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Straßenbau

TB73 in Düdenbüttel: Warum eine Vollsperrung nötig ist

Lukas Wiener (Bauüberwachung), Thomas Meinefeld (Contur) und Michael Krüger (Gemeinde Düdenbüttel, von links) schauen sich auf dem Tablet an, wie es mit der Ortsdurchfahrt Düdenbüttel weitergeht.

Lukas Wiener (Bauüberwachung), Thomas Meinefeld (Contur) und Michael Krüger (Gemeinde Düdenbüttel, von links) schauen sich auf dem Tablet an, wie es mit der Ortsdurchfahrt Düdenbüttel weitergeht. Foto: Helfferich

Ende April soll die Sanierung der Ortsdurchfahrt Düdenbüttel abgeschlossen sein. Die Vollsperrung sorgt für den letzten Schliff - für eine Straße aus einem Guss.

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Von Susanne Helfferich
Donnerstag, 09.04.2026, 05:50 Uhr

Düdenbüttel. Um 9 Uhr am Morgen ist noch nicht viel los auf der B73. Stille herrscht an der Ortsdurchfahrt in Düdenbüttel. Man hört die Vögel zwitschern. „Damit wird es in drei Wochen vorbei sein“, erklärt Eike Heller von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStV). Dann wird das stete Rauschen der Autokolonnen wieder hörbar die Oberhand gewinnen.

Die B73 verbindet Hamburg mit Cuxhaven und führt durch Düdenbüttel. Seit Anfang August 2025 wird dort die Ortsdurchfahrt auf 1,1 Kilometern saniert und in Teilstrecken halbseitig gesperrt. Die Kosten liegen bei 1,7 Millionen Euro.

Geplant war, dass die Straße im November 2025 fertig wird. Doch schon während des Herbstes kam es zu Verzögerungen. Und dann setzte noch der ungewohnt frostige Winter den Bauarbeiten zu.

Umleitung über Heinbockel und Oldendorf

Doch jetzt ist ein Ende abzusehen: Seit vergangener Woche ist die B73 in Düdenbüttel komplett gesperrt. Autofahrer müssen auf die Umleitung über B74, Elm, Estorf und Düdenbüttel - und umgekehrt - ausweichen. Wer es nicht glauben will, kann in einer Sackgasse landen, in der es sich schwer wenden lässt.

Für die Vollsperrung hat Düdenbüttels Gemeindedirektor Michael Krüger zwei Argumente: Sicherheit und Effizienz. „Bei Teilsperrungen müssten wir aus Sicherheitsgründen alle ein bis zwei Tage die Absperrgitter umsetzen. Das würde die Arbeiten weiter verzögern“, erklärt er. Außerdem sei es wesentlich sinnvoller, durchzubauen und das Asphaltgemisch mit Bitumen als Klebstoff möglichst heiß aufzutragen, weil es sich so wesentlich besser verbinde. Letztlich eine Straße wie aus einem Guss.

Abgefräste Binder- und Deckschicht wird recycelt

In der Woche vor Ostern wurden die alte Binder- sowie die Deckschicht mit großer Maschinerie 12 Zentimeter tief heruntergefräst, so dass die alte Asphalttragschicht liegen blieb. Das Fräsgut wird zum Teil wiederverwertet. 30 Prozent seien Recyclingabfall, so Heller. Jetzt müssen die fehlenden 12 Zentimeter wieder aufgebaut werden.

Die Thermomulche fährt vorweg und lässt das Asphaltgemisch auf die Tragschicht fließen. Der Asphaltfertiger dahinter verteilt mit Förderschnecken das160 Grad heiße Gemisch. Dahinter fährt eine Walze und verdichtet das Gemisch.

Die Thermomulche fährt vorweg und lässt das Asphaltgemisch auf die Tragschicht fließen. Der Asphaltfertiger dahinter verteilt mit Förderschnecken das160 Grad heiße Gemisch. Dahinter fährt eine Walze und verdichtet das Gemisch. Foto: Helfferich

Gerade wird die neue, zwischen Tragschicht und Deckschicht liegende Binderschicht eingearbeitet, erklärt Projektleiter Thomas Meinefeld vom Ingenieur- und Vermessungsbüro Contur. Wie das aussieht, ist im gemächlichen Tempo zu beobachten: Vorweg fährt eine Thermomulde, die das Asphaltgemisch auf Temperatur hält. Das Fahrzeug kippt das dampfende Mischgut ganz langsam ab. Der Asphaltfertiger dahinter verteilt mit Förderschnecken das 160 Grad heiße Gemisch. Dahinter wiederum fährt eine Walze und verdichtet die Binderschicht. Ein scharfer Geruch hängt in der Luft.

Stück für Stück kommt der Asphaltfertiger voran und trägt über Förderschnecken den 160 Grad heißen Asphalt auf die Unterschicht auf.

Stück für Stück kommt der Asphaltfertiger voran und trägt über Förderschnecken den 160 Grad heißen Asphalt auf die Unterschicht auf. Foto: Helfferich

So wird in einem Arbeitsgang die neue Binderschicht 12 Zentimeter tief aufgetragen. Die Deckschicht, die zuletzt eingearbeitet wird, ist die Verschleißschicht. Ihre Aufgabe ist es, die Tragschicht vor dem Abrieb durch den Verkehr zu schützen.

Barrierefreie Bushaltestellen und Querungshilfen

Wenn die Straßenbauarbeiten abgeschlossen sind, geht es an die Aufbauten. Zur Sanierung der Ortsdurchfahrt gehören vier neue barrierefreie Bushaltestellen und drei Querungshilfen. Die Gemeinde Düdenbüttel beteiligt sich mit 100.000 Euro an den Kosten.

In beiden Richtungen werden die 2,18 Meter breiten Radwege auf die Straße geführt, erklärt Meinefeld. Sie werden mit einem 20 Zentimeter breiten, weißen Streifen von der Fahrbahn der Autos getrennt. An zwei Stellen können die Radfahrer die Straßenseite queren.

Die Fahrbahn wird etwa 6,50 Meter breit, das ermögliche zeitgleiche Busbegegnungen, so der Projektleiter. Außerdem werden sogenannte Schikanen eingebaut, die den Verkehrsfluss bremsen sollen.

Als Schikane sehen offensichtlich manche Autofahrer die für vier Wochen geltende Umleitung über Elm und Oldendorf. Sie nutzten oft Schleichwege und führen viel zu schnell, so Gemeindedirektor Krüger. Die Anwohner seien genervt. Letztlich landeten Fahrzeuge an der Baustelle - ohne Wendemöglichkeit. Krüger kündigt vermehrte Kontrollen an.

Morgendliche Stille: Vor Beginn der Bauarbeiten ist in Düdenbüttels Mitte nur Vogelgezwitscher zu hören.

Morgendliche Stille: Vor Beginn der Bauarbeiten ist in Düdenbüttels Mitte nur Vogelgezwitscher zu hören. Foto: Helfferich

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