TBSV-Gala in Bensheim: Buxtehude wird Deutscher Handball-Meister
Die A-Jugend des Buxtehuder SV gewinnt in Bensheim die dritte Deutsche Meisterschaft. Foto: Felix Schlikis/Lobeca.de
Die A-Juniorinnen des Buxtehuder SV liegen sich in den Armen. Mit einer überragenden Leistung gewinnt der BSV die Deutsche Meisterschaft. So deutlich verläuft das Finale.
Buxtehude. Die A-Juniorinnen des Buxtehuder SV sind auf den Punkt fit und fokussiert. Sie haben schon das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen die HSG Bensheim/Auerbach beim 30:23-Sieg am Samstag dominiert. Am Sonntagnachmittag folgt im Endspiel gegen den TV Hannover-Badenstedt die nächste Machtdemonstration. Am Ende steht es 38:26.
BSV-Torhüterin Lina Steinecke erwischt erneut einen guten Tag. Im ersten Durchgang pariert sie sieben Hannoveraner Würfe. Einige Bälle fängt sie einfach. Das zermürbt den Finalgegner. Steinecke beherrscht das Konterspiel. Drei Vorlagen über die komplette Spielfeldlänge gehen in ihre Statistik ein.
BSV bissig und schnell in der Defensive
Ein gutes Torhüterinnenspiel geht nur, wenn eine starke Abwehr vor der Keeperin steht. Der BSV riskiert zwar Zeitstrafen und dezimiert sich personell. Aber das nimmt Buxtehude in Kauf. Der BSV kauft Hannover den Schneid ab. Die Defensive verschiebt auf schnellen Beinen, stellt Pass- und Laufwege zu.
Die Bank pusht permanent. Immer wieder zeigt BSV-Trainer Marc Hünerbein die Faust und applaudiert nach gelungenen Abwehraktionen. Der BSV zwingt Hannover in Hälfte eins zu sechs technischen Fehlern.
In der Offensive spielt der BSV die Angriffe bis zur Wurfchance geduldig aus. Einige Bälle gehen zunächst an den Pfosten oder vorbei. Aber die Taktik stimmt. Der BSV kommt in den Flow. Mitte der ersten Halbzeit spielt sich Enna Thöming in einen Rausch und erzielt fünf Treffer.
BSV führt zur Pause mit 18:13
Ab der 14. Minute setzt sich der BSV gegen Hannover ab. Es steht 6:6. Ein Vier-Tore-Lauf beschert Buxtehude in der 18. Minute das 10:6. Auf weniger als drei Tore lässt der BSV Hannover bis zur Pause nicht herankommen. Zur Halbzeit führt das Team 18:13.
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Die Buxtehuder A-Jugend könnte in Bensheim nach 2016 und 2017 zum dritten Mal die Deutsche Meisterschaft gewinnen. Zur Pause sieht alles danach aus.
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Mit den Paraden acht, neun und zehn von Lina Steinecke beginnt die zweite Hälfte. Sie liegt mittlerweile bei weit über 50 Prozent gehaltener Bälle. Leni Stolle, Caja Sophie Sundermann und Enna Thöming treffen im Angriff. In der 40. Minute führt der BSV mit 24:17.
Stuttgart-Metzingen gewinnt Spiel um Platz drei
Nach Enna Thömings achten Treffer zum 25:17 nimmt Hannover eine Auszeit. Aber das Spiel scheint entschieden. Beim BSV schleichen sich zwar einige technische Fehler ein, aber Buxtehude agiert insgesamt einfach zu überlegen.
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Hannover-Badenstedt hatte sich mit einem 29:27-Sieg gegen die HSG Stuttgart-Metzingen am Samstag für das Finale qualifiziert. Das Spiel um Platz drei gewann Stuttgart-Metzingen Sonntagmittag gegen Bensheim/Auerbach mit 35:25.
Enna Thöming markiert mit ihrem zehnten Tor das 28:21 in der 50. Minute. Die mitgereisten Buxtehuder Fans trommeln, tröten und klatschen unermüdlich. Die letzten acht Minuten verfolgt Enna Oberländer nach ihrer dritten Zeitstrafe von der Tribüne aus. Sie bejubelt das 29:21 von Lolle Schlemminger.
Jubel: „Deutscher Meister ist nur der BSV“
Hannover stellt die Defensive noch mal um, will schnelle Ballgewinne. Aber das muss für den BSV der Titel sein. Beim 31:22 wissen das auch die Spielerinnen. Buxtehude dominiert das Final Four mit einer überragenden Mannschaftsleistung.
Damit, dass es so deutlich wird, hätte Trainer Marc Hünerbein nicht gerechnet. „Unsere stabile Abwehr hat uns vorne Sicherheit gegeben“, sagt er. Seine Mannschaft wollte aggressiv spielen, „Hannover stressen“. Das ist gelungen. „Ein super Team-Wochenende“, sagt der Coach.
So feiert der BSV die Meisterschaft
Buxtehude räumt noch zwei weitere Titel ab. Leni Stolle wird beste Spielerin des Turniers. Lina Steinecke erhält die Auszeichnung als beste Torhüterin. Zur besten Abwehrspielerin wählt die Jury Nele Kurok aus Hannover. Mannschaftskollegin Chiara Rohr ist mit 24 Treffern in zwei Spielen beste Torschützin.
„Wir sind stolz und die Mädels in Feierlaune“, sagt Hünerbein noch kurz vor der Abfahrt. Im großen Reisebus habe der BSV für den Fall des Titelgewinns vorgesorgt. Acht Stunden dauert die Fahrt in die Heimat. „Diesen Moment dürfen die Spielerinnen genießen“, sagt der Trainer.
Sekunden vor dem Abpfiff liegen sich die Spielerinnen in den Armen. Tessa Pieperjohanns setzt mit dem 38:26 den Schlusspunkt. Der Rest ist pure Freude. „Deutscher Meister ist nur der BSV“, singt die Mannschaft in der Fankurve. Um 17.32 Uhr dürfen die Spielerinnen endlich die Trophäe in die Höhe strecken.

BSV-Trainer Marc Hünerbein sieht in Bensheim eine überragende Mannschaftsleistung. Foto: Felix Schlikis/Lobeca.de
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