aus Sicherheitsglas besteht, zersplittert sie in viele kleine Teile, die sich über den Innenraum verteilen und in die Tür fallen, in der die Scheibe sitzt. Darum muss auch die Innenwandverkleidung abgenommen werden. Ist die neue Scheibe eingesetzt, wird die Funktion geprüft. Läuft es nicht glatt, liegt das oft an winzigen Glassplittern, die noch entfernt werden müssen.
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