TBauantrag gestellt: Bald gibt es Ferienwohnungen in Stades alter Mühle
So sieht die Visualisierung die mögliche Zukunft der Mühle nebst Neubau. Foto: Frenzel&Frenzel
Sie ist die letzte ihrer Art in Stade und soll aus dem Dornröschenschlaf erwachen: die denkmalgeschützte Mühle am Schiffertor. Demnächst startet der große Umbau.
Stade. Versteckt hinter hohen Bäumen erhebt sich unweit des Schiffertorkreisels ein beeindruckendes Bauwerk. Die Windmühle aus dem Jahr 1856 ist die letzte ihrer Art in Stade. Wer sich ihr über den kleinen Schleichweg vom Schulparkplatz an der Glückstädter Straße aus nähert, fühlt sich ein bisschen wie der Prinz auf dem Weg zum Dornröschenschloss. Doch bald schon soll es hier lebendiger werden.
Helmut Lührs lässt die Mühle umbauen
In Kürze starten auf dem seit 1336 überlieferten Mühlenstandort Umbauarbeiten. Die Lindenhof Verwaltungsgesellschaft mit Sitz in Stade hat der Stadt den alten Galerie-Holländer inklusive Nebengebäude abgekauft. Der bekannte Immobilienhändler Helmut Lührs will die denkmalgeschützte Mühle umbauen lassen. Das Nebengebäude soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Die Windmühle am Schiffertor ist die letzte ihrer Art in Stade. Foto: Stehr
„Wir freuen uns, dass es losgehen kann, alles ist in trockenen Tüchern, der Bauantrag ist gestellt“, sagt Helmut Lührs auf TAGEBLATT-Nachfrage. Wie berichtet, wollte die Stadt die Mühle, die 1949 außer Betrieb genommen wurde, schon länger loswerden. Der Verkauf zog sich hin. Am Ende gab es statt der erhofften Million ein Angebot über 355.000 Euro von der Lindenhof Verwaltungsgesellschaft.
Der Landkreis Stade hatte offenbar kein Interesse am Kauf der ungewöhnlichen Immobilie. Er war lange Pächter der Mühle. Seit 1992 nutzte das benachbarte Vincent-Lübeck-Gymnasium die Räumlichkeiten der Mühle für Arbeitsgemeinschaften.
Ferienwohnungen und gastronomische Nutzung
Unter der Federführung des Buxtehuder Architektenbüro Frenzel&Frenzel ist Folgendes geplant: Die Mühle soll als Wahrzeichen erhalten bleiben und möglichst erlebbar werden. So steht es im Konzept. Besucher sollten etwas über die Geschichte der Mühle und deren Bedeutung für die Stadt erfahren. Außerdem können Gäste in der Mühle übernachten.
In den ersten drei Obergeschossen soll jeweils eine Ferienwohnung eingerichtet werden. Auch in einem Neubau direkt neben der Mühle sollen auf zwei Etagen sechs kleine Ferienwohnungen entstehen. Der Neubau soll sich architektonisch bewusst vom Baudenkmal absetzen.
„Besser.Machen“
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Zudem ist eine gastronomische Nutzung vorgesehen, offenbar durch ein Unternehmen aus Buxtehude. Angedacht sind zum Beispiel Veranstaltungen wie Kochkurse oder Brotback-Aktionen im Schatten der Windmühle, wo einst Mehl gemahlen wurde. Auch eine Zusammenarbeit mit dem mehrfach ausgezeichneten Wohnmobilstellplatz der Stade Marketing und Tourismus GmbH auf der anderen Straßenseite sei denkbar. So soll auch eine große Frühstücksterrasse geschaffen werden.

Die Stadt Stade hat die Windmühle am Schiffertor verkauft. Hier sollen unter anderem bald Ferienwohnungen entstehen. Foto: Stehr
Künftig soll die Mühle auch vom Gymnasium und vom Parkplatz am Stadeum/Bibliothek fußläufig erreichbar sein. Neue Parkplätze sind ebenfalls geplant. Dabei soll der grüne Charakter des Grundstücks aber erhalten bleiben. „Wir hoffen, dass wir mit viel Glück im kommenden Jahr zu Pfingsten fertig sind“, sagt Lührs.
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