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Bauarbeiten

TBahnhof Buxtehude monatelang ohne Aufzüge – Warum dauert es so lange?

Die Aufzüge am Bahnhof Buxtehude sind altersschwach und werden ausgetauscht. Das Bild zeigt den Aufzug auf dem Bahnsteig an Gleis 1 in Richtung Stade.

Die Aufzüge am Bahnhof Buxtehude sind altersschwach und werden ausgetauscht. Das Bild zeigt den Aufzug auf dem Bahnsteig an Gleis 1 in Richtung Stade. Foto: Sulzyc

Nicht nur für Rollstuhlfahrer wird’s beschwerlich, auch Reisende mit Gepäck oder Familien mit Kinderwagen müssen andere Wege finden. Das sagt die Deutsche Bahn.

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Von Thomas Sulzyc
Mittwoch, 04.03.2026, 11:35 Uhr

Buxtehude. Die Deutsche Bahn tauscht die beiden altersschwachen Aufzüge am Buxtehuder Bahnhof aus. Ab Montag, 9. März, sollen die Bauarbeiten beginnen. Das teilte eine Bahnsprecherin auf Anfrage dem TAGEBLATT mit.

Die Arbeiten sollen bis August abgeschlossen sein. So lange werden die Aufzüge voraussichtlich ausfallen - mindestens. In Elmshorn hat ein Aufzugaustausch am Bahnhof im Februar begonnen. Dort ist laut einem Bericht der Elmshorner Nachrichten von sechs bis acht Monaten Bauzeit die Rede.

Warum dauern die Arbeiten sechs Monate?

Warum braucht die Bahntochter DB Infra Go in Buxtehude sechs Monate, um zwei in die Jahre gekommene Aufzüge durch zwei neue zu ersetzen? Eine Bahnsprecherin erklärte, dass die Erneuerung eines Aufzugs sehr aufwendig sei.

Zunächst werde der alte Aufzug demontiert. Nach der Demontage des alten Schachtgerüstes werde zunächst eine neue Tragschicht in der Schachtgrube hergestellt und ausgehärtet. Nach der Montage des neuen Schachtgerüstes könne dann die Erneuerung der kompletten Aufzugstechnik erfolgen.

Das Bild zeigt den Aufzug an den Gleisen 2 und 3.

Das Bild zeigt den Aufzug an den Gleisen 2 und 3. Foto: Sulzyc

Die Montage des neuen Fahrstuhls nehme dann die meiste Zeit in Anspruch, erklärte die Bahnsprecherin. Bevor der Aufzug wieder in Betrieb genommen werden könne, erfolgten „diverse Abnahmeverfahren“.

Die alten Aufzüge am Bahnhof Buxtehude hätten ihre technische Lebensdauer erreicht. Die Deutsche Bahn verspricht weniger Ausfallzeiten bei den neuen Aufzügen.

Sensoren melden Störungen sofort

„Mit dem Aufzugtausch wird die Verfügbarkeit wesentlich erhöht“, sagte die Bahnsprecherin. Alle Anlagen seien mit einem Kommunikationsbaustein zur Fernüberwachung ausgestattet. Sensoren erfassten den Zustand der Aufzüge permanent und übermittelten Daten an die Betriebszentrale. „Störungen werden durch die eingebauten Sensoren sofort gemeldet. So können Mitarbeitende die Reparatur schneller beauftragen und Ausfälle schneller beheben.“

Auf diese Weise stünden Aufzüge so schneller wieder den Bahnreisenden zur Verfügung. Reparaturen könnten zügiger erfolgen.

Mit Plakaten an beiden Aufzugtüren am Bahnhof Buxtehude infomiert die Deutsche Bahn Reisende über den bevorstehenden monatalangen Ausfall der Aufzüge.

Mit Plakaten an beiden Aufzugtüren am Bahnhof Buxtehude infomiert die Deutsche Bahn Reisende über den bevorstehenden monatalangen Ausfall der Aufzüge. Foto: privat

Einen Fehler aus der Vergangenheit hat die Deutsche Bahn dieses Mal vermieden: Auf Plakaten an beiden Aufzugtüren weist sie Reisende rechtzeitig auf den bevorstehenden Aufzugaustausch hin. Bei früheren außerplanmäßigen Reparaturen war das nicht immer der Fall.

Das kostet der Austausch der Aufzüge

Die Deutsche Bahn investiert nach eigenen Angaben etwa 600.000 Euro in die Erneuerung der beiden Aufzüge. Buxtehude ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt im Elbe-Weser-Dreieck. Züge der S-Bahn Hamburg, der Bahntochter Start Unterelbe und der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) halten in Buxtehude.

Sechs Monate kein Aufzug am Bahnhof Buxtehude - für manche Bahnreisende bedeutet das ein erhebliches Problem: Menschen im Rollstuhl ohne elektrischen Antrieb, mit Rollator oder mit Kinderwagen, oder einfach nur mit schwerem Gepäck.

Zwar gilt der Zugang zum Bahnhof Buxtehude auch ohne Aufzüge als barrierefrei. Der alternative Zugang über eine verschwenkte Rampe, die sich Rollstuhlfahrer und Radfahrer teilen, gilt jedoch als schwer zu nehmende Hürde.

Die verschwenkte Rampe mit Kopfsteinpflaster am Bahnhof Buxtehude gilt als sehr beschwerlich für Menschen mit Handicap.

Die verschwenkte Rampe mit Kopfsteinpflaster am Bahnhof Buxtehude gilt als sehr beschwerlich für Menschen mit Handicap. Foto: Sulzyc

Warum die städtische Personenunterführung, so die offizielle Bezeichnung der Rampe, kaum als Alternative taugt, erklärte ein Rollstuhlfahrer im Februar 2024 dem TAGEBLATT. Die Steigung sei für einen Menschen im Rollstuhl, den er mit Muskelkraft antreibt, kaum zu bewältigen. Vor allem nach einem anstrengenden Arbeitstag fehle die Kraft. Damals war der Aufzug am Bahnhof Buxtehude wochenlang wegen eines Wasserschadens ausgefallen.

Ein Kopfsteinpflaster bildet den Bodenbelag der barrierefreien Rampe am Bahnhof Buxtehude - kaum geeignet für Rollstuhlfahrer. Buxtehudes früherer Beauftragter für Menschen mit Behinderung, Jens Nübel, nennt die bauliche Ausführung der Rampe deshalb eine „Katastrophe“.

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